{"id":14327,"date":"2020-04-21T09:38:11","date_gmt":"2020-04-21T07:38:11","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/oesterliches-hoffnunghamstern\/"},"modified":"2020-04-21T09:38:11","modified_gmt":"2020-04-21T07:38:11","slug":"oesterliches-hoffnunghamstern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/oesterliches-hoffnunghamstern\/","title":{"rendered":"\u201e\u00d6sterliches Hoffnunghamstern\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Wem auch immer die Formulierung des kirchlichen hashtags \u201e#hoffnunghamstern\u201c eingefallen ist &#8211; er oder sie hat damit einen kongenialen Impuls zur aktuellen Lage gegeben. Auch wenn das Hamstern von Toilettenpapier, Trockenhefe und Desinfektionssprays offenbar schon wieder nachzulassen beginnt, das \u201eHoffnunghamstern\u201c hat sich noch lange nicht er\u00fcbrigt.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Dabei erscheint es ja irgendwie verr\u00fcckt: W\u00e4hrend sich unsere Gesellschaft medizinisch, sozial und \u00f6konomisch in einer handfesten Krise befindet, strahlt die Fr\u00fchlingssonne Tag f\u00fcr Tag wie zum Trotz von einem strahlendblauen Himmel. Wie so eine Art hoffnungsvolles Kontrastprogramm: Nicht nur das Virus verbreitet sich, sondern auch das frische Gr\u00fcn an B\u00fcschen und B\u00e4umen ist nicht mehr aufzuhalten. Ein Hoffnungsschimmer, der Tag f\u00fcr Tag st\u00e4rker wird. Und dazu noch die vielen gestreamten, gesungen, gespielten, und ganz handfest praktizierten Hoffnungszeichen auf der ganzen Welt.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Vieles von alldem wirkt f\u00fcr mich wie eine Illustration zu unserem aktuellen Wochenspruch. Ein etwas sperriger klingender Bibelvers, der sich jedoch inhaltlich wunderbar zum \u201eHoffnungshamstern\u201c eignet: \u201eGelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner gro\u00dfen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.\u201c (1. Petr. 1,3)<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> F\u00fcr den Verfasser dieser Zeilen ist diese \u201elebendige Hoffnung\u201c offenbar das Erkennungszeichen und Identit\u00e4tsmerkmal von uns Christ*innen schlechthin.&nbsp; Und ich denke an die vielen kirchlichen Ideen und Aktionen in diesen Wochen. An kreative und hoffnungsvolle Ehrenamtliche und Hauptamtliche. Und ich denke dankbar an die vielen Menschen, die unabh\u00e4ngig davon ebenfalls Hoffnung verbreiten: Der humorvolle Kassierer im Supermarkt, die mutige \u00c4rztin im Dauereinsatz, die geduldige Mitarbeiterin im Gesundheitsamt und der zupackende Erntehelfer, die klug abw\u00e4gende Politikerin und der verl\u00e4ssliche Altenpfleger. Eine mutmachende Geste, eine helfende Tat, eine kluge Entscheidung. All das, wie auch die bl\u00fchende Magnolie und das sich ausbreitende Gr\u00fcn der B\u00e4ume, sind Hoffnungszeichen.&nbsp; Gott sei Dank daf\u00fcr!<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Der Verfasser unseres Bibelverses gr\u00e4bt jedoch noch eine Schippe tiefer.<br \/> Die Hoffnungszeichen unseres Alltags und unserer Erfahrung sind so wertvoll und so wichtig, aber sie sind noch nicht die Sache selbst um die es bei der \u201elebendigen Hoffnung\u201c geht:<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> N\u00e4mlich diese ebenso bleibend geheimnisvolle wie wunderbar verr\u00fcckte \u00dcberraschungskation des Sch\u00f6pfers am Ostermorgen. Gott hat den gekreuzigten Jesus zu neuem, unverg\u00e4nglichen Leben auferweckt. Und dadurch hat Gott Jesu ganzes Leben, Reden und Tun ins Recht gesetzt: Die Bergpredigt, die Heilungen, seine Zuwendung und seine Vergebung, sein Leben und Sterben f\u00fcr uns: All das gilt. All das bleibt. All das z\u00e4hlt. &nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Auch wenn es noch dauert und auch wenn Krankheit und Leid noch Tag f\u00fcr Tag zu dieser Welt dazugeh\u00f6ren. Die Osterbotschaft lautet: Das Spiel ist doch schon entschieden. Gottes Traum von Liebe und Gerechtigkeit wird wahr werden. Gottes Sehnsucht kommt zum Ziel. Ein Leben ohne Leid und Tod wird uns bl\u00fchen.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Die bl\u00fchenden B\u00e4ume und das zarte Hoffnungsgr\u00fcn der Bl\u00e4tter erinnern mich genauso daran, wie die vielen andere Hoffnungszeichen um uns herum. Und doch bin ich froh, dass die Zukunft dieser Welt letztlich nicht an unseren Wahrnehmungen und M\u00f6glichkeiten h\u00e4ngt, so gut und wichtig sie auch sind: nicht an unserer individuellen oder gesellschaftlichen Resilienzf\u00e4higkeit, nicht am medizinischen Fortschritt, nicht an unserer \u00f6konomischen St\u00e4rke und noch nicht einmal an unserer spirituellen Sensibilit\u00e4t oder kirchlichen Glaubw\u00fcrdigkeit.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Die \u201elebendige Hoffnung\u201c aus dem Wochenspruch hat ihren Ursprung au\u00dferhalb von mir und au\u00dferhalb von uns &#8211; in Gott. Im Auferstehungswunder von Ostern.<br \/> &nbsp;&nbsp; &nbsp;<br \/> Das lasse ich mir gerade auch in diesen Wochen gern immer wieder sagen. &nbsp;<br \/> Und: Weil diese \u201elebendige Hoffnung\u201c h\u00e4lt, hamstere und teile ich umso dankbarer von den vielen gro\u00dfen und kleinen Hoffnungszeichen um mich herum.<\/p>\n<p><em>Pfarrer Cornelius Grohs<\/em><\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wem auch immer die Formulierung des kirchlichen hashtags \u201e#hoffnunghamstern\u201c eingefallen ist &#8211; er oder sie hat damit einen kongenialen Impuls zur aktuellen Lage gegeben. 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