{"id":14764,"date":"2020-06-17T06:38:00","date_gmt":"2020-06-17T04:38:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/traumhafte-arbeitsbedingungen-in-der-krisenzeit\/"},"modified":"2020-06-17T06:38:00","modified_gmt":"2020-06-17T04:38:00","slug":"traumhafte-arbeitsbedingungen-in-der-krisenzeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/traumhafte-arbeitsbedingungen-in-der-krisenzeit\/","title":{"rendered":"Traumhafte Arbeitsbedingungen in der Krisenzeit"},"content":{"rendered":"<p>Wenn Kinder, die in ihrer Kindergartengruppe immer zur\u00fcckhaltend reagierten, pl\u00f6tzlich hellwach und wissbegierig werden, wenn ein Vierj\u00e4hriger, der in seiner Gruppe bislang kaum ein Wort gesprochen hat, sich endlich zutraut, im Gespr\u00e4ch auf andere zuzugehen, dann ist das auch f\u00fcr die Erzieher und Erzieherinnen ein ganz besonderer Moment. Solche Augenblicke gab es in den vergangenen Wochen immer wieder. Grund war die Corona-Krise und die damit einhergehende Einschr\u00e4nkung der Gruppengr\u00f6\u00dfe.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Sabine Wistuba, Leiterin des Christuskindergartens in Wilhelmshaven und ihre Kollegin Doris Voges, Kita-Leiterin in Wilhelmshaven-Heppens, die Erzieherinnen Melina Rector und Simone Ahlers sowie Pastorin Meike von Fintel als Vertreterin des Tr\u00e4gers, der evangelischen Kirche, berichteten jetzt \u00fcber Erfahrungen in einer Zeit, in der die Kinderg\u00e4rten grunds\u00e4tzlich geschlossen sind und lediglich eine Notbetreuung eingerichtet ist. Sie sprechen \u00fcber \u201etraumhafte Arbeitsbedingungen f\u00fcr Erzieher und Kinder und wunderbare Fortschritte\u201c bei etlichen Kindern. \u201eEndlich konnten wir einmal so arbeiten, wie wir eigentlich immer arbeiten sollten\u201c, sagte Wistuba. Trotz aller Einschr\u00e4nkungen empfinde sie die Situation auch als \u201eein Geschenk\u201c. &nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Weil zahlreiche Vorschriften zur Eind\u00e4mmung des Virus einzuhalten waren, sei zun\u00e4chst einmal der p\u00e4dagogische Blick aufs Kind etwas vernachl\u00e4ssigt worden. Das habe sich aber ganz schnell ver\u00e4ndert, denn der dr\u00e4ngte sich fast wie von selber wieder in den Vordergrund als die Erzieherinnen und Erzieher feststellten, dass sich etliche Kinder in den um meist mehr als die H\u00e4lfte geschrumpften Gruppen geradezu sprunghaft weiterentwickelten. \u201eKinder, denen es immer schwer fiel, sich zu konzentrieren, die kriegen das jetzt hin. Die Kinder genie\u00dfen die wesentlich ruhigere und vertrauensvolle Atmosph\u00e4re und lernen sich zu \u00f6ffnen, sie trauen sich viel mehr zu, werden selbstbewusster\u201c, berichtete Voges.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> F\u00fcr die Sprachf\u00f6rderung ben\u00f6tige man in der kleineren Gruppe mit maximal 13 Kindern keine weitere Kraft mehr. \u201eDas k\u00f6nnen wir jetzt selber leisten, denn es ist pl\u00f6tzlich m\u00f6glich, viele Alltagssituationen sehr intensiv und individuell sprachlich zu begleiten. Dinge erkl\u00e4ren, benennen, nachsprechen lassen, intensive Gespr\u00e4che mit den Kindern \u2013 das alles geht jetzt auch im allt\u00e4glichen Betrieb\u201c, sagte Ahlers. Hier gebe es einen enormen Bedarf, mehr als die H\u00e4lfte der insgesamt 106 Kinder im Christuskindergarten ben\u00f6tigten eine Sprachf\u00f6rderung, die eigens daf\u00fcr eingestellte Kraft habe aber gerade mal viereinhalb Stunden pro Woche f\u00fcr alle Kinder zur Verf\u00fcgung.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Nat\u00fcrlich freue man sich auf bei weiteren Lockerungen auf die anderen Kinder. \u201eAber bei 25 Kindern ist man als Erzieherin st\u00e4ndig \u00fcberall und nirgends. Eine intensive Arbeit ist gar nicht m\u00f6glich\u201c, sagte Melina Rector, die feststellte, dass die Arbeit in der kleinen Gruppe nicht nur den Kindern gut tut, sondern auch den Erzieherinnen eine weitaus h\u00f6here Arbeitszufriedenheit bringt. Das k\u00f6nnte zuk\u00fcnftig auch ein Faktor sein, dem Fachkr\u00e4ftemangel in diesem Beruf zu begegnen. Auch deshalb sei es jetzt an der Zeit, den Ruf nach kleineren Gruppen in den Kindertagesst\u00e4tten wieder laut werden zu lassen, so Wistuba. &nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Die Gruppengr\u00f6\u00dfe in Kindertagesst\u00e4tten regelt sich laut Verordnung des nieders\u00e4chsischen Kulturministeriums anhand der Raumfl\u00e4che. Dabei sind in den Regelgruppen pro Kindergartenkind (drei bis sechs Jahre) eine Fl\u00e4che von zwei Quadratmetern Grundfl\u00e4che vorgesehen, f\u00fcr Krippenkinder (unter drei Jahren) drei Quadratmeter. In den meisten Einrichtungen werden 20 bis 25 Kinder ab drei Jahren sowie 15 Kinder unter drei Jahren in einer Gruppe betreut. Es sind jeweils zwei Betreuungskr\u00e4fte vorgesehen. An dieser Regelung hat sich seit vielen Jahren nichts ver\u00e4ndert.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> <strong><em>Ein Beitrag von Annette Kellin<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Kinder, die in ihrer Kindergartengruppe immer zur\u00fcckhaltend reagierten, pl\u00f6tzlich hellwach und wissbegierig werden, wenn ein Vierj\u00e4hriger, der in seiner Gruppe bislang kaum ein Wort gesprochen hat, sich endlich zutraut, im Gespr\u00e4ch auf andere zuzugehen, dann ist das auch f\u00fcr die Erzieher und Erzieherinnen ein ganz besonderer Moment. Solche Augenblicke gab es in den vergangenen Wochen immer wieder. 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