{"id":15031,"date":"2020-07-30T08:04:00","date_gmt":"2020-07-30T06:04:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/verletzliche-haut-oldenburger-ausstellung-zeigt-die-ueberragende-bedeutung-der-boeden-fuer-das-leben\/"},"modified":"2020-07-30T08:04:00","modified_gmt":"2020-07-30T06:04:00","slug":"verletzliche-haut-oldenburger-ausstellung-zeigt-die-ueberragende-bedeutung-der-boeden-fuer-das-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/verletzliche-haut-oldenburger-ausstellung-zeigt-die-ueberragende-bedeutung-der-boeden-fuer-das-leben\/","title":{"rendered":"Verletzliche Haut &#8211; Oldenburger Ausstellung zeigt die \u00fcberragende Bedeutung der B\u00f6den f\u00fcr das Leben"},"content":{"rendered":"<p>Geschrumpft auf die Gr\u00f6\u00dfe einer Assel: So tauchen Besucher in die Welt der Bodenorganismen ein. Ein Trick, der nicht nur gruselige Begegnungen erm\u00f6glicht, sondern auch deutlich macht, wie wichtig und wie begrenzt die Ressource Boden ist.<\/p>\n<p>Oldenburg (epd). Gleich zu Beginn wird es gruselig: Eine gewaltige Raubmilbe ergreift mit ihren Kiefernscheren blitzschnell einen Springschwanz. Doch keine Angst &#8211; die spektakul\u00e4re Szene spielt sich nicht wirklich ab, sondern geh\u00f6rt zum Eingangsbereich einer interaktiven Ausstellung im Oldenburger Landesmuseum Natur und Mensch. Unter dem Titel \u00abDie d\u00fcnne Haut der Erde\u00bb ist dort ab Samstag (1. August) eine Sonderausstellung zur \u00fcberragenden Bedeutung der B\u00f6den f\u00fcr das Leben zu sehen.<\/p>\n<p>Raubmilbe und Springschwanz z\u00e4hlen zu den Bodenbewohnern, die in der Schau als Modell in 500-facher Vergr\u00f6\u00dferung dargestellt werden, um den Besuchern emotionale Einblicke in eine sonst verborgene Welt zu geben. Denn kaum jemand macht sich Gedanken \u00fcber den Lebensraum, auf dem wir tagt\u00e4glich herumstiefeln. \u00abWir wollen zeigen, was keiner kennt und auf diese Weise f\u00fcr diesen Lebensraum sensibilisieren\u00bb, sagt der Zoologe und Bodenkundler Professor Willi Xylander \u00fcber die Schau, die nun bis zum 17. Januar in Oldenburg zu sehen ist.<\/p>\n<p>Xylander ist Direktor am Senckenberg Museum f\u00fcr Naturkunde in G\u00f6rlitz und hat dort zusammen mit seiner Ehefrau Helga Zumkowski-Xylander die Wanderausstellung entwickelt. Ausl\u00f6ser war eine Initiative der Generalversammlung der Vereinten Nationen, die 2015 zum \u00abJahr des Bodens\u00bb erkl\u00e4rt hatte. Seither haben rund 270.000 Besucher die Schau mit 99 Schautafeln, dreidimensionalen Modellen, Mitmachstationen und Filmen gesehen &#8211; zuerst in Br\u00fcssel, dann auch in Chemnitz, G\u00f6rlitz, Frankfurt, Bonn, Dessau, Osnabr\u00fcck, Dresden und Graz.<\/p>\n<p>Vier Kammern laden Kinder, Jugendliche und Erwachsene ein, den Mikrokosmos jenseits der \u00fcblichen Sehgewohnheiten zu erkunden, unter anderem \u00fcber eine Virtual-Reality-Animation. Eine digitale Brille schrumpft Besucher scheinbar um das 200-fache auf die Gr\u00f6\u00dfe einer Assel. So begegnen sie zahlreichen Bodentieren wie Milben, Springschw\u00e4nzen und Tausendf\u00fc\u00dfern auf Augenh\u00f6he. Durch die Animation wirken sie wie riesige Ungeheuer. \u00abEin H\u00f6hepunkt der Ausstellung\u00bb, schw\u00e4rmt Xylander.<\/p>\n<p>Besucher lernen, dass auf einem Quadratmeter Boden mehr Organismen als Menschen auf der Welt leben. Doch die Haut der Erde ist verletzlich, warnt Xylander. \u00abB\u00f6den sind vielfach gef\u00e4hrdet. Mal ist es Erosion, mal Pestizideinsatz, im Siedlungsraum die Versiegelung durch Geb\u00e4ude und Stra\u00dfen, auf intensiv genutzten Agrarfl\u00e4chen auch die Verdichtung durch Fahrzeuge oder \u00fcberm\u00e4\u00dfiger N\u00e4hrstoffaustrag.\u00bb Und obwohl die Ressource Boden nur begrenzt verf\u00fcgbar sei, \u00abgehen wir damit um, als ob wir davon unendlich viel h\u00e4tten\u00bb.<\/p>\n<p>Auf einer Galerie zeigt das Museum erg\u00e4nzend die Bedeutung der nordwestdeutschen B\u00f6den als Archiv f\u00fcr die Geschichte der Region.&nbsp;\u00abBeim Thema Boden treffen Arch\u00e4ologie und Naturkunde zusammen, denn B\u00f6den sind Zeitzeugen der Geschichte\u00bb, erl\u00e4utert die Oldenburger Museumsdirektorin Ursula Warnke. Insbesondere das Moor sei eine Fundgrube f\u00fcr Arch\u00e4ologen. So geh\u00f6ren 2.000 Jahre alte Teile eines Bohlenwegs aus dem Aschener Moor bei Lohne zur Pr\u00e4sentation auf der Galerie.<\/p>\n<p>In Zeiten des Klimawandels sind B\u00f6den auch als Speicher f\u00fcr Kohlenstoff von gro\u00dfer Bedeutung. \u00abB\u00f6den sind damit wichtige Stellschrauben im Klimasystem\u00bb, bekr\u00e4ftigt Warnke. Noch ein Grund mehr, sorgf\u00e4ltiger mit den B\u00f6den umzugehen, meint ihr G\u00f6rlitzer Kollege Xylander.<\/p>\n<p>Wie das gehen kann, wird am Ende der Ausstellung angerissen.&nbsp;Politisch seien unter anderem eine nachhaltigere, standortangepasste Landwirtschaft und eine R\u00fccknahme der Versiegelung gefordert, fasst Xylander zusammen. Aber auch jeder Einzelne k\u00f6nne etwas tun: \u00abSo ist unser Konsumverhalten Teil der Ursache f\u00fcr den Verlust wertvoller B\u00f6den. Verringerung des Fleischkonsums, M\u00fcllvermeidung und Schaffen eines naturn\u00e4heren, weniger fl\u00e4chenverbrauchenden Wohnumfeldes sind m\u00f6gliche Ma\u00dfnahmen jedes Verbrauchers, die auch den Boden sch\u00fctzen.\u00bb<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschrumpft auf die Gr\u00f6\u00dfe einer Assel: So tauchen Besucher in die Welt der Bodenorganismen ein. Ein Trick, der nicht nur gruselige Begegnungen erm\u00f6glicht, sondern auch deutlich macht, wie wichtig und wie begrenzt die Ressource Boden ist. Oldenburg (epd). Gleich zu Beginn wird es gruselig: Eine gewaltige Raubmilbe ergreift mit ihren Kiefernscheren blitzschnell einen Springschwanz. Doch keine Angst &#8211; die spektakul\u00e4re Szene spielt sich nicht wirklich ab, sondern geh\u00f6rt zum Eingangsbereich einer interaktiven Ausstellung im Oldenburger Landesmuseum Natur und Mensch. Unter dem Titel \u00abDie d\u00fcnne Haut der Erde\u00bb ist dort ab Samstag (1. 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