{"id":15226,"date":"2020-08-31T07:59:00","date_gmt":"2020-08-31T05:59:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/kirche-unterwegs-mit-corona-war-alles-etwas-komplizierter\/"},"modified":"2020-08-31T07:59:00","modified_gmt":"2020-08-31T05:59:00","slug":"kirche-unterwegs-mit-corona-war-alles-etwas-komplizierter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/kirche-unterwegs-mit-corona-war-alles-etwas-komplizierter\/","title":{"rendered":"Kirche unterwegs \u2013 mit Corona war alles etwas komplizierter"},"content":{"rendered":"<p>\u201eEs war eigentlich wie in den vergangenen Jahren auch \u2013 aber auch irgendwie ganz anders. Vor allem der Kontakt zu den Kindern war ungewohnt distanziert\u201c, erz\u00e4hlt Dion Vowinkel. Der 17-J\u00e4hrige ist Teamer bei \u201eKirche Unterwegs\u201c gewesen und hat vor allem die Balance zwischen notwendiger Autorit\u00e4t und lockerem Zusammensein als nicht immer einfach empfunden. \u201eAber ihr &nbsp;habt das gut hinbekommen, und das ist es, was z\u00e4hlt\u201c, sagt Volker Pickrun, verantwortlicher Diakon f\u00fcr die Urlauberseelsorge an der Nordseek\u00fcste der evangelisch-lutherischen Kirche Oldenburg.&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Das Programm von \u201eKirche Unterwegs\u201c in Corona-Zeiten \u2013 wie soll das gehen? Bewegungsspiele, Basteln, Anleitungen aus n\u00e4chster N\u00e4he, Geschichten und Andachten im engen Kreis, so war das bisher. \u201eEs war lange fraglich, ob \u00fcberhaupt etwas stattfinden k\u00f6nnte\u201c, sagt Pickrun. Der 57-J\u00e4hrige hatte sich mit erfahrenen Teamern beraten, ob und wie man ein Konzept aufstellen k\u00f6nnte, um einerseits den Urlaubern trotz Corona ein Angebot zu machen und andererseits den jungen Mitarbeitern das Erlebnis einer ganz anderen Art von Kirche trotz aller Widrigkeiten zu erm\u00f6glichen. \u201eEs gab viele Vorschl\u00e4ge und doch blieb es bis zuletzt fraglich, ob wir wirklich starten k\u00f6nnten\u201c, erz\u00e4hlt der Diakon. Die entscheidende Wendung kam, als wenige Tage vor den Sommerferien weiteren Erleichterungen stattgegeben wurden. \u201eWir mussten uns dann daran halten, was einerseits das Land Niedersachsen und andererseits die oldenburgische Kirche uns vorgibt\u201c, sagt Pickrun.&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Als die Lockerungen kamen, war es m\u00f6glich, dass die Teamer als Gruppe verstanden wurden, sie konnten sich gemeinsam versorgen und durften auch ohne Mund-Nasenschutz an einem Tisch sitzen. Allerdings war Voraussetzung f\u00fcr alle Veranstaltungen: frische Luft. Das gro\u00dfe Zelt, das sonst bei schlechtem Wetter gute Dienste leistet und dass f\u00fcr die abendlichen Veranstaltungen eigentlich ein \u201eMuss\u201c ist, konnte jetzt nur als Lager genutzt werden. Jeder Kindervormittag, jedes Sandm\u00e4nnchen, jede Andacht musste unter freiem Himmel stattfinden.&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> \u201eF\u00fcr die Kinder haben wir Hula-Hoop-Reifen ausgelegt, damit klar ist, wieviel Abstand sie einhalten m\u00fcssen. Das hat auch meist ganz gut geklappt und die Kinder sind in ihrem Reifen sitzen geblieben\u201c, sagt Felix Sch\u00f6n. Jule Dust findet es bewundernswert, dass die Kinder so gut mitgemacht und sich an die Regeln gehalten haben, \u201eobwohl sie die Lage wohl oft gar nicht so richtig verstehen.\u201c Und eigentlich h\u00e4tten die Kinder auch oft die N\u00e4he der Teamer gesucht, h\u00e4tten es genossen, mit ihnen gemeinsam etwas zu tun. \u201eDa musste man dann schon immer wieder aktiv auffordern, den Abstand zu halten\u201c, sagt Cedrik Meyer. Und die Ausarbeitung des Programms sei aufwendiger gewesen, denn in diesem Jahr seien Bastelarbeiten gar nicht m\u00f6glich gewesen, \u201ewir d\u00fcrfen ja nichts rausgeben, nicht mal einen Stift\u201c, erkl\u00e4rt Paula Nehmer.&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Kinder und Erwachsene, so die \u00fcbereinstimmende Beobachtung in Hooksiel und in Schillig, seien sehr froh gewesen, dass \u00fcberhaupt etwas angeboten wird. \u201eEs ist auch f\u00fcr Eltern erholsam, wenn sie mal eine Stunde ohne Kinder in Ruhe miteinander reden k\u00f6nnen\u201c, sagt Pickrun. Den jugendlichen Teamern, hat die Arbeit auf jeden Fall viel Spa\u00df gemacht, \u201edaran konnte auch Corona nichts \u00e4ndern\u201c, sagt Jule Dust.&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Und einen Vorteil hatten auch die Corona-Regeln: \u201eJeder hatte einen Wohnwagen f\u00fcr sich, in fr\u00fcheren Jahren mussten wir teilen\u201c, berichtet Cedrik Meyer. So gab es diesmal deutliche Pluspunkte f\u00fcr die Privatsph\u00e4re \u201eund man wurde nicht vom Schnarchen der anderen aufgeweckt\u201c, sagt Dion Vowinkel schmunzelnd. Doch beim Wechsel der Teams, die immer zwei Wochen im Dienst auf dem Campingplatz sind, musste jedes St\u00fcck einzeln desinfiziert werden, jeder Knopf im Campingwagen musste abgewischt, jedes Stuhlkissen mit Desinfektionsspray behandelt werden. Dar\u00fcber hinaus war die Anzahl der Wohnwagen vorgegeben, \u201eKirche Unterwegs\u201c verf\u00fcgt \u00fcber elf gebrauchte Wagen. Mit den Corona-Regeln war rasch klar, dass in diesem Jahr nur in Schillig und Hooksiel die Urlauberseelsorge stattfinden konnte, denn f\u00fcr die Pl\u00e4tze in Dangast und Burhafe waren keine Teamer-Wohnwagen vorhanden. &nbsp;&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Zum Gl\u00fcck erwies sich das Wetter als guter Teamplayer bis auf einen Regentag konnten alle geplanten Veranstaltungen drau\u00dfen stattfinden. Und der Zulauf war gewaltig: In Spitzenzeiten hatten die Teamer mehr als 50 Kinder zu betreuen. \u201eDa hatten wir gut zu tun, um auf die Abst\u00e4nde zu achten und man musste schon Durchsetzungsverm\u00f6gen entwickeln, ohne gleich verletzend zu wirken\u201c, sagt Dion Vowinkel. Das hat der 17-J\u00e4hrige hier gr\u00fcndlich gelernt.&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> <strong>\u201eKirche Unterwegs\u201c<\/strong><br \/> ist eine Gemeinde auf Zeit, in der ehrenamtliche Kr\u00e4fte, oft jugendliche Teamer, den Urlaubern auf Campingpl\u00e4tzen ein Freizeitangebot machen. Das reicht von Bastel- und Spielangeboten bis zu Andachten, von Gute-Nacht-Geschichten bis zu Grillabenden. In diesem Jahr waren die Teamer auf den Campingpl\u00e4tzen in Schillig und Hooksiel, hier haben sie w\u00e4hrend der nieders\u00e4chsischen Sommerferien verschiedene Programme angeboten, dabei haben sie selber f\u00fcr jeweils zwei Wochen im Wohnwagen auf den Pl\u00e4tzen gelebt. Nach 14 Tagen werden sie von einem neuen Team abgel\u00f6st.&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Ein Beitrag von Annette Kellin<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEs war eigentlich wie in den vergangenen Jahren auch \u2013 aber auch irgendwie ganz anders. Vor allem der Kontakt zu den Kindern war ungewohnt distanziert\u201c, erz\u00e4hlt Dion Vowinkel. 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