{"id":15334,"date":"2020-09-27T08:33:00","date_gmt":"2020-09-27T06:33:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/suche-nach-atommuell-endlager-geht-in-die-naechste-runde-fragen-und-antworten-zum-weiteren-vorgehen-bei-der-lagerung-hochradioaktiver-abfaelle\/"},"modified":"2020-09-27T08:33:00","modified_gmt":"2020-09-27T06:33:00","slug":"suche-nach-atommuell-endlager-geht-in-die-naechste-runde-fragen-und-antworten-zum-weiteren-vorgehen-bei-der-lagerung-hochradioaktiver-abfaelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/suche-nach-atommuell-endlager-geht-in-die-naechste-runde-fragen-und-antworten-zum-weiteren-vorgehen-bei-der-lagerung-hochradioaktiver-abfaelle\/","title":{"rendered":"Suche nach Atomm\u00fcll-Endlager geht in die n\u00e4chste Runde &#8211; Fragen und Antworten zum weiteren Vorgehen bei der Lagerung hochradioaktiver Abf\u00e4lle"},"content":{"rendered":"<p>Gorleben\/Peine (epd). Bei der vor drei Jahren neu gestarteten Suche nach einem Endlager f\u00fcr hochradioaktiven Atomm\u00fcll stehen Vorentscheidungen an. Am Montag (28. September) will die mit der Suche beauftragte Bundesgesellschaft f\u00fcr Endlagerung (BGE) mit Sitz in Peine einen ersten Zwischenbericht ver\u00f6ffentlichen. Darin wird sie vorschlagen, welche Gebiete in Deutschland aufgrund der geologischen Bedingungen aus dem Verfahren ausscheiden und welche weiter untersucht werden sollten.<\/p>\n<p>Wie viele Regionen oder Standorte werden f\u00fcr eine weitere Pr\u00fcfung vorgeschlagen?<\/p>\n<p>Der sogenannte \u00abZwischenbericht Teilgebiete\u00bb wird vermutlich eine Zahl im hohen zweistelligen Bereich an Regionen oder Standorten ausweisen, die weiter gepr\u00fcft werden. Sie k\u00f6nnen in ganz Deutschland liegen, also auch in Bayern, wo es im Koalitionsvertrag von CSU und Freien W\u00e4hlern hei\u00dft: \u00abWir sind \u00fcberzeugt, dass Bayern kein geeigneter Standort f\u00fcr ein Atomendlager ist.\u00bb Voraussetzung f\u00fcr einen m\u00f6glichen Standort ist, dass es dort Salzst\u00f6cke, Tonschichten oder Granitschichten gibt, die das unterirdische Endlager einschlie\u00dfen k\u00f6nnen. Jedes m\u00f6gliche Teilgebiet wird im Zwischenbericht mit einem Steckbrief vorgestellt. Die Nennung im Bericht bedeutet noch keine verbindliche Festlegung.<\/p>\n<p>Wie wurden die Teilgebiete ermittelt?<\/p>\n<p>Die BGE hatte von den Bundesl\u00e4ndern geologische Daten angefordert, die in den vergangenen Jahren ausgewertet wurden. Insgesamt hat die BGE mehr als eine Million Datens\u00e4tze analysiert. Die L\u00e4nder hatten die Daten allerdings in einer Vielzahl digitaler Formate und teilweise auch analog \u00fcbermittelt. Dies hat die Verarbeitung erschwert. Kriterien f\u00fcr einen Ausschluss von Gebieten waren etwa Erdbeben-Aktivit\u00e4t, Vulkanismus, Wasserzufl\u00fcsse oder fr\u00fchere bergbauliche T\u00e4tigkeiten.<\/p>\n<p>Bleibt der Salzstock Gorleben im Suchverfahren?<\/p>\n<p>Das ist noch nicht bekannt. Der Salzstock im Landkreis L\u00fcchow-Dannenberg wurde als bislang einziger Standort auf seine Eignung als Endlager gepr\u00fcft. Nach Ansicht von Atomkraftgegnern ist dort unter dem Deckmantel der Erkundung schon ein fast fertiges Endlager entstanden. Ob der Salzstock als atomare Lagerst\u00e4tte taugt, ist unter Geologen allerdings umstritten. Bei Kritikern gilt Gorleben auch als \u00abpolitisch verbrannt\u00bb, weil die Untersuchung ohne Vergleich mit anderen Standorten und ohne Beteiligung der Bev\u00f6lkerung erfolgte.<\/p>\n<p>Was passiert nach der Ver\u00f6ffentlichung des Zwischenberichts?<\/p>\n<p>Das Bundesamt f\u00fcr die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (Base), das die Aufsicht \u00fcber das Suchverfahren f\u00fchrt und die Beteiligung der \u00d6ffentlichkeit verantwortet, veranstaltet am 17. und 18. Oktober in Kassel die \u00abFachkonferenz Teilgebiete\u00bb. Dabei soll der Zwischenbericht der BGE vorgestellt werden, die Teilnehmer der Konferenz k\u00f6nnen Fragen dazu stellen. Bei drei weiteren gesetzlich festgelegten Beratungsterminen zwischen Februar und Juni wird der Bericht diskutiert. Wegen der Corona-Pandemie findet der Auftakt vor allem virtuell im Internet statt, bei der Pr\u00e4senzveranstaltung gibt es aber auch einige Pl\u00e4tze f\u00fcr Interessierte. Die BGE muss die Hinweise und R\u00fcckmeldungen der Konferenzteilnehmer bei ihrer weiteren Arbeit ber\u00fccksichtigen &#8211; in welcher Form, ist aber nicht festgelegt.<\/p>\n<p>Gibt es Kritik an dem Verfahren?<\/p>\n<p>Ja. Umweltorganisationen und Anti-Atom-Initiativen bem\u00e4ngeln, dass die Zeit zwischen der Ver\u00f6ffentlichung des Zwischenberichts und der ersten Konferenz viel zu kurz sei, um sich in die Materie einzuarbeiten. Es gebe seitens der Beh\u00f6rden auch keine finanziellen Mittel f\u00fcr unabh\u00e4ngige Expertise. Die Zivilgesellschaft k\u00f6nne sich zudem unter den Corona-Bedingungen viel schlechter organisieren als \u00fcblicherweise. Schlie\u00dflich seien die Stellungnahmen aus der Konferenz nicht \u00abergebniswirksam\u00bb. Denn die BGE arbeite in der Zwischenzeit schon weiter an der Auswahl von Regionen, statt abzuwarten, welche Einw\u00e4nde die Betroffenen formulierten.<\/p>\n<p>Wie geht es dann weiter?<\/p>\n<p>Die Zahl der infrage kommenden Standorte wird Schritt f\u00fcr Schritt reduziert. Der Bundestag entscheidet jeweils, welche der vorgeschlagenen Gebiete oberirdisch und schlie\u00dflich unterirdisch erkundet werden sollen. Der Standort soll bis zum Jahr 2031 feststehen, die Einlagerung von Atomm\u00fcll ab dem Jahr 2050 beginnen.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr Atomm\u00fcll kommt \u00fcberhaupt in das Endlager?<\/p>\n<p>Das Endlager soll alle hoch radioaktiven Abf\u00e4lle aufnehmen, die bis zum Vollzug des Atomausstiegs Ende 2022 in Deutschland angefallen sein werden. Es handelt sich um abgebrannte Brennst\u00e4be aus den Atomkraftwerken und R\u00fcckst\u00e4nde aus der Wiederaufarbeitung &#8211; insgesamt etwa 10.500 Tonnen. Die Abf\u00e4lle werden in rund 1.900 Castorbeh\u00e4lter verpackt. Nicht auszuschlie\u00dfen ist, dass neben dem k\u00fcnftigen Endlager noch eine zweite Lagerst\u00e4tte f\u00fcr mittel- und schwach radioaktiven Atomm\u00fcll gebaut wird. Denn das daf\u00fcr vorgesehene Endlager Schacht Konrad in Salzgitter kann voraussichtlich nicht alle Abf\u00e4lle dieser Art aufnehmen. F\u00fcr die 126.000 F\u00e4sser, die aus dem maroden Bergwerk Asse geborgen werden sollen, hat Schacht Konrad keine Genehmigung.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gorleben\/Peine (epd). Bei der vor drei Jahren neu gestarteten Suche nach einem Endlager f\u00fcr hochradioaktiven Atomm\u00fcll stehen Vorentscheidungen an. Am Montag (28. September) will die mit der Suche beauftragte Bundesgesellschaft f\u00fcr Endlagerung (BGE) mit Sitz in Peine einen ersten Zwischenbericht ver\u00f6ffentlichen. 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