{"id":15640,"date":"2020-10-31T18:46:00","date_gmt":"2020-10-31T17:46:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/gewagt-muendig-leben\/"},"modified":"2020-10-31T18:46:00","modified_gmt":"2020-10-31T17:46:00","slug":"gewagt-muendig-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/gewagt-muendig-leben\/","title":{"rendered":"\u201eGewagt! M\u00fcndig leben!\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Zum dritten Mal hatten die christlichen Kirchen im Oldenburger Land anl\u00e4sslich des Reformationstages am 31. Oktober zu einer zentralen \u00f6kumenischen Veranstaltung eingeladen. Der Reformationstag steht in Niedersachsen seit Einf\u00fchrung als neuem gesetzlichen Feiertag 2018 unter dem Motto: \u201eReformation neu feiern\u201c. In diesem Jahr war die zentrale \u00f6kumenische Feier im Oldenburger Land gepr\u00e4gt von oft wenig beachteten \u201eKindern\u201c der Reformation: den t\u00e4uferischen Freikirchen. Die bekanntesten t\u00e4uferischen Freikirchen sind Baptisten und Mennoniten. Sie bereiten sich derzeit auf das Jahr 2025 vor, wenn 500 Jahre T\u00e4uferbewegung gedacht wird. Das Leitwort des \u00f6kumenischen Gottesdienstes in Varel lautete daher: \u201eGewagt! M\u00fcndig leben!\u201c&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Auf Grund der Corona-Pandemie konnten nur wenige Menschen am Gottesdienst teilnehmen. Darum wurde der Gottesdienst in einem Live-Stream gesendet. <strong>Die \u00f6kumenische Veranstaltung ist unter <a href=\"http:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/reformationstag\">www.kirche-oldenburg.de\/reformationstag<\/a>&nbsp;weiterhin zu sehen. Am Sonntag, 1. November, um 10 Uhr, wird der Gottesdienst vom Lokalsender Oeins ausgestrahlt.<\/strong><br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> An dem Gottesdienst wirkten die vier Konfessionen mit, die die \u00d6kumene in Varel wiederspiegeln, sagte Bischof Thomas Adomeit von der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg in seiner Begr\u00fc\u00dfung. Er dankte allen Beteiligten f\u00fcr ihr \u00f6kumenisches Engagement. Dass in diesem Jahr das Thema der T\u00e4uferdekade in den Blick genommen wurde, zeige, wie bereichernd die konfessionelle Verschiedenheit sei und wie viel Verbindendes es gebe. Gemeinsam \u201eReformation neu feiern\u201c, bedeute in diesem Gottesdienst, dass sich alle Mitgestaltenden \u2013 ob baptistisch, evangelisch-lutherisch, neuapostolisch oder r\u00f6misch-katholisch \u2013 der Frage stellen: \u201eWas hei\u00dft es f\u00fcr mich, meinen Glauben m\u00fcndig zu leben?\u201c In kurzen Statements beschrieben Mitglieder der verschiedenen Konfessionen, was es f\u00fcr sie bedeutet, als Christin, als Christ in dieser Welt zu leben und ihren Glauben m\u00fcndig zu bezeugen.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> <strong>Was es bedeutet, den Glauben m\u00fcndig zu leben<\/strong><br \/> F\u00fcr Ralf Splettst\u00f6\u00dfer von der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde in Varel (Baptisten) geh\u00f6re es dazu, \u201eden Mund gegen die Ungerechtigkeiten in dieser Welt aufzumachen\u201c, sagte er in seinem Statement. M\u00fcndigkeit bedeute auch, Verantwortung f\u00fcr sein eigenes Tun zu \u00fcbernehmen. \u201eM\u00fcndig sein bedeutet f\u00fcr mich aber auch: Mich selber einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, um meine Begrenztheit zu wissen, darauf verzichten zu k\u00f6nnen, um jeden Preis der Schnellste, der Tollste, der Beste sein zu m\u00fcssen.\u201c<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> \u201eMeinen Glauben m\u00fcndig zu leben, erfordert f\u00fcr mich einen Spagat\u201c, bekannte Heiner Bruns von der r\u00f6misch-katholischen Gemeinde. Christsein k\u00f6nne er nur in Gemeinschaft mit anderen leben. Die Kirche bestehe aber aus Menschen, deren Strukturen und Regeln im Laufe der Zeit nicht immer Gottes und Jesu Willen entsprochen haben. Da gelte es solidarisch, aber auch kritisch zu sein. Mit gutem Gewissen. Den Spagat zwischen dem Anspruch des Wortes Gottes und dem Alltag m\u00fcsse man immer wieder aushalten.&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> \u201eWenn ich falle, ist mein Glaube ein Netz, das mich auff\u00e4ngt und h\u00e4lt\u201c, erkl\u00e4rte Petra Herten von der neuapostolischen Gemeinde. Ihr Glaube gebe ihr Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr eigenst\u00e4ndiges Urteilen, Entscheiden und Wollen schenke ihr die Kraft dementsprechend zu handeln. Deshalb sei sie froh, glauben zu k\u00f6nnen.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> \u201eGlauben leben bedeutet f\u00fcr mich, in Beziehung zu Jesus Christus im Alltag zu leben\u201c, erg\u00e4nzte Lars Burgard von der Evangelisch-lutherischen Gemeinde in Varel. Diese Beziehung m\u00fcsse genauso gepflegt werden, wie zu anderen Menschen auch. Seine Beziehung zu Gott pflege er im Gebet und die Bibel b\u00f6te ihm Halt und Orientierung f\u00fcr sein Leben. Diese gelte sowohl f\u00fcr die gro\u00dfen Fragen in der Gesellschaft, etwa dem Leid der Fl\u00fcchtlinge wie auch f\u00fcr die ganz pers\u00f6nlichen Fragen des Lebens, etwa die verantwortliche Aus\u00fcbung seines Berufes oder sein Umgang mit Sorgen und pers\u00f6nlichem Leid.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> <strong>Zwei Kurz-Predigten<\/strong><br \/> Ein m\u00fcndig gelebter Glaube setze Glaubensfestigkeit voraus, sagte die Pastorin der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde in Varel, Maximiliane Kedaj, in ihrer Auslegung des Predigttextes aus dem Epheser-Brief (Eph 4,12b-14). Ein fester Glaube sei weder unbeweglich oder starr. Auch bedeute er keine \u00dcbernahme von nicht hinterfragbaren Lebensregeln oder eine Bevormundung durch Glaubens\u00fcberzeugungen. Ein m\u00fcndiger Glaube sei \u201eanders\u201c fest. Fest, weil er das Ergebnis ernsthafter Suche nach Wahrheit sei. Es sei ein Glaube, der \u00dcberpr\u00fcfung und Erprobung standgehalten habe, \u201ein den sich jemand hinein gelebt, gefragt und gezweifelt habe.\u201c Das Reformationsjubil\u00e4um zu nutzen, um m\u00fcndigen Glauben \u00f6kumenisch zu feiern, sei eine gute Sache, lobte Kedaj, weil die Vielfalt unter Christen Zeugnis der ernsthaften Suche nach Wahrheit, von m\u00fcndig gelebtem Glauben, sei. Darin habe die \u00d6kumene \u201eihre unglaubliche Sch\u00f6nheit\u201c.&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Monsignore Bernd Winter vom Offialatsbezirk Oldenburg der katholischen Kirche betonte in seinem Predigtteil, dass in allen christlichen Kirchen und Gemeinschaften der Geist lebendig sei. \u201eWir wissen uns als Getaufte mit dem Geist Gottes begabt. Und wir wollen in seiner Kraft unsere Gemeinschaften und die Welt gestalten.\u201c M\u00fcndigkeit sei dabei \u201eeine Schl\u00fcsselkompetenz f\u00fcr ein gelingendes Leben und auch daf\u00fcr, dass man von Bedeutung ist f\u00fcr die Mitwelt, f\u00fcr das soziale Gef\u00fcge, in dem man sich bewegt\u201c. Diese sollte \u201evon der Liebe geleitet\u201c, \u201ein der Wahrheit zuhause und in allem Wachsen auf Christus hin geordnet\u201c sein. \u201eIn einer solchen M\u00fcndigkeit werden wir nicht nur in unserem pers\u00f6nlichen Leben auf ihn hin wachsen, sondern auch unsere Kirchen und Gemeinschaften so weiterentwickeln k\u00f6nnen, dass Trennendes \u00fcberwunden wird und wir gemeinsam zur Einheit im Glauben und zur Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, gemeinsam zur vollen Gr\u00f6\u00dfe, die der F\u00fclle Christi entspricht.\u201c<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> <strong>\u201eReformation neu feiern\u201c<\/strong><br \/> Seit Einf\u00fchrung des Reformationstags als neuem gesetzlichen Feiertag 2018 in Niedersachsen feiern die christlichen Kirchen diesen Tag gemeinsam unter dem Motto: \u201eReformation neu feiern\u201c.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Mit vier Konfessionen diesen Tag \u00f6kumenisch und neu zu feiern, mache deutlich, dass dies nicht ein Tag der Abgrenzung sei, hob der evangelisch-lutherische Pfarrer Tom Oliver Brok hervor. \u201eVielmehr stehen das Miteinander und die Verst\u00e4ndigung zwischen religi\u00f6sen Denkweisen im Vordergrund. Als ein Zeichen, dass alle Weltanschauungen und Religionen sich achten sollten.\u201c<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Wolfgang Adomeit, Bezirks\u00e4ltester im Bezirk Wilhelmshaven der neu-apostolischen Kirche, sagte: \u201eMartin Luther, auf den das Datum des Reformationstages zur\u00fcckgeht, schrieb von der \u201aFreiheit des Christenmenschen\u2018. Als Christen feiern wir diese Freiheit, mit der wir vor Gott und Jesus Christus stehen. Es ist sch\u00f6n, dass wir auch die Freiheit haben, dieses Fest \u00fcber Konfessionsgrenzen hinweg gemeinsam zu begehen. F\u00fcr mich erf\u00fcllt sich hier ansatzweise ein Herzenswunsch Jesu, der Gott um das Eins sein seiner Nachfolger anflehte. Das macht mir Hoffnung und Mut.\u201c<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Die \u00f6kumenische Veranstaltung ist unter <a href=\"http:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/reformationstag\">www.kirche-oldenburg.de\/reformationstag<\/a>&nbsp;weiterhin abrufbar.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum dritten Mal hatten die christlichen Kirchen im Oldenburger Land anl\u00e4sslich des Reformationstages am 31. Oktober zu einer zentralen \u00f6kumenischen Veranstaltung eingeladen. Der Reformationstag steht in Niedersachsen seit Einf\u00fchrung als neuem gesetzlichen Feiertag 2018 unter dem Motto: \u201eReformation neu feiern\u201c. In diesem Jahr war die zentrale \u00f6kumenische Feier im Oldenburger Land gepr\u00e4gt von oft wenig beachteten \u201eKindern\u201c der Reformation: den t\u00e4uferischen Freikirchen. Die bekanntesten t\u00e4uferischen Freikirchen sind Baptisten und Mennoniten. 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