{"id":15922,"date":"2020-11-20T17:29:41","date_gmt":"2020-11-20T16:29:41","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/synode-der-oldenburgischen-kirche-tagte-erstmals-digital\/"},"modified":"2020-11-21T10:17:54","modified_gmt":"2020-11-21T09:17:54","slug":"synode-der-oldenburgischen-kirche-tagte-erstmals-digital","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/synode-der-oldenburgischen-kirche-tagte-erstmals-digital\/","title":{"rendered":"Synode der oldenburgischen Kirche tagte erstmals digital"},"content":{"rendered":"<p>Die Synodalen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg haben auf ihrer zweiten Tagung von Donnerstag, 19. November, bis Freitag, 20. November, mit gro\u00dfer Mehrheit beschlossen, dass die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg sich aus der Tr\u00e4gerschaft des Blockhauses Ahlhorn zur\u00fcckzieht. Der Oberkirchenrat wurde beauftragt, die Kosten f\u00fcr die Schlie\u00dfung und Abwicklung\/R\u00fcckbau zu ermitteln, einen Zeitplan zu erstellen sowie ein betriebswirtschaftliches, organisatorisches und rechtliches Umsetzungskonzept zu entwickeln und umgehend mit der Umsetzung zu beginnen.&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp; &nbsp;<br \/> Angesichts der fortbestehenden Corona-Pandemie tagte die Tagung erstmals digital. Da die Verhandlungen der Synode grunds\u00e4tzlich \u00f6ffentlich sind, konnten Mitarbeitende und Interessierte die Tagung im Live-Stream verfolgen.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;<br \/> Der Beschlussempfehlung des Gemeinsamen Kirchenausschusses zum Blockhaus Ahlhorn folgten die Synodalen mit gro\u00dfer Mehrheit: 38 Synodale stimmten dem Antrag zu bei 16 Gegenstimmen und vier Enthaltungen.<br \/> &nbsp; &nbsp; &nbsp;<br \/> Dar\u00fcber hinaus sieht der Beschluss vor, dass weiterhin \u00dcbernahmeverhandlungen mit anderen Tr\u00e4gern gef\u00fchrt werden k\u00f6nnen unter Einschluss m\u00f6glicher Kooperationen oder Beteiligungen der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg.<br \/> &nbsp; &nbsp;&nbsp;<br \/> F\u00fcr die betroffenen Mitarbeitenden soll unter Sicherung der sozialen Belange wie auch W\u00fcrdigung ihrer langj\u00e4hrigen Verbundenheit auf der Grundlage des geltenden Rechts (Sicherungsordnung der Konf\u00f6deration) eine m\u00f6glichst einvernehmliche L\u00f6sung angestrebt werden. Der Oberkirchenrat wurde beauftragt, dazu zur 3. Tagung der 49. Synode der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg im Mai 2021 \u00fcber den Umsetzungsstand zu berichten.&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp; &nbsp;<\/p>\n<p><strong>Keine leichtfertige Entscheidung<\/strong><br \/> Synodenpr\u00e4sidentin Sabine Bl\u00fctchen betonte, dass die Entscheidung zum Blockhaus Ahlhorn \u201enicht leichtfertig\u201c getroffen worden sei. Eine deutliche Zweidrittelmehrheit gebe \u201eeinen guten Weg\u201c vor.<br \/> &nbsp; &nbsp; &nbsp;<br \/> Bischof Thomas Adomeit dankte nach der geheimen Abstimmung f\u00fcr die klare Entscheidung. \u201eIch freue mich sehr, dass die Synode eine klare Entscheidung zu Ahlhorn getroffen hat. Es sei jedoch eine Entscheidung \u00fcber das Blockhaus Ahlhorn und kein R\u00fcckzug aus der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, so Adomeit. Mit Blick auf die Angebote zu einem Runden Tisch und zu m\u00f6glichen Kooperationen, die in den letzten Tagen insbesondere aus der Lokal- und Kommunalpolitik gekommen seien, betonte Bischof Adomeit, dass er sich \u00fcber diese Initiativen freue und nun sehr hoffe, dass die Initiative m\u00f6glichst bald zusammenkomme. Vielleicht sei es m\u00f6glich, dass bereits im 1. Quartal des kommenden Jahres Ergebnisse \u00fcber die Verhandlungen einer Nachnutzung vorliegen k\u00f6nnten.&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp; &nbsp;<br \/> In der Einbringung des Tagesordnungspunkts \u00fcber die Zukunft des Blockhauses Ahlhorn hatte Bischof Thomas Adomeit betont, es sei eine \u201ebedr\u00fcckende Situation und eine schmerzliche Lage, die wir dort haben\u201c. Viele Menschen im Oldenburger Land verb\u00e4nden mit dem Haus etliche bewegende und pr\u00e4gende Erlebnisse. Ahlhorn sei ein wichtiger Teil der kirchlichen Arbeit der letzten 70 Jahre gewesen. Doch die kirchliche Handlungsf\u00e4higkeit sei beschr\u00e4nkt vom finanziellen Rahmen. Es gehe um \u201ezuk\u00fcnftige Handlungsf\u00e4higkeit der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg\u201c, die sich auch an den finanziellen Spielr\u00e4umen festmachen lassen m\u00fcsse.<\/p>\n<p><strong>Hohe Zusch\u00fcsse und Investitionen in Millionenh\u00f6he n\u00f6tig<\/strong><br \/> Die 2019 von der Synode in Auftrag gegebene Pr\u00fcfung neuer Belegungsm\u00f6glichkeiten und Betriebsformen sowie eine m\u00f6gliche au\u00dferkirchliche Tr\u00e4gerschaft h\u00e4tten leider zu keinem Erfolg gef\u00fchrt, so Adomeit. Das Blockhaus h\u00e4tte trotz Millionen-Investitionen in den vergangenen Jahren einen hohen sechsstelligen Zuschuss pro Jahr ben\u00f6tigt, Tendenz steigend. Dazu w\u00e4re ein schon bekannter Investitionsstau in Millionenh\u00f6he gekommen.&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp; &nbsp;<br \/> Oberkirchenrat Detlef Mucks-B\u00fcker hatte vor der Abstimmung klargestellt, dass die oldenburgische Kirche das Blockhaus seit Jahren mit rund 500.000 Euro pro Jahr bezuschusse. Im laufenden Jahr betrage der Zuschuss sogar 786.000 Euro und f\u00fcr das kommende Jahr w\u00fcrden 870.000 Euro veranschlagt. Zwar seien in die Einrichtung in den vergangenen Jahren 5,9 Millionen Euro investiert worden, doch gebe es zus\u00e4tzlich nach wie vor einen Investitionsstau von 2,3 Millionen. Au\u00dferdem sehe das kirchliche Haushaltsrecht vor, dass 4,53 Millionen Euro an R\u00fccklagen gebildet werden m\u00fcssten. Momentan seien es gerade einmal 200.000 Euro vorhanden.&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp;&nbsp;<br \/> <strong>\u201eAusgesprochen zufrieden\u201c mit erster digitaler Synodentagung<\/strong><br \/> \u201eAusgesprochen zufrieden\u201c zeigte sich Synodenpr\u00e4sidentin Sabine Bl\u00fctchen mit dem Verlauf der ersten digitalen Synodentagung der oldenburgischen Kirche. \u201eDie Diskussionen verliefen in gewohnt guter Qualit\u00e4t und die wichtigen Themen wurden weitgehend ausdiskutiert\u201c, so Bl\u00fctchen.&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp;&nbsp;<br \/> <strong>Synodenentscheidung zu transidenten Menschen<\/strong><br \/> Am Freitag sprachen sich die Synodalen weiterhin mit gro\u00dfer Mehrheit f\u00fcr die Abschaffung des sogenannten Transsexuellengesetzes von 1980 aus und ermutigten \u201ealle in Politik und Gesellschaft Verantwortlichen, sich f\u00fcr ein menschenrechtkonformes Gesetz einzusetzen, das das Selbstbestimmungsrecht der Transidenten achtet und das Verwaltungsaktverfahren bez\u00fcglich der Personenstands\u00e4nderung vereinfacht.\u201c Zugleich soll innerhalb der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) auf ein gesteigertes und gesch\u00e4rftes Bewusstsein f\u00fcr transidente Anliegen hingewirkt werden.<br \/> &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;<br \/> Synodenpr\u00e4sidentin Sabine Bl\u00fctchen betonte im Anschluss an die Tagung, dass \u201etransidente Menschen immer noch unter der hohen Diskriminierung zu leiden haben.\u201c Die Synode habe mit ihrem Beschluss Beistand gegeben. \u201eDas ist ein gutes Signal der Kirche\u201c, so Bl\u00fctchen.&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;<br \/> Auch f\u00fcr Bischof Thomas Adomeit war das synodale Votum zur Transidentit\u00e4t ein \u201eHighlight\u201c der Synode. Nach dem synodalen Beschluss im Jahr 2018 zur \u201eTrauung f\u00fcr alle\u201c sei dies nun die zweite wegweisende Entscheidung. Sie zeige, \u201edass vor Gottes Angesicht alle Menschen unendlich wertvoll sind\u201c.&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp;&nbsp;<br \/> <strong>Synode beschlie\u00dft ausgeglichenen Haushalt f\u00fcr das Jahr 2021&nbsp;<\/strong><br \/> Am Freitag haben die Synodalen weiterhin das Haushaltsgesetz f\u00fcr das Jahr 2021 beschlossen. Die ordentlichen Ertr\u00e4ge belaufen sich auf 93,9 Mio. Euro und die Aufwendungen auf 100,1 Mio. Euro. Die Finanzertr\u00e4ge 2021 wurden auf 1,53 Mio. Euro festgestellt. Bei einer geplanten R\u00fccklagenentnahme in H\u00f6he von 4,7 Mio. Euro wurde somit f\u00fcr das Haushaltsjahr 2021 ein ausgeglichener Haushalt beschlossen. Aufgrund des Beschlusses zum Blockhaus Ahlhorn hatten sich Ver\u00e4nderungen f\u00fcr die Haushaltsplanung ergeben, die eine h\u00f6here R\u00fccklagenentnahme notwendig machten.&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;<br \/> Oberkirchenr\u00e4tin Dr. Susanne Teichmanis hatte in ihrer Einbringungsrede zum Haushaltsgesetz am Donnerstag betont, dass die Haushaltsplanung gravierende Einsparma\u00dfnahmen enthalte, um die R\u00fccklagenentnahme so gering wie m\u00f6glich zu halten. So seien die Personalkosten in allen Stellenpl\u00e4nen, auch im Pfarrstellenbereich, f\u00fcr das Jahr 2021 mit einer sechsmonatigen Pflichtvakanz kalkuliert worden. Die Sachkosten seien, von Ausnahmen in innovationstr\u00e4chtigen Bereichen wie der IT abgesehen, auf den Stand des Durchschnittswertes der IST-Werte aus den Jahren 2017 bis 2019 eingefroren worden. Und zus\u00e4tzlich seien die Mittel f\u00fcr Investitionszusch\u00fcsse f\u00fcr Bauma\u00dfnahmen in den Kirchengemeinden, die sogenannte Baulistenmittel, auf einen deutlich reduzierten Sockelbetrag f\u00fcr Unvorhergesehenes und Unaufschiebbares abgesenkt worden.<br \/> &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;<br \/> <strong>Zuweisungen an die Kirchengemeinden stabil<\/strong><br \/> Erfreut zeigte sich Teichmanis, dass es gelungen sei, die Zuweisungen an die Kirchengemeinden nicht k\u00fcrzen zu m\u00fcssen. Diese Entscheidung, die im Controllingausschuss und im Kirchensteuerbeirat ausf\u00fchrlich beraten wurde, sei aber ein weiterer Grund, warum f\u00fcr den Ausgleich des gesamtkirchlichen Haushalts eine R\u00fccklagenentnahme notwendig sei.<br \/> &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;<br \/> Synodenpr\u00e4sidentin Sabine Bl\u00fctchen betonte, es sei in der aktuellen, schwierigen Situation \u201eeine gute Nachricht, dass keine Einschnitte f\u00fcr die Kirchengemeinden vorgenommen wurden.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp; &nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen und Beschl\u00fcsse sowie Fotos zur Synodentagung finden Sie unter: <a href=\"http:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/kirche-gemeinden\/synode\/249-synode\/\">www.kirche-oldenburg.de\/kirche-gemeinden\/synode\/249-synode\/<\/a>&nbsp;&nbsp;<\/strong><br \/> &nbsp;<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/nc\/aktuell\/pressemitteilungen\/artikel\/synode-der-oldenburgischen-kirche-tagte-erstmals-digital\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Synode der oldenburgischen Kirche tagte erstmals digital<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Synodalen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg haben auf ihrer zweiten Tagung von Donnerstag, 19. 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