{"id":15926,"date":"2020-11-17T22:25:00","date_gmt":"2020-11-17T21:25:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/volkstrauertag-die-wuerde-beginnt-mit-dem-namen\/"},"modified":"2020-11-21T10:17:54","modified_gmt":"2020-11-21T09:17:54","slug":"volkstrauertag-die-wuerde-beginnt-mit-dem-namen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/volkstrauertag-die-wuerde-beginnt-mit-dem-namen\/","title":{"rendered":"Volkstrauertag: \u201eDie W\u00fcrde beginnt mit dem Namen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Am Volkstrauertag, 15. November, hat die Ev.-luth. Kirchengemeinde Blexen in einem Gottesdienst in der St.-Hippolyt-Kirche der 154 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter gedacht, die durch harte Arbeit und menschenunw\u00fcrdige Zust\u00e4nde im Lager Papenkuhle zu Tode gekommen sind. Die Stadt Nordenham hatte zum diesj\u00e4hrigen Volkstrauertag 75 Jahre nach Kriegsende die Grabst\u00e4tte aufgewertet und mit zwei Stelen versehen. Auf ihnen sind nun die Namen der 154 dort Begrabenen in deutscher und russischer Sprache aufgef\u00fchrt.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> \u201eDie W\u00fcrde beginnt mit dem Namen\u201c sagte Bischof Thomas Adomeit in seiner Predigt, in der er den Bogen vom ersten \u201eBestseller\u201c der Geschichte, dem Anti-Kriegsroman \u201eIm Westen nichts Neues\u201c, bis in die Gegenwart schlug. Die Bibel erinnere uns am Ende des Kirchenjahres an die Endlichkeit unseres Lebens, aber sie lenke&nbsp;gleichzeitig den Blick \u00fcber den Tod in Gottes Ewigkeit hinaus. Leid durch Krankheit und Tod geh\u00f6rten zum Leben dazu, aber ein anderes seien&nbsp;Leid und Sterben, die durch unz\u00e4hlige Kriege in die Welt gebracht wurden und werden. Adomeit begr\u00fc\u00dfte die Initiative der Stadt Nordenham, der Grabst\u00e4tte nun einen angemessenen Rahmen und den zu Tode Gekommenen ihre Namen und ihre W\u00fcrde zur\u00fcckzugeben.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Kreispfarrerin Christiane Geerken-Thomas ging im Gottesdienst in einer kurzen Ansprache auf die n\u00e4heren Umst\u00e4nde der Internierung ein und verband sie mit pers\u00f6nlichen Erfahrungen ihrer Familie auf einem Soldatenfriedhof auf Kreta. Dort entdeckten ihre Kinder auf den Namenstafeln Mitglieder der eigenen Familie, die dort ihr Leben gelassen haben. \u201eGedenkorte wie der in Blexen sind heute notwendiger denn je, damit wir die Schrecken des Krieges nicht vergessen und uns zum Frieden mahnen lassen\u201c, so die Kreispfarrerin.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Anders als geplant konnte die Kantorei Blexen unter der Leitung von Kreiskantor Gebhard von Hirschhausen aufgrund der aktuellen Corona-Bestimmungen nur in der Besetzung von vier S\u00e4ngerinnen und S\u00e4ngern auftreten und den Gottesdienst mitgestalten. Aber auch so setzten sie zwischen den Elementen des Gottesdienstes bewegende musikalische Akzente.<br \/> &nbsp; &nbsp;&nbsp;<br \/> Aufgrund der aktuellen Infektionslage mussten auch das anschlie\u00dfende Totengedenken zum Volkstrauertag und die Kranzniederlegungen am Hochkreuz auf dem Friedhof I und bei den Zwangsarbeitern auf dem Friedhof II unter weitgehendem Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit stattfinden. Bischof Thomas Adomeit, B\u00fcrgermeister Carsten Seyfahrt und Kreispfarrerin Christiane Geerken-Thomas zeigten sich nach der Kranzniederlegung und einem stillen Gedenken an der neuen St\u00e4tte beeindruckt von ihrer schlichten, w\u00fcrdigen Neugestaltung.<br \/> &nbsp;&nbsp;<br \/> Seit dem Volkstrauertag informiert nun auch eine am Eingang zum Friedhof platzierte Tafel die Besuchenden&nbsp;\u00fcber die Hintergr\u00fcnde des Arbeitslagers und der Grabanlage. Sie wurde vom Volksbund Deutsche Kriegsgr\u00e4berf\u00fcrsorge erstellt.<br \/> &nbsp;&nbsp;<br \/> B\u00fcrgermeister Seyfahrt bedauerte die kurzfristige Absage der offiziellen Gedenkfeier zur Vorstellung der neuen Anlage, betonte aber, dass diese nachgeholt werde, sobald die Umst\u00e4nde eine Planung wieder m\u00f6glich machen.<\/p>\n<p><em>Ein Beitrag von Pfarrer Dietmar Reumann-Cla\u00dfen.<\/em><\/p>\n<p>Kranzniederlegung auf dem Friedhof mit Bischof Thomas Adomeit (re.) und B\u00fcrgermeister Carsten Seyfahrt (li.). Foto: Nordwestzeitung\/Rolf Bultmann<br \/> Kranzniederlegung auf dem Friedhof mit Bischof Thomas Adomeit (re.) und B\u00fcrgermeister Carsten Seyfahrt (li.). Foto: Nordwestzeitung\/Rolf Bultmann<br \/> Die Grabst\u00e4tte habe nun einen angemessenen Rahmen und habe den zu Tode Gekommenen ihre Namen und ihre W\u00fcrde zur\u00fcckgeben, so Bischof Adomeit. Foto: Dietmar Reumann-Cla\u00dfen<br \/> Geschichts- und Erinnerungstafel am Eingang zum Friedhof in Blexen. Foto: Dietmar Reumann-Cla\u00dfen<br \/> &nbsp;<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/aktuell\/aus-den-kirchenkreisen\/artikel\/volkstrauertag-die-wuerde-beginnt-mit-dem-namen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Volkstrauertag: \u201eDie W\u00fcrde beginnt mit dem Namen\u201c<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Volkstrauertag, 15. November, hat die Ev.-luth. Kirchengemeinde Blexen in einem Gottesdienst in der St.-Hippolyt-Kirche der 154 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter gedacht, die durch harte Arbeit und menschenunw\u00fcrdige Zust\u00e4nde im Lager Papenkuhle zu Tode gekommen sind. Die Stadt Nordenham hatte zum diesj\u00e4hrigen Volkstrauertag 75 Jahre nach Kriegsende die Grabst\u00e4tte aufgewertet und mit zwei Stelen versehen. 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