{"id":16077,"date":"2020-12-05T09:41:00","date_gmt":"2020-12-05T08:41:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/umfrage-nur-wenige-geschlechtseintraege-divers-antidiskriminierungsstelle-intersexuelle-werden-benachteiligt\/"},"modified":"2020-12-08T10:17:53","modified_gmt":"2020-12-08T09:17:53","slug":"umfrage-nur-wenige-geschlechtseintraege-divers-antidiskriminierungsstelle-intersexuelle-werden-benachteiligt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/umfrage-nur-wenige-geschlechtseintraege-divers-antidiskriminierungsstelle-intersexuelle-werden-benachteiligt\/","title":{"rendered":"Umfrage: Nur wenige Geschlechtseintr\u00e4ge \u00abdivers\u00bb &#8211; Antidiskriminierungsstelle: Intersexuelle werden benachteiligt\u00a0"},"content":{"rendered":"<p>G\u00f6ttingen\/Hannover (epd). Trotz der rechtlichen M\u00f6glichkeit haben bislang nur wenige intersexuelle Menschen ihren Geschlechtseintrag im Personenstandsregister auf \u00abdivers\u00bb \u00e4ndern lassen. Das ergab eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) unter den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden deutscher Gro\u00dfst\u00e4dte. Auch w\u00e4hlten wenige Eltern direkt nach der Geburt ihres Kindes den Geschlechtseintrag \u00abdivers\u00bb. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes beklagt eine anhaltende Diskriminierung von intergeschlechtlichen und geschlechtsdiversen Menschen in privaten wie beruflichen Lebensbereichen.<\/p>\n<p>Der Bundestag hatte am 14. Dezember 2018 beschlossen, dass es im Geburtenregister neben dem m\u00e4nnlichen und weiblichen Geschlecht auch eine dritte Option sowie die M\u00f6glichkeit der Streichung des Eintrags geben soll. Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes am 22. Dezember 2018 haben Personen gegen Vorlage eines Attests, das eine \u00abVariante der Geschlechtsentwicklung\u00bb best\u00e4tigt, die M\u00f6glichkeit, den Eintrag zu wechseln. Bis dahin gab es lediglich die M\u00f6glichkeit, dass Standesbeamte die Geburt ohne eine Geschlechtsangabe eintragen &#8211; das hatte aber das Bundesverfassungsgerichts als diskriminierend verboten.<\/p>\n<p>In nieders\u00e4chsischen Gro\u00dfst\u00e4dten haben davon aber bisher kaum Menschen Gebrauch gemacht. In G\u00f6ttingen waren es insgesamt vier, die den Eintrag auf \u00abdivers\u00bb \u00e4ndern lie\u00dfen. In Braunschweig waren es drei Personen, in Osnabr\u00fcck nur eine. Die Landeshauptstadt Hannover z\u00e4hlte 2019 und 2020 insgesamt 34 \u00c4nderungen des Geschlechtseintrages, sie erfasst aber nicht, ob am Ende m\u00e4nnlich, weiblich oder divers im Register steht. In keiner der vier St\u00e4dte haben Eltern schon bei der Geburt eines Kindes \u00abdivers\u00bb eintragen lassen.<\/p>\n<p>Bundesweiter Spitzenreiter ist Berlin, wo 2019 insgesamt 14 Personen im Personenstandsregister ihren Geschlechtereintrag auf \u00abdivers\u00bb \u00e4ndern lie\u00dfen. 2020 waren es bis Ende September sechs Personen. Nur ein Elternpaar w\u00e4hlte bei der Geburt seines Kindes 2019 den Geschlechtseintrag \u00abdivers\u00bb.<\/p>\n<p>Besonders sticht die mit rund 315.00 Einwohnern vergleichsweise kleine Stadt M\u00fcnster heraus, wo 2019 f\u00fcnf Menschen ihre Geschlechtsangaben in \u00abdivers\u00bb \u00e4nderten. 2020 gab es bisher 16 \u00c4nderungen.<\/p>\n<p>In Hamburg lie\u00dfen 2019 neun Personen ihren Geschlechtseintrag von m\u00e4nnlich oder weiblich in \u00abdivers\u00bb \u00e4ndern lassen. 2020 waren es bisher sechs.<\/p>\n<p>In M\u00fcnchen gab es acht entsprechende \u00c4nderungen 2019 sowie sechs \u00c4nderungen im Jahr 2020. Je einmal in den beiden Jahren entschieden sich Eltern dort f\u00fcr die dritte Option bei ihrem Neugeborenen.<\/p>\n<p>Die Stadt D\u00fcsseldorf verzeichnete zwei \u00c4nderungen zum Geschlechtseintrag \u00abdivers\u00bb, je einen im Jahr 2019 und 2020. In K\u00f6ln wurden lediglich zwei Geschlechtseintr\u00e4ge entsprechend ge\u00e4ndert, beide im Jahr 2020.<\/p>\n<p>Das Standesamt in Frankfurt am Main trug vier \u00c4nderungen des Geschlechtseintrags in \u00abdivers\u00bb im Jahr 2019 in das Geburtenregister ein, im Jahr 2020 bis jetzt keine. Stuttgart verzeichnete 2019 einen einzigen Antrag auf \u00abdivers\u00bb, 2020 bisher zwei. In Dresden machten bislang zwei Personen von der dritten Option Gebrauch. Beide F\u00e4lle wurden 2019 registriert.<\/p>\n<p>F\u00fcr den \u00abBundesverband Trans*\u00bb sind die Ergebnisse nicht \u00fcberraschend. \u00abNicht alle, die sich als &#8216;divers&#8217; verorten, wollen auch den Eintrag\u00bb, sagte Gabriel_Nox Koenig, zust\u00e4ndig f\u00fcr \u00d6ffentlichkeitsarbeit. F\u00fcr den Geschlechtseintrag \u00abdivers\u00bb m\u00fcsse ein \u00e4rztliches Attest vorliegen. \u00abViele intergeschlechtliche Personen empfinden dies als Zumutung.\u00bb<\/p>\n<p>Der Bundesverband Intersexuelle Menschen erg\u00e4nzte, einige Personen h\u00e4tten Angst vor Diskriminierung im privaten und beruflichen Bereich, wenn sie den Eintrag in \u00abdivers\u00bb \u00e4ndern lie\u00dfen. Dies spiegelt sich auch in der Beratungspraxis der Antidiskriminierungsstelle des Bundes wider: Seit Ende 2018 habe es 120 Anfragen von Menschen gegeben, die als Grund ihrer Benachteiligung \u00abinter*\u00bb angegeben haben. Davon entfielen 29 auf den Bereich Arbeitsmarkt.<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/aktuell\/news-niedersachsen\/artikel\/umfrage-nur-wenige-geschlechtseintraege-divers-antidiskriminierungsstelle-intersexuelle-werden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Umfrage: Nur wenige Geschlechtseintr\u00e4ge \u00abdivers\u00bb &#8211; Antidiskriminierungsstelle: Intersexuelle werden benachteiligt\u00a0<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00f6ttingen\/Hannover (epd). Trotz der rechtlichen M\u00f6glichkeit haben bislang nur wenige intersexuelle Menschen ihren Geschlechtseintrag im Personenstandsregister auf \u00abdivers\u00bb \u00e4ndern lassen. Das ergab eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) unter den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden deutscher Gro\u00dfst\u00e4dte. Auch w\u00e4hlten wenige Eltern direkt nach der Geburt ihres Kindes den Geschlechtseintrag \u00abdivers\u00bb. 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