{"id":16323,"date":"2021-01-10T09:14:00","date_gmt":"2021-01-10T08:14:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/evangelische-theologen-fuer-sterbehilfe-in-kirchlichen-einrichtungen\/"},"modified":"2021-01-12T10:17:42","modified_gmt":"2021-01-12T09:17:42","slug":"evangelische-theologen-fuer-sterbehilfe-in-kirchlichen-einrichtungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/evangelische-theologen-fuer-sterbehilfe-in-kirchlichen-einrichtungen\/","title":{"rendered":"Evangelische Theologen f\u00fcr Sterbehilfe in kirchlichen Einrichtungen"},"content":{"rendered":"<p>Hannover\/Frankfurt a.M. (epd). Hochrangige Vertreter der evangelischen Kirche pl\u00e4dieren nach einem Bericht der \u00abFrankfurter Allgemeinen Zeitung\u00bb (Montag) f\u00fcr die M\u00f6glichkeit eines assistierten professionellen Suizids in kirchlich-diakonischen Einrichtungen. In einer unter anderem von Diakonie-Pr\u00e4sident Ulrich Lilie und dem hannoverschen Landesbischof Ralf Meister unterzeichneten Stellungnahme hei\u00dft es demnach, kirchliche Einrichtungen sollten eine bestm\u00f6gliche medizinische und pflegerische Palliativversorgung sicherstellen. Zugleich d\u00fcrften sie sich aber dem freiverantwortlichen Wunsch einer Person nicht verweigern, ihrem Leben mit \u00e4rztlicher Hilfe ein Ende zu setzen.<\/p>\n<p>Das Bundesverfassungsgericht hatte im Februar vergangenen Jahres im Wesentlichen den Klagen von Sterbehilfeorganisationen, \u00c4rzten und Einzelpersonen Recht gegeben, die sich gegen das Verbot organisierter &#8211; sogenannter gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfiger &#8211; Hilfe bei der Selbstt\u00f6tung richteten. Die Karlsruher Richter erkl\u00e4rten das entsprechende Gesetz f\u00fcr nichtig und begr\u00fcndeten dies mit dem Recht auf selbstbestimmtes Sterben, das auch Dritten die Assistenz beim Suizid erlaube.<\/p>\n<p>Landesbischof Meister hatte nach dem Urteil wiederholt erkl\u00e4rt, es gebe ein Recht auf ein selbstbestimmtes Sterben. Diakonie-Pr\u00e4sident Lilie sagte im Dezember dem Evangelischen Pressedienst (epd), Pr\u00e4vention zur Verhinderung eines Suizids sei f\u00fcr die Diakonie \u00abdas erste Gebot\u00bb. \u00abDanach sagen wir aber auch: Wir begleiten alle Menschen, auch diejenigen, die trotz all dieser Angebote den Weg des assistierten Suizids w\u00e4hlen.\u00bb<\/p>\n<p>In der Stellungnahme hei\u00dft es laut Vorabmeldung der FAZ weiter: \u00abLeider gibt es im Umgang mit Suizidenten durch die Kirche eine lange Schuldgeschichte.\u00bb Heute gebiete es der \u00abaus dem christlichen Glauben entspringende Respekt vor der Selbstbestimmung\u00bb, dem Sterbewilligen Beratung, Unterst\u00fctzung und Begleitung anzubieten. Kirchliche Einrichtungen m\u00fcssten Orte sein, in denen Suizid auf \u00absichere und nicht qualvolle Weise\u00bb vollzogen werden k\u00f6nne. Durch eine Professionalisierung der Selbstt\u00f6tung, die die Begleitung der Sterbenden wie seiner Angeh\u00f6rigen durch qualifizierte Seelsorgerinnen und Seelsorger einbeziehe, k\u00f6nne auch der gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfigen Suizidbeihilfe die Grundlage entzogen werden.<\/p>\n<p>Kritik kam umgehend von der katholischen Kirche. Die Erm\u00f6glichung des assistierten Suizids sei \u00abnicht die richtige Antwort auf die Lebenssituationen von Menschen, die Suizidw\u00fcnsche entwickeln oder Suizidabsichten haben\u00bb, erkl\u00e4rte der Sprecher der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, am Sonntag. Und weiter: \u00abNicht die Hilfestellung zum Suizid, sondern die Unterst\u00fctzung bei der Entwicklung von Lebensperspektiven ist in diesen Situationen geboten. Den subtilen Druck, dem assistierten Suizid zuzustimmen, um am Ende des Lebens anderen nicht zur Last zu fallen, halten wir f\u00fcr eine gro\u00dfe Gefahr.\u00bb<\/p>\n<p>Die Stiftung Patientenschutz erkl\u00e4rte, es werde von \u00abh\u00f6chstem Interesse sein, wie Tausende Pflegeeinrichtungen und Krankenh\u00e4user in protestantischer Tr\u00e4gerschaft die Suizidbeihilfe organisieren wollen. Denn lebenssatte, einsame, pflegebed\u00fcrftige oder psychisch erkrankte Menschen haben ebenso ein Recht auf Hilfe zur Selbstt\u00f6tung.\u00bb Es werde Zeit, dass sich die evangelischen Kirchen in Deutschland der Diskussion in aller Breite stellen. \u00abDann wird auch klar, ob die Vorschl\u00e4ge mehrheitsf\u00e4hig und verantwortungsbewusst sind\u00bb, erkl\u00e4rte Stiftungsvorstand Eugen Brysch.<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/aktuell\/news-niedersachsen\/artikel\/evangelische-theologen-fuer-sterbehilfe-in-kirchlichen-einrichtungen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Evangelische Theologen f\u00fcr Sterbehilfe in kirchlichen Einrichtungen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hannover\/Frankfurt a.M. (epd). 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