{"id":16352,"date":"2021-01-13T17:33:00","date_gmt":"2021-01-13T16:33:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/noetige-gesetzesaenderung-bei-sterbehilfe-fuehrt-weiter-zu-diskussionen\/"},"modified":"2021-01-14T22:17:34","modified_gmt":"2021-01-14T21:17:34","slug":"noetige-gesetzesaenderung-bei-sterbehilfe-fuehrt-weiter-zu-diskussionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/noetige-gesetzesaenderung-bei-sterbehilfe-fuehrt-weiter-zu-diskussionen\/","title":{"rendered":"N\u00f6tige Gesetzes\u00e4nderung bei Sterbehilfe f\u00fchrt weiter zu Diskussionen"},"content":{"rendered":"<p>Braunschweig\/Frankfurt (epd). Innerhalb der evangelischen Kirche wird weiter \u00fcber den Vorsto\u00df f\u00fchrender Theologen diskutiert, in diakonischen Einrichtungen Sterbehilfe zuzulassen. Der Pr\u00e4ses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, sprach sich am Mittwoch gegen die M\u00f6glichkeit von Sterbehilfe in solchen Einrichtungen aus. Die Begleitung bis zum Lebensende schlie\u00dfe f\u00fcr Seelsorger die Beschaffung oder Verabreichung eines Mittels zur Selbstt\u00f6tung \u00abkategorisch aus\u00bb, schrieb er in seinem Pr\u00e4sesblog. Die Zusammenarbeit mit Vereinigungen, die organisiert oder gewerbsm\u00e4\u00dfig eine F\u00f6rderung der Selbstt\u00f6tung betreiben, sei \u00abebenfalls ausgeschlossen\u00bb.<\/p>\n<p>Hochrangige evangelische Theologen &#8211; darunter auch der Pr\u00e4sident der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie &#8211; hatten sich am Montag in einer Stellungnahme f\u00fcr die M\u00f6glichkeit von Sterbehilfe in kirchlich-diakonischen Einrichtungen ausgesprochen. Die Einrichtungen sollten eine bestm\u00f6gliche medizinische und pflegerische Palliativversorgung sicherstellen, hei\u00dft es darin. Zugleich d\u00fcrften sie sich aber dem freiverantwortlichen Wunsch einer Person nicht verweigern, ihrem Leben mit \u00e4rztlicher Hilfe ein Ende zu setzen. Offiziell wird in der evangelischen sowie in der katholischen Kirche die M\u00f6glichkeit zur Suizidassistenz abgelehnt.<\/p>\n<p>Auch der Palliativmediziner Rainer Pr\u00f6nneke ist strikt dagegen, Menschen in evangelischen Alten- und Pflegeheimen oder Krankenh\u00e4usern einen medizinisch assistierten Suizid zu erm\u00f6glichen. F\u00fcr evangelische Krankenh\u00e4user halte er dies von ihrem Selbstverst\u00e4ndnis her f\u00fcr ausgeschlossen, sagte der Chefarzt des Marienstifts in Braunschweig dem Evangelischen Pressedienst (epd). Dort gelte das Gebot, nicht t\u00f6ten zu d\u00fcrfen. Pr\u00f6nneke ist im Vorstand des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes. Mit Berufung auf die Selbstbestimmung n\u00e4hmen Menschen auch andere in die Pflicht. Es m\u00fcsse ausgeschlossen bleiben, dass Mediziner oder Pflegepersonal dadurch unter Druck gerieten, sich an einer Selbstt\u00f6tung zu beteiligen.<\/p>\n<p>Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Debatte \u00fcber Sterbehilfe ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem vergangenen Februar. Die Verfassungsrichter hatten den Klagen von Sterbehilfeorganisationen, \u00c4rzten und Einzelpersonen Recht gegeben, die sich gegen das 2015 verabschiedete Verbot organisierter &#8211; sogenannter gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfiger &#8211; Hilfe bei der Selbstt\u00f6tung richteten. Die Karlsruher Richter erkl\u00e4rten das entsprechende Gesetz f\u00fcr nichtig und begr\u00fcndeten das mit dem Recht auf selbstbestimmtes Sterben, das auch Dritten die Assistenz beim Suizid erlaube.<\/p>\n<p>Bundestagspr\u00e4sident Wolfgang Sch\u00e4uble (CDU) sagte am Mittwoch in Berlin, das Gerichtsurteil l\u00f6se bei ihm Unbehagen aus. Die damalige Debatte im Bundestag, die zum Beschluss des Verbots gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfiger Sterbehilfe f\u00fchrte, sei \u00abein Musterbeispiel f\u00fcr einen parlamentarischen Entscheidungsprozess jenseits der durch die Fraktionsbindung vorgegebenen Mehrheiten\u00bb gewesen. Es sei ein intensiver und breiter Prozess gewesen. \u00abIch habe noch immer ein leichtes Unbehagen bei der Vorstellung, dass eine solche Entscheidung dann durch die Herausarbeitung eines neuen Grundrechtsverst\u00e4ndnisses korrigiert wird\u00bb, sagte der Jurist Sch\u00e4uble, der der evangelischen Kirche angeh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts gilt in Deutschland wieder die Rechtslage von vor 2016, wonach Sterbehilfeorganisationen Suizidassistenz leisten d\u00fcrfen. Ob der Bundestag noch in der laufenden, im September zu Ende gehenden Wahlperiode ein neues Gesetz beschlie\u00dft, das Sterbehilfeorganisationen zumindest konkrete Regeln daf\u00fcr vorgibt oder \u00c4rzten die Suizidassistenz erlaubt, ist bislang offen.<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/aktuell\/news-niedersachsen\/artikel\/noetige-gesetzesaenderung-bei-sterbehilfe-fuehrt-weiter-zu-diskussionen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">N\u00f6tige Gesetzes\u00e4nderung bei Sterbehilfe f\u00fchrt weiter zu Diskussionen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Braunschweig\/Frankfurt (epd). Innerhalb der evangelischen Kirche wird weiter \u00fcber den Vorsto\u00df f\u00fchrender Theologen diskutiert, in diakonischen Einrichtungen Sterbehilfe zuzulassen. Der Pr\u00e4ses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, sprach sich am Mittwoch gegen die M\u00f6glichkeit von Sterbehilfe in solchen Einrichtungen aus. 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