{"id":16420,"date":"2021-01-26T00:01:00","date_gmt":"2021-01-25T23:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/das-licht-der-welt\/"},"modified":"2021-01-26T10:18:00","modified_gmt":"2021-01-26T09:18:00","slug":"das-licht-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/das-licht-der-welt\/","title":{"rendered":"Das Licht der Welt"},"content":{"rendered":"<p>Jesus Christus spricht:&nbsp;<br \/> Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. &nbsp;&nbsp; &nbsp;<em>Johannes 8,12<\/em><br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Vor etwa einem Jahr wurde in der chinesischen Millionenstadt Wuhan der erste Lockdown als Ma\u00dfnahme gegen den dortigen Ausbruch der Corona-Pandemie eingef\u00fchrt. Zum damaligen Zeitpunkt war es noch unvorstellbar, dass dies zehn Wochen sp\u00e4ter auch bei uns so kommen w\u00fcrde. Seitdem versucht die Menschheit, irgendwie damit zurecht zu kommen. Und hofft darauf, das Virus eines Tages besiegen zu k\u00f6nnen.&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> In der Hoffnung, dass sich die Lage endlich wieder zum Besseren \u00e4ndert, schaue ich jeden Morgen gebannt auf die neuesten Infektionszahlen. Seit Wochen mache ich das schon so. Als ob das etwas bringen w\u00fcrde. Seit Monaten aber z\u00e4hlen wir nicht nur die steigenden oder sinkenden Neuinfektionen. Wir z\u00e4hlen auch die infolge der Pandemie Verstorbenen. In Deutschland haben wir inzwischen die Schwelle von 50.000 Toten deutlich \u00fcberschritten. Sp\u00e4testens seit November wissen wir, dass die Pandemie mehr Menschen sterben l\u00e4sst, als dies in den vergangenen Jahren der Fall war. Im Moment ist es so, als ob jeden Tag mehrere Passagierflugzeuge \u00fcber Deutschland abst\u00fcrzen w\u00fcrden.&nbsp;<br \/> Hinzu kommt, dass das Sterben mit Corona ein einsames Sterben ist: keine Sterbebegleitung, kein Abschiednehmen von den Liebsten, kein Mensch, der einem die Hand h\u00e4lt bis zum letzten Atemzug. Das ist nicht nur f\u00fcr die Sterbenden selbst furchtbar. Es hinterl\u00e4sst auch bei den Angeh\u00f6rigen Gef\u00fchle von Schuld und Ohnmacht. Und \u00e4hnlich geht es den Pflegenden in Krankenh\u00e4usern und Seniorenheimen. Solche Erfahrungen k\u00f6nnen dazu f\u00fchren, nicht fertig zu werden mit dem Tod eines nahestehenden Menschen. Und selbst gewohnte Rituale bei Beerdigungen sind Corona-bedingt nur eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Deshalb wird seit l\u00e4ngerem in der \u00d6ffentlichkeit danach gefragt, ob wir nicht ein eigenes Corona-Gedenken f\u00fcr die vielen Tausenden an Verstorbenen brauchen. Damit wir als Gesellschaft auch wahrnehmen, was wirklich mitten unter uns geschieht. Ein Ritual, eine Feier, mit der wir zum Ausdruck bringen: wir vergessen keinen. Damit auch \u00f6ffentlich deutlich wird: jeder einzelne Mensch ist wichtig. Niemand ist verzichtbar: die Alten nicht, die Kranken nicht, die Kinder nicht, Sch\u00fcler*innen nicht \u2013 NIEMAND!&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> In der vergangenen Woche hat Bundespr\u00e4sident Frank-Walter Steinmeier als Zeichen eines gemeinsamen Gedenkens f\u00fcr die mehr als 50.000 Opfer der Corona-Pandemie zur Aktion #lichtfenster aufgerufen. Seit vorigen Freitag stellt der Bundespr\u00e4sident an jedem Abend gut sichtbar ein Licht in ein Fenster seines Amtssitzes, dem Schloss Bellevue in Berlin. Bis zum kommenden Samstag sind wir alle sind aufgerufen, es ihm gleich zu tun. Auf diese Weise k\u00f6nnen wir ein Zeichen setzen, dass wir als Gesellschaft gemeinsam trauern, dass wir die Toten und das Leid der Hinterbliebenen nicht vergessen. In seinem Aufruf schreibt Frank-Walter Steinmeier:<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> \u201eWir stellen ein Licht ins Fenster. Ein Licht der Trauer, ein Licht der Anteilnahme, ein Licht des Mitgef\u00fchls.<br \/> F\u00fcr zu viele Menschen in unserem Land sind diese Corona-Wochen schrecklich dunkle Wochen. Viel zu viele m\u00fcssen um Angeh\u00f6rige trauern. Viel zu viele k\u00e4mpfen auf den Intensivstationen und in den Pflegeheimen um ihr \u00dcberleben. Viel zu viele m\u00fcssen um geliebte Menschen bangen.<br \/> Diese Dunkelheit ist nicht abstrakt, nicht irgendwo weit entfernt. Sie trifft unsere Verwandten und Freunde, unsere Kollegen und Nachbarn, unsere Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrger \u2013 jeden Tag.<br \/> Wir stellen ein Licht ins Fenster, weil wir wissen: \u00dcberall in unserem Land leiden Menschen.<br \/> Wir trauern mit den Angeh\u00f6rigen. Wir w\u00fcnschen den Kranken schnelle Genesung. Mit unseren &#8216;Lichtfenstern&#8217; rufen wir einander zu: Die Toten der Corona-Pandemie sind f\u00fcr uns keine blo\u00dfe Statistik. Auch wenn wir ihre Namen, ihre Familien nicht kennen \u2013 wir wissen: Jede Zahl steht f\u00fcr einen geliebten Menschen, der uns unendlich fehlt.<br \/> Deutschland stellt ein Licht ins Fenster, weil jedes &#8216;Lichtfenster&#8217; uns miteinander verbindet. Unser Licht spendet W\u00e4rme, unser Licht zeigt Mitgef\u00fchl in einer dunklen Zeit. Stellen wir also ein Licht ins Fenster \u2013 und geben wir acht aufeinander.\u201c<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Als Kirchen begr\u00fc\u00dfen wir nicht nur die Aktion #lichtfenster. Wir bef\u00fcrworteten auch eine zentrale Gedenkfeier f\u00fcr die Verstorbenen der Corona-Pandemie, die der Bundespr\u00e4sident f\u00fcr die Zeit nach Ostern angek\u00fcndigt hat. \u201eNicht nur die Menschen, die einen Angeh\u00f6rigen verloren haben, warten auf eine solche \u00f6ffentliche Trauerfeier\u201c, erkl\u00e4rte EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm. \u201eTausende Menschen sterben in diesen Tagen auf den Intensivstationen oder zu Hause. In den Nachrichten erfahren wir t\u00e4glich ihre Zahl. Hinter jedem Todesfall steht eine ganz pers\u00f6nliche Geschichte von Hoffen und Bangen, von Abgr\u00fcnden, die sich auftun, wenn der Kampf um das Leben eines lieben Menschen verloren ist\u201c, erinnert der Ratsvorsitzende.&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Mit den Lichtern wolle man Anteilnahme und Solidarit\u00e4t bekunden. \u201eLasst uns in unseren Gedanken und Gebeten an der Seite derer stehen, die Schmerz und Ohnmacht beim Verlust eines Menschen erlebt haben\u201c, erkl\u00e4rte Bedford-Strohm.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg B\u00e4tzing, hofft ebenfalls auf die aktive Beteiligung vieler Menschen an der Aktion: \u201eWir Christen gedenken jeden Freitag des Todestages Jesu. In dieses Gedenken schlie\u00dfen wir die Opfer der Pandemie ein.\u201c Bischof B\u00e4tzing hat zur Aktion ein Gebet verfasst und l\u00e4dt ein, es beim Anz\u00fcnden einer Kerze zu sprechen:&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> \u201eGott, guter Vater,<br \/> du bist den Menschen nahe, in guten und in schweren Tagen.<br \/> Dein Licht leuchte auch jetzt, in diesen schweren Tagen und Wochen der Pandemie.<br \/> Lass dieses Licht Zeichen der Hoffnung f\u00fcr uns alle sein.<br \/> Wir beten f\u00fcr die Verstorbenen, die der Pandemie zum Opfer gefallen sind und f\u00fcr deren Angeh\u00f6rige.<br \/> Wir beten f\u00fcr die \u00c4rztinnen und \u00c4rzte, Pflegerinnen und Pfleger, Seelsorgerinnen und Seelsorger in den Krankenh\u00e4usern und Heimen.<br \/> Wir beten f\u00fcr die Kranken und Einsamen.<br \/> Sei du ihnen Licht.<br \/> Sei du uns Licht.<br \/> Herr gib unseren Verstorbenen die ewige Ruhe.<br \/> Und das ewige Licht leuchte ihnen.<br \/> Lass sie ruhen in Frieden.<br \/> Amen.\u201c<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Auch wir, jede und jeder einzelne, kann eine Kerze anz\u00fcnden, ein Licht ins Fenster stellen. Es w\u00e4re sch\u00f6n, wenn sich m\u00f6glichst viele daran beteiligen. In Christus selbst haben wir im vollen Wortsinn ein leuchtendes Vorbild: er ist unser Licht der Welt. Ein Licht, das tr\u00f6stet und Hoffnung verbreitet, inmitten aller Dunkelheit. In Christus hilft es uns, nicht die Orientierung zu verlieren. Es steht f\u00fcr die Zusage Gottes: wir sind nicht allein. Amen.<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/nc\/aktuell\/pressemitteilungen\/artikel\/das-licht-der-welt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Das Licht der Welt<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jesus Christus spricht:&nbsp; Ich bin das Licht der Welt. 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