{"id":16715,"date":"2021-03-02T00:01:00","date_gmt":"2021-03-01T23:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/seht-ich-schaffe-neues-schon-spriesst-es-erkennt-ihr-es-nicht\/"},"modified":"2021-03-02T10:17:20","modified_gmt":"2021-03-02T09:17:20","slug":"seht-ich-schaffe-neues-schon-spriesst-es-erkennt-ihr-es-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/seht-ich-schaffe-neues-schon-spriesst-es-erkennt-ihr-es-nicht\/","title":{"rendered":"\u201eSeht, ich schaffe Neues, schon sprie\u00dft es, erkennt ihr es nicht?\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Gestern war der 1. M\u00e4rz, der meteorologische Fr\u00fchlingsanfang. Die dunkelste Zeit des Jahres liegt gerade hinter uns. Die ersten Fr\u00fchlingsvorboten sind schon seit ein paar Wochen da. Unseren Augen noch verborgen k\u00e4mpften sich die Schneegl\u00f6ckchen unter dem Schnee durch den fest gefrorenen Boden. Auf Franz\u00f6sisch hei\u00dft Schneegl\u00f6ckchen \u201eperce-neige\u201c (\u201edie sich durch den Schnee bohrt\u201c). Es ist ein kleines Wunder, dass in der kleinen Blumenzwiebel alles steckt, was die Pflanze zum Wachsen und Bl\u00fchen an N\u00e4hrstoffen braucht. Sie kann mithilfe ihrer Zwiebel durch eingelagerte Salze W\u00e4rme erzeugen und dadurch den gefrorenen Boden um den Bl\u00fctenstiel herum einige Millimeter auftauen. Auch Dietrich Bonhoeffer war fasziniert von der Kraft dieses Pfl\u00e4nzchens und hat einmal formuliert: \u201eIch w\u00fcnsche dir die Lebenskraft des Schneegl\u00f6ckchens, das sich von K\u00e4lte, Eis und Schnee nicht unterkriegen l\u00e4sst und zu seiner Zeit bl\u00fcht\u201c. Diese kleinen Blumen sind ein Hoffnungszeichen. Sie machen deutlich, dass das Leben sich trotz aller schweren Erfahrungen und Herausforderungen nicht unterkriegen l\u00e4sst. Das Leben entfaltet sich neu, auch wenn wir uns das kaum vorstellen k\u00f6nnen. Oft geschieht das im Kleinen, ganz unscheinbar und kaum zu sehen. Und doch geschieht es. Wir m\u00fcssen nur genau hinsehen um es zu entdecken. Das kann Hoffnung geben und Mut machen zu vertrauen in Gott und seine M\u00f6glichkeiten und in die Kraft, die uns geschenkt ist.&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Zum genauen Hinsehen fordern auch folgende Worte heraus: \u201eSeht, ich schaffe Neues, schon sprie\u00dft es, erkennt ihr es nicht?\u201c (Jes 43,19). Dies l\u00e4sst Gott \u00fcber Jesaja ausrichten an politische Gefangene im Exil. Sie haben weit weg von ihrer Heimat ihr Vertrauen auf Gott verloren. Hoffnung gibt es kaum, die Aussichten sind d\u00fcster, ein Ende ist nicht in Sicht. Das erinnert ein wenig an Zeiten der Pandemie. Auch wir stecken mitten in einer Leidenszeit, die mit vielen Einschr\u00e4nkungen und \u00c4ngsten verbunden ist und auch mit Hoffnungslosigkeit. Ein Ende der Pandemie ist nicht in Sicht. Viele plagen Existenzsorgen, Spannungen im h\u00e4uslichen Umfeld sind keine Seltenheit, der unkomplizierte Kontakt zu Mitmenschen fehlt. Wir brauchen dringend Hoffnung auf eine bessere Zukunft allen Widrigkeiten der Gegenwart zum Trotz. Dass die Natur langsam wieder aus dem Winterschlaf zum Leben erwacht, das macht auch etwas mit uns, das gibt auch uns neue Lebenskraft. Ich genie\u00dfe es, wenn die Sonne mir den R\u00fccken w\u00e4rmt, wenn die V\u00f6gel beim Aufwachen zwitschern, die Tage wieder l\u00e4nger werden.&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Immer wieder neu fasziniert mich das zarte Gr\u00fcn der frischen Triebe. Die Farbe Gr\u00fcn steht f\u00fcr alles Neue, f\u00fcr das, was noch wachsen will und kommen wird. Gr\u00fcn ist deswegen auch die Farbe der Hoffnung. Im Mittelalter wurde das Kreuz Jesu oftmals gr\u00fcn gemalt zum Zeichen daf\u00fcr, dass Leid und Schmerz neues Leben hervorbringen k\u00f6nnen. F\u00fcr Hildegard von Bingen (1098-1179) war Gr\u00fcn eine heilige Farbe. Die ber\u00fchmte \u00c4btissin, Naturwissenschaftlerin, Komponistin, Mystikerin und Theologin spricht in ihren Schriften oft von der \u201eGr\u00fcnkraft\u201c, die besonders im Fr\u00fchling zu sehen und zu sp\u00fcren ist. \u201eEs gibt eine Kraft aus der Ewigkeit und diese Kraft ist gr\u00fcn\u201c. Sie verbirgt sich in allem, was die Sch\u00f6pfung hervorbringt: in den Pflanzen, aber auch in einer positiven Lebenseinstellung. Es ist die Lebensenergie, die dem Menschen von Gott geschenkt ist. Aus Gott selbst quillt die gr\u00fcnende Lebenskraft. Gr\u00fcn ist die Farbe des Lebens. Sie beruhigt mich und stimmt mich zuversichtlich, dass Gott mir die Kraft gibt, immer wieder neu zu beginnen.<br \/> &nbsp; &nbsp;<br \/> Gehen Sie im M\u00e4rz mit staunenden Augen durch die Natur. Dann erahnen Sie vielleicht etwas von dem g\u00f6ttlichen Geheimnis in allem, was knospt, gr\u00fcnt und lebt. Und m\u00f6glicherweise w\u00e4chst dann auch das Vertrauen darauf, dass bald wieder eine neue Zeit anbricht: \u201eSeht, ich schaffe Neues, schon sprie\u00dft es, erkennt ihr es nicht?\u201c<br \/> &nbsp;<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/nc\/aktuell\/pressemitteilungen\/artikel\/seht-ich-schaffe-neues-schon-spriesst-es-erkennt-ihr-es-nicht\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eSeht, ich schaffe Neues, schon sprie\u00dft es, erkennt ihr es nicht?\u201c<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern war der 1. M\u00e4rz, der meteorologische Fr\u00fchlingsanfang. Die dunkelste Zeit des Jahres liegt gerade hinter uns. Die ersten Fr\u00fchlingsvorboten sind schon seit ein paar Wochen da. Unseren Augen noch verborgen k\u00e4mpften sich die Schneegl\u00f6ckchen unter dem Schnee durch den fest gefrorenen Boden. 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