{"id":17181,"date":"2021-04-07T16:57:07","date_gmt":"2021-04-07T14:57:07","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/landesmuseum-oldenburg-zeigt-wunderhorn-geschichte\/"},"modified":"2021-04-08T11:17:23","modified_gmt":"2021-04-08T09:17:23","slug":"landesmuseum-oldenburg-zeigt-wunderhorn-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/landesmuseum-oldenburg-zeigt-wunderhorn-geschichte\/","title":{"rendered":"Landesmuseum Oldenburg zeigt \u00abWunderhorn\u00bb-Geschichte"},"content":{"rendered":"<p>Oldenburg (epd). Das Nieders\u00e4chsische Landesmuseum in Oldenburg hat dem wohl ber\u00fchmtesten Trinkgef\u00e4\u00df des Mittelalters eine eigene Ausstellung gewidmet: Das reich verzierte Oldenburger \u00abWunderhorn\u00bb steht bis zum 1. August im Mittelpunkt einer Schau mit Kopien, Gem\u00e4lden und Grafiken aus der Zeit zwischen dem 17. und 21. Jahrhundert, wie das Haus am Mittwoch mitteilte. Es gehe darum, die Geschichte des Prunkst\u00fccks und seine bis heute anhaltenden Nachwirkungen zu zeigen.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\n\u00ab600 Jahre Wunderhorn\u00bb lautet der Titel der Kabinettausstellung, die im Oldenburger Schloss l\u00e4uft. Gefertigt wurde das Original um 1475. Dabei handelt es sich um eine gotische Goldschmiedearbeit, die vermutlich im Auftrag des d\u00e4nischen K\u00f6nigs Christian I. als S\u00fchnestiftung f\u00fcr den K\u00f6lner Dom entstand. Bei dem Oldenburger Gef\u00e4\u00df handelt es sich um eine originalgetreue Kopie aus der Zeit um 1842, die unter anderem mit einem weiteren Duplikat aus der Sammlung des Museums f\u00fcr Hamburgische Geschichte zu sehen ist.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nWie das Original im Zuge der Reformation seinen Weg von K\u00f6ln nach Oldenburg fand, ist bis heute ungekl\u00e4rt. Am Oldenburger Hof war das Trinkhorn nach Informationen des Museums Teil des gr\u00e4flichen Tafelsilbers. Nach dem Tod des kinderlosen Grafen fielen die Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst durch Erbfolge an die k\u00f6niglich-d\u00e4nische Linie des Hauses Oldenburg, die das Horn nach Kopenhagen ins Schloss Rosenborg brachte. Dort befindet es sich noch heute.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nUm die Herkunft ranke sich eine Legende, die die Menschen bis heute in ihren Bann ziehe, hie\u00df es. \u00abVor allem im 19. Jahrhundert stie\u00df das Oldenburger Horn auf gro\u00dfes Interesse bei K\u00fcnstlern und Literaten der Romantik, die sich von dem Begriff &#8216;Wunderhorn&#8217; inspirieren lie\u00dfen und ihn auf eigene Weise interpretierten.\u00bb So gehe beispielsweise die Volksliedersammlung \u00abDes Knaben Wunderhorn\u00bb von Achim von Arnim und Clemens Brentano auf das Oldenburger Trinkhorn zur\u00fcck.<\/p>\n<p><em>epd<\/em><br \/>\n&nbsp; &nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Sage vom Oldenburger \u00abWunderhorn\u00bb&nbsp;<\/strong><br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nAus den Erl\u00e4uterungen des Landesmuseums f\u00fcr Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg:<br \/>\nGraf Otto von Oldenburg war ein eifriger J\u00e4ger und begab sich einmal mit seinen Edelleuten und Dienern auf die Jagd ins Barnef\u00fchrerholz. Als er einem Reh nachjagte, geriet er weit ab von seinem Gefolge. Pl\u00f6tzlich stand er mit seinem Schimmel allein auf dem sandigen Osenberg.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nBei der Hitze war er durstig geworden und sprach zu sich selbst:<br \/>\n\u00abAch Gott, wenn man doch nur einen k\u00fchlen Trunk h\u00e4tte!\u00bb Da tat sich der Osenberg auf, und eine sch\u00f6ne Jungfrau in pr\u00e4chtigen Kleidern mit einem Kranz auf dem gescheitelten Haar trat hervor. Sie reichte dem Grafen ein silbervergoldetes, kunstvoll verziertes J\u00e4gerhorn, das mit einem Trunk gef\u00fcllt war. Als Graf Otto den Inhalt des Hornes n\u00e4her betrachtete, gefiel er ihm nicht, und er weigerte sich zu trinken.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDie Jungfrau redete ihm gut zu: \u00abTrinket nur, lieber Herr, es wird Euch nicht schaden, sondern Euch und dem ganzen Hause samt der Landschaft Oldenburg zum Besten gereichen. Trinkt Ihr aber nicht, so wird Euer Grafenhaus in Zwietracht zerfallen.\u00bb<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nGraf Otto trank nicht, sondern sch\u00fcttete das Nass hinter sich aus. Einige Tropfen spritzten auf den R\u00fccken des Pferdes, und an der Stelle wurde das Haar des Tieres versengt. Als die Jungfrau das sah, verlangte sie ihr Horn zur\u00fcck. Der Graf aber behielt das Trinkhorn und ritt davon. Graf Otto erz\u00e4hlte seinem Gefolge, was ihm widerfahren war, und nahm das Horn mit nach Oldenburg aufs Schloss. Dort wurde es von seinen Nachfolgern als ein besonderes Kleinod betrachtet und hoch in Ehren gehalten. (1599, nach dem lutherischen Theologen und Geschichtsschreiber Hermann Hamelmann)<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<\/p>\n<p><em>epd<\/em>&nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDie Kabinettausstellung \u00ab600 Jahre Wunderhorn\u00bb ist bis zum 1. August im Oldenburger Schloss zu sehen. Sie ist&nbsp;ge\u00f6ffnet dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr.<br \/>\nBesuchstermin k\u00f6nnen online gebucht werden (<a href=\"http:\/\/www.landesmuseum-ol.de\">www.landesmuseum-ol.de<\/a>).<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/news-niedersachsen\/artikel\/landesmuseum-oldenburg-zeigt-wunderhorn-geschichte\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Landesmuseum Oldenburg zeigt \u00abWunderhorn\u00bb-Geschichte<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oldenburg (epd). Das Nieders\u00e4chsische Landesmuseum in Oldenburg hat dem wohl ber\u00fchmtesten Trinkgef\u00e4\u00df des Mittelalters eine eigene Ausstellung gewidmet: Das reich verzierte Oldenburger \u00abWunderhorn\u00bb steht bis zum 1. August im Mittelpunkt einer Schau mit Kopien, Gem\u00e4lden und Grafiken aus der Zeit zwischen dem 17. und 21. Jahrhundert, wie das Haus am Mittwoch mitteilte. 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