{"id":17204,"date":"2021-04-09T20:05:38","date_gmt":"2021-04-09T18:05:38","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/warnung-vor-verdecktem-hass-und-fehlendem-geschichtsbewusstsein\/"},"modified":"2021-04-10T11:17:32","modified_gmt":"2021-04-10T09:17:32","slug":"warnung-vor-verdecktem-hass-und-fehlendem-geschichtsbewusstsein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/warnung-vor-verdecktem-hass-und-fehlendem-geschichtsbewusstsein\/","title":{"rendered":"Warnung vor verdecktem Hass und fehlendem Geschichtsbewusstsein"},"content":{"rendered":"<p>Erstmals seit seiner Berufung durch das Landeskabinett im Herbst 2019 hat Niedersachsens Antisemitismus-Beauftragter einen Bericht vorgelegt. Neben einer \u00dcbersicht \u00fcber die Vielfalt des j\u00fcdischen Lebens finden sich darin Mahnungen und Impulse.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nHannover (epd). Der nieders\u00e4chsische Antisemitismus-Beauftragte Franz Rainer Enste warnt vor einem \u00abTarnkappen-Antisemitismus\u00bb und fehlendem Geschichtsbewusstsein. In seinem am Freitag vorgelegten ersten Jahresbericht erl\u00e4utert Enste unter anderem, dass Judenhass gerade in Begleitung mit Verschw\u00f6rungsmythen neue Verbreitungswege in der Gesellschaft finde. \u00abAntisemitismus begegnet uns heute nicht nur in den altbekannten Erscheinungsformen. Vielmehr kommt er immer mehr nicht im offenen Visier daher, sondern in Gestalt von chiffrierten Botschaften, die es unbedingt zu erkennen gilt\u00bb, sagte er bei der Vorstellung des Berichts in Hannover.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nZugleich betonte Enste, die deutsche Erinnerungskultur sei \u00abein einmaliges Immunsystem\u00bb gegen Hass und Hetze. Sie m\u00fcsse daher weiter gepflegt und gerade in der heutigen Zeit mit immer weniger Zeitzeugen dauerhaft gesichert werden. Dabei gelte es besonders, die j\u00fcngeren Generationen zu erreichen. \u00abViele Jugendliche, mit denen ich diskutiere, erwecken den Eindruck, dass die Grauen von Auschwitz so weit weg f\u00fcr sie sind, wie die Grauen des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges &#8211; das muss man sich bewusstmachen.\u00bb<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nEnste erl\u00e4uterte weiter, der Kampf gegen den Antisemitismus m\u00fcsse auf der Grundlage einer Gesamtstrategie auf zahlreichen unterschiedlichen Feldern gef\u00fchrt werden. Gerade angesichts der derzeitigen politischen Rahmenbedingungen komme es darauf an, neben den klassischen Instrumentarien der Pr\u00e4vention und Strafverfolgung auf dem Feld der politischen Bildung und der schulischen Erziehung g\u00e4nzliche neue kreative Ans\u00e4tze umzusetzen. Unter anderem regte er eine verbindliche Bildungseinheit f\u00fcr angehende Lehrer, Erzieher, Polizisten und Richter zum Wert j\u00fcdischer Kultur an.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nEin deutliches Augenmerk m\u00fcsse auch der Verbreitung von Judenhass im Internet geschenkt werden, forderte Enste. Die Hetze im Netz bediene nicht nur alte antisemitische Parolen, sondern bilde eine schleichende Gefahr f\u00fcr das demokratische Gemeinwesen. Die weitgehende Anonymit\u00e4t im Internet habe auf die \u00c4u\u00dferung antisemitischer Haltungen eine enttabuisierende Wirkung. \u00abDiesem Ph\u00e4nomen mit achselzuckender Gleichg\u00fcltigkeit zu begegnen w\u00e4re angesichts der historischen Lehre, dass das, was mit Auschwitz endete, mit Worten begann, von geradezu geschichtsvergessener Blau\u00e4ugigkeit.\u00bb<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nJustizministerin Barbara Havliza (CDU) nahm Enstes Bericht mit dem Titel \u00abJ\u00fcdisches Leben in Niedersachsen &#8211; bereichernd und sch\u00fctzenswert\u00bb am Freitag entgegen. \u00abNicht jede antisemitische \u00c4u\u00dferung ist strafbar, aber jede dieser \u00c4u\u00dferungen sollte Widerspruch hervorrufen\u00bb, sagte sie. \u00abUnd Herr Enste legt da sehr stark den Finger in die Wunde.\u00bb Es brauche massiven Widerstand gegen immer wieder artikulierte Vorurteile sowie gegen verbale Ausschreitungen und t\u00e4tliche Angriffe auf j\u00fcdische Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrger, sagte Havliza.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\n<em>epd<\/em><\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/news-niedersachsen\/artikel\/warnung-vor-verdecktem-hass-und-fehlendem-geschichtsbewusstsein\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Warnung vor verdecktem Hass und fehlendem Geschichtsbewusstsein<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erstmals seit seiner Berufung durch das Landeskabinett im Herbst 2019 hat Niedersachsens Antisemitismus-Beauftragter einen Bericht vorgelegt. 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