{"id":17425,"date":"2021-05-07T09:31:00","date_gmt":"2021-05-07T07:31:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/missbrauch-aufloesung-des-ekd-betroffenenbeirats-steht-im-raum\/"},"modified":"2021-05-10T11:17:25","modified_gmt":"2021-05-10T09:17:25","slug":"missbrauch-aufloesung-des-ekd-betroffenenbeirats-steht-im-raum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/missbrauch-aufloesung-des-ekd-betroffenenbeirats-steht-im-raum\/","title":{"rendered":"Missbrauch: Aufl\u00f6sung des EKD-Betroffenenbeirats steht im Raum"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoPlainText\">Hannover (epd). Bei der Aufarbeitung und Pr\u00e4vention von sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche steht die Arbeit des Betroffenenbeirats infrage. \u00abMit Sorge haben wir wahrgenommen, dass innerhalb kurzer Zeit f\u00fcnf der urspr\u00fcnglich zw\u00f6lf Mitglieder des Betroffenenbeirats zur\u00fcckgetreten sind. Zudem wurde aus dem Gremium heraus selbst ein Antrag auf Aufl\u00f6sung gestellt\u00bb, sagte der Sprecher des Beauftragtenrates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Christoph Meyns, am Freitag. Zugleich betonte er, dass die Beteiligung von Betroffenen an der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt f\u00fcr die evangelische Kirche \u00abzentral und unverzichtbar\u00bb sei.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Meyns reagierte damit auf eine Berichterstattung des Nachrichtenmagazins \u00abSpiegel\u00bb. Laut \u00abSpiegel\u00bb geht aus einem internen Schreiben der EKD hervor, dass die T\u00e4tigkeit des Beirats \u00abausgesetzt\u00bb werden soll. Eine Weiterarbeit sei nicht m\u00f6glich, weil das Gremium nicht mehr die ganze Bandbreite von Perspektiven Betroffener abbilde. Es brauche einen Neustart.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Meyns sagte, dass der Beauftragtenrat derzeit Gespr\u00e4che sowohl mit den zur\u00fcckgetretenen als auch den verbliebenen Mitgliedern des Betroffenenbeirats f\u00fchre, um Partizipation von Betroffenen an den laufenden Prozessen zu gew\u00e4hrleisten und die Betroffenenbeteiligung auch langfristig sicherzustellen. Die evangelische Kirche sei auf das Erfahrungswissen der Betroffenen angewiesen. \u00abDaf\u00fcr m\u00fcssen wir gerade auch mit R\u00fccksicht auf die unterschiedlichen Perspektiven von Betroffenen die bisherigen Erfahrungen auswerten und die Formen \u00fcberpr\u00fcfen\u00bb, sagte der Braunschweiger Bischof. Zu den laufenden Gespr\u00e4chen wollte sich die EKD nicht \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Schon seit Monaten knirscht es in der Zusammenarbeit zwischen dem amtierenden Betroffenenbeirat und dem Beauftragtenrat der EKD. Mitglieder des Betroffenenbeirats hatten der EKD wiederholt eine mangelnde Beteiligung von Opfern bei der Aufarbeitung von Missbrauch vorgeworfen. Betroffene w\u00fcrden nur unzureichend in Beratungen eingebunden, es fehle an Information und Partizipation, hatten Mitglieder des Betroffenenbeirats im M\u00e4rz moniert.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Die Betroffenen kritisierten, dass die versprochene Ber\u00fccksichtigung ihrer Expertise nicht stattfinde. So habe der Beauftragtenrat noch nicht einmal um eine Stellungnahme des Betroffenenbeirats gebeten. Die EKD hatte den Vorw\u00fcrfen widersprochen.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Der Betroffenenbeirat der EKD kam erstmals im September vergangenen Jahres zusammen. Die EKD hatte ihn berufen, um Opfer sexualisierter Gewalt in der Kirche an Vorhaben zur Aufarbeitung, Entsch\u00e4digung und Pr\u00e4vention zu beteiligen. Das Gremium soll als Gegen\u00fcber den Beauftragtenrat beraten, das von der EKD wegen Missbrauchsf\u00e4llen einberufene Gremium mit Geistlichen und Kirchenjuristen.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Die EKD hatte im November 2018 einen Elf-Punkte-Plan zur Aufarbeitung von Missbrauch in ihren Reihen beschlossen, dazu geh\u00f6ren wissenschaftliche Studien, die Einrichtung des Beauftragtenrates und die Gr\u00fcndung eines Betroffenenbeirates. Bislang sind mehr als 800 F\u00e4lle sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche bekannt.<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/news-niedersachsen\/artikel\/missbrauch-aufloesung-des-ekd-betroffenenbeirats-steht-im-raum\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Missbrauch: Aufl\u00f6sung des EKD-Betroffenenbeirats steht im Raum<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hannover (epd). Bei der Aufarbeitung und Pr\u00e4vention von sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche steht die Arbeit des Betroffenenbeirats infrage. \u00abMit Sorge haben wir wahrgenommen, dass innerhalb kurzer Zeit f\u00fcnf der urspr\u00fcnglich zw\u00f6lf Mitglieder des Betroffenenbeirats zur\u00fcckgetreten sind. Zudem wurde aus dem Gremium heraus selbst ein Antrag auf Aufl\u00f6sung gestellt\u00bb, sagte der Sprecher des Beauftragtenrates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Christoph Meyns, am Freitag. 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