{"id":17714,"date":"2021-06-08T12:28:36","date_gmt":"2021-06-08T10:28:36","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/pfarrstellenverteilungskonzept-verabschiedet\/"},"modified":"2021-06-08T23:17:23","modified_gmt":"2021-06-08T21:17:23","slug":"pfarrstellenverteilungskonzept-verabschiedet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/pfarrstellenverteilungskonzept-verabschiedet\/","title":{"rendered":"Pfarrstellenverteilungskonzept verabschiedet"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWeg von der Mangelverwaltung, hin zu neuem Gestaltungsfreiraum\u201c, das sei der Weg, Kirche zukunftsf\u00e4hig aufzustellen und attraktive Pfarrstellen zu schaffen, sagte Kreispfarrer Christan Scheuer (Sande) beim Pressegespr\u00e4ch zum Abschluss der zweit\u00e4gigen Synode des Kirchenkreises Friesland-Wilhelmshaven, die in Horumersiel tagte. Dass das keine Worth\u00fclsen sind, sondern ein gut durchdachtes Konzept dahinter steht, erkl\u00e4rte er gemeinsam mit seinem Stellvertreter Pastor Kai Wessels (Kirchengemeinde Fedderwardergroden) und der Synodenvorsitzenden Ingrid Klebingat (Kirchengemeinde Bant, Wilhelmshaven).<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nBereits seit zwei Jahren arbeitet der Kirchenkreis am sogenannten Pfarrstellenverteilungskonzept. Hintergrund ist der massive Verlust an Mitgliedern in der evangelisch-lutherischen Kirche Oldenburg. Nach aktuellen Hochrechnungen werden im Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven bis zum Jahr 2030 die jetzt noch rund 80.000 Mitglieder auf dann knapp 65.000 geschrumpft sein. Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind einerseits der demografische Wandel und eine zunehmend weniger christlich orientierte Gesellschaft, in der es nicht mehr selbstverst\u00e4ndlich ist, einer christlichen Kirche anzugeh\u00f6ren. &nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDas hat finanzielle Engp\u00e4sse zur Folge und damit auch eine radikale K\u00fcrzung der Pfarrerstellen. \u201eJede dritte Pfarrstelle wird wegfallen, das wird eine richtige Rosskur\u201c, so Scheuer. Um sich auf die neue Situation einzustellen, wurde bereits jetzt von der Kreissynode, das &nbsp;Pfarrstellenverteilungskonzept verabschiedet. Schon jetzt wird bei jeder neuen Besetzung einer Pfarrstelle auf das gro\u00dfe Ganze geblickt, man hat schon jetzt den gesamten Zeitraum bis 2030 im Blick.&nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDabei geht es aber keineswegs nur um die Frage, welcher Kirchengemeinde noch welcher Pfarrer, welche Pfarrerin zugewiesen wird, es wird vielmehr ein kompletter Strukturwandel vollzogen, bei dem die Grenzen der Kirchengemeinden durchl\u00e4ssig werden sollen und sie in unterschiedlichen Bereichen n\u00e4her zusammenr\u00fccken werden.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\n\u201eWir haben uns ein Reformprogramm verordnet\u201c, so Scheuer. Zuk\u00fcnftig wird der Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven, zu dem 31 Kirchengemeinden geh\u00f6ren, in f\u00fcnf Entwicklungsr\u00e4ume aufgeteilt: Friesische Wehde, Varel, Wilhelmshaven, Friesland Mitte (mit Sande, Schortens, Accum) und Jeverland \/ Wangerland (mit Jever, Cleverns\/Sandel, Wangerland und Wangerooge). Die Pfarrstellen werden diesen Entwicklungsr\u00e4umen zugeordnet. Von jetzt 36 Pfarrstellen werden im Jahr 2030 noch 26,5 verbleiben \u2013 alles unter der Voraussetzung, dass die angenommenen Zahlen stimmen.&nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDabei soll es zuk\u00fcnftig in der Arbeitsverteilung gerechter zugehen, die Stellenzuschnitte fu\u00dfen n\u00e4mlich nicht mehr auf Gemeindegrenzen sondern auf der Grundlage, dass jedem Pfarrer rund 2.600 bis maximal 3.000 Mitglieder zugeordnet sind.&nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDas \u201eKirchturmdenken\u201c hat unter den neuen Voraussetzungen keine Zukunft mehr, auch wenn die Kirchengemeinden rechtlich selbstst\u00e4ndig bleiben werden. Die pastorale Arbeit wird sich aber stark ver\u00e4ndern, Strukturen sollen durchl\u00e4ssiger und flexibler werden, Kooperationen k\u00f6nnen gebildet werden. Es b\u00f6ten sich viele neue Chancen, erkl\u00e4rte das Trio. Denn bisher musste ein Pastor in seiner Gemeinde alles machen, von Aufgaben in der Kooperation mit Kinderg\u00e4rten bis zur Beerdigung und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung. Das neue Modell wird die M\u00f6glichkeit zur Schwerpunktbildung innerhalb des Entwicklungsraumes bieten. So k\u00f6nne zum Beispiel ein Pfarrer die Konfirmandenarbeit f\u00fcr den gesamten Entwicklungsraum \u00fcbernehmen, wenn das gew\u00fcnscht sei, erl\u00e4uterte Kai Wessels. Auf dem Weg zum regionalen Denken und Handeln steht den Kirchengemeinden auf Wunsch eine Gemeindeberatung zur Verf\u00fcgung.&nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nEine zus\u00e4tzliche Herausforderung ist die Besetzung von freiwerdenden Stellen, denn Mitte der 2020er Jahre kommt eine Pensionswelle auf den Kirchenkreis zu. Zugleich wachsen aber nur wenige junge Leute in dem Beruf nach. Somit sei es von gro\u00dfer Bedeutung, attraktive Stellen zu schaffen, unterstrich Wessels. In der M\u00f6glichkeit zur Schwerpunktbildung sieht man einen wesentlichen Faktor. Dass mit dem Strukturwandel auch ein neuer Blick auf die Immobilien der Kirche n\u00f6tig ist, ist bereits klar. Hier werde aber noch eine eigene Analyse folgen, sagte Kreispfarrer Scheuer, der bei der Synode f\u00fcr weitere acht Jahre in seinem Amt best\u00e4tigt wurde.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\n<em>Ein Beitrag von Annette Kellin<\/em><\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/aus-den-kirchenkreisen\/artikel\/pfarrstellenverteilungskonzept-verabschiedet\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pfarrstellenverteilungskonzept verabschiedet<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWeg von der Mangelverwaltung, hin zu neuem Gestaltungsfreiraum\u201c, das sei der Weg, Kirche zukunftsf\u00e4hig aufzustellen und attraktive Pfarrstellen zu schaffen, sagte Kreispfarrer Christan Scheuer (Sande) beim Pressegespr\u00e4ch zum Abschluss der zweit\u00e4gigen Synode des Kirchenkreises Friesland-Wilhelmshaven, die in Horumersiel tagte. 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