{"id":1823,"date":"2015-04-17T14:09:00","date_gmt":"2015-04-17T12:09:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/kirche-braucht-vielfalt\/"},"modified":"2015-04-17T14:09:00","modified_gmt":"2015-04-17T12:09:00","slug":"kirche-braucht-vielfalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/kirche-braucht-vielfalt\/","title":{"rendered":"Kirche braucht Vielfalt"},"content":{"rendered":"<p>Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hat dazu aufgerufen, st\u00e4rker auf das Positive in den gesellschaftlichen Ver\u00e4nderungen zu achten. Die Kirche in einer modernen pluralistischen Gesellschaft brauche Menschen aus allen Schichten und Milieus mit vielen unterschiedlichen F\u00e4higkeiten sagte der bayerische Landesbischof am Donnerstagabend in Oldenburg. Der Theologe war Gastredner bei einer theologischen Fachtagung der Universit\u00e4t Oldenburg zum Thema \u201eTheologie im Diskurs&quot;. Anlass f\u00fcr das Symposium war der 60. Geburtstage der Systematischen Theologin Professorin Ulrike Link-Wieczorek und des Neutestamentlers Professor Wolfgang Wei\u00df. <\/p>\n<p>\u201eHeute denkt jeder nur noch an sich, so werde es immer wieder gesagt. Es wird ein Gef\u00fchl zum Ausdruck gebracht, dass Gemeinschaft etwas ist, was immer br\u00fcchiger geworden ist\u201c, sagte Bedford-Strohm als Einleitung in seinen Vortrag \u201eWer ist mein N\u00e4chster? Gemeinschaft in der modernen Gesellschaft\u201c. Doch diese Einsch\u00e4tzung widersprach der Theologe und nahm die Begriffe Pluralismus, Individualisierung und Gegenseitigkeitsorientierung unter die Lupe. Diese drei Begriffe f\u00fchrten nicht zwingend dazu, dass Gemeinschaft verloren gehe. Vielmehr gelte es, auch aus kirchlicher Sicht, die Chance in diesen drei Entwicklungen zu sehen. \u201eWir m\u00fcssen nicht gleich werden, um uns zu verstehen\u201c, betonte der Ratsvorsitzende mit Blick auf den Pluralismus. Auch die individuelle Freiheit sei etwas durchweg Positives. Denn Freiheit und Gemeinschaft k\u00f6nnten nicht gegeneinandergestellt werden, das habe schon Luther deutlich gemacht. In Bedford-Strohms Verst\u00e4ndnis von Individualisierung geht es eben nicht um Individualismus, sondern um pers\u00f6nliche Freiheit, aus der Engagement f\u00fcr den N\u00e4chsten erwachsen kann. Mit Blick auf die Gegenseitigkeitsorientierung betonte Bedford Strohm, dass N\u00e4chstenliebe, Gottesliebe und Selbstliebe zusammengeh\u00f6rten. Es gehe nicht um ein kapitalistisches Geben und nehmen, sondern darum wahrzunehmen, wie man durch andere bereichert werde. In einer modernen Gesellschaft entstehe Gemeinschaft heute durch das Zusammenspiel vieler Menschen zum Wohle aller. <\/p>\n<p>F\u00fcr die Kirche bedeuten diese Entwicklungen, dass sie sowohl hochverbundene Menschen brauche, die sich stark mit ihrer Gemeinde identifizierten. Andererseits sei die Kirche aber auch auf Menschen angewiesen, die nur einen losen Kontakt zu ihrer Gemeinde hielten, weil sie anderswo aktiv seien. Diese Kontakte zwischen der Gemeinde und Vereinen, Initiativen oder etwa der Freiwilligen Feuerwehr seien wichtig, auch wenn sie nur schwache Kontakte seien. Der Landesbischof ermutigte auch, an der traditionellen Liturgie festzuhalten, diese sei ein wichtiger Schatz. Dennoch sei es auf einer \u201ezweiten Spur\u201c wichtig, auf die Pluralisierung der Gesellschaft zu reagieren und flexible Angebote zu machen. <\/p>\n<p>Neben dieser innerkirchlichen Schiene sei es aber sehr wichtig, dass die Kirche vital in die Zivilgesellschaft einwirke. \u201eWir m\u00fcssen deutlich machen, warum die Grundorientierungen, die wir anbieten wichtig sind und das es einer Gesellschaft gut tut, wenn sie auf die Schwachen achtet.\u201c Die Kirche m\u00fcsse auf Verletzungen von sozialer Gerechtigkeit und die Missachtung der Rechte von Schwachen  in aller Klarheit aufmerksam machen, forderte Bedford-Strohm. Dies zeigten Kirchengemeinden etwa beim Einsatz f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge in Deutschland. <\/p>\n<p>Der Oldenburger Bischof Jan Janssen erinnerte in seinem Gru\u00dfwort \u201ean Oldenburgs reiche Erfahrung im Aufbau von Gemeinschaft \u2013 vor allem mit Menschen, die hier in vielfacher Weise eine neue Heimat suchten und suchen: mit Fl\u00fcchtlingen nach dem zweiten Weltkrieg mit einer Verdoppelung der Bev\u00f6lkerungszahl, mit Aussiedlern im Zuge des zu Ende gehenden Kalten Krieges mit wachsenden Gemeinden s\u00fcdlich von Oldenburg bis heute.\u201c Zu diesen guten Erfahrungen von Gemeinschaft z\u00e4hle auch das vertraute Miteinander mit syrisch-orthodoxen Christen und der Yezidischen Gemeinschaft. \u201eSolche Prozesse der Kurssuche und des konstruktiven Miteinanders bilden eine tragf\u00e4hige Grundlage f\u00fcr Gemeinschaft und haben uns \u2013 Gott sei Dank \u2013 bisher auch vor einer ernst zu nehmenden Olgida-Bewegung bewahrt\u201c, sagte Janssen. <br \/><em>Kerstin Kempermann<\/em><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hat dazu aufgerufen, st\u00e4rker auf das Positive in den gesellschaftlichen Ver\u00e4nderungen zu achten. 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