{"id":18312,"date":"2021-07-30T09:48:00","date_gmt":"2021-07-30T07:48:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/das-macht-mich-alles-ziemlich-wuetend-kreuzweg-fuer-die-schoepfung-endet-sonntag-in-garzweiler\/"},"modified":"2021-08-02T11:17:26","modified_gmt":"2021-08-02T09:17:26","slug":"das-macht-mich-alles-ziemlich-wuetend-kreuzweg-fuer-die-schoepfung-endet-sonntag-in-garzweiler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/das-macht-mich-alles-ziemlich-wuetend-kreuzweg-fuer-die-schoepfung-endet-sonntag-in-garzweiler\/","title":{"rendered":"\u00abDas macht mich alles ziemlich w\u00fctend\u00bb &#8211; \u00abKreuzweg f\u00fcr die Sch\u00f6pfung\u00bb endet Sonntag in Garzweiler"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoPlainText\">Gorleben\/Garzweiler (epd). \u00abWir haben das Wattenmeer vor Augen, die Salzwiesen, die langsam verschwinden &#8211; wer wei\u00df, wie lange man auf den Halligen noch leben kann\u00bb, sagt die Umweltaktivistin Bina Friedrich aus Wedel an der Elbe. F\u00fcr sie ist das eine klare Parallele zu den D\u00f6rfern im rheinischen Braunkohlerevier, die den Baggern bereits zum Opfer gefallen sind: \u00abDas macht mich alles ziemlich w\u00fctend, diese Ignoranz gegen\u00fcber der Sch\u00f6pfung, die Geldgier und Machtgier.\u00bb<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Grund genug f\u00fcr die 56-j\u00e4hrige Altenpflegerin, ihre zahlreichen \u00dcberstunden jetzt als Pilgerin und Mitorganisatorin auf einem \u00abKreuzweg f\u00fcr die Sch\u00f6pfung\u00bb abzufeiern. Vier Wochen und 500 Kilometer nach dem Start im Gorleben im Wendland soll die Aktion am Sonntag am Braunkohle-Tagebau im nordrhein-westf\u00e4lischen Garzweiler bei M\u00f6nchengladbach enden.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Auf einer der letzten Etappen hat die rund 20-k\u00f6pfige Pilgergruppe diese Woche in Essen mit ihrem markanten Markenzeichen Station&nbsp;gemacht: einem gut zwei Meter hohen sonnengelben Fichtenkreuz. Am Mittwoch fand es seinen Platz bei einer Andacht in der evangelischen Marktkirche in der Essener City, tags zuvor ragte es mahnend zur Zentrale des RWE-Konzern auf, der den Tagebau in Garzweiler betreibt.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Es sei \u00abein urbiblischer Auftrag, die Sch\u00f6pfung Gottes zu bewahren\u00bb, betonte der Essener Pfarrer Heiner Mausehund und w\u00fcrdigte \u00abden Mut und den langen Atem\u00bb der Pilgergruppe. Sie selbst sieht sich in einer mehr als 30-j\u00e4hrigen Tradition, denn schon 1988 unternahmen Atomkraftgegner einen \u00abKreuzweg f\u00fcr die Sch\u00f6pfung\u00bb vom bayerischen Wackersdorf nach Gorleben.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Eine eher unerw\u00fcnschte Publicity bekam die Kampagne am 23. Juli in Hamm durch einen aus Sicht der Pilger \u00abunverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen und unbegr\u00fcndeten\u00bb Polizeieinsatz. Wegen umweltpolitischer Botschaften wie etwa dem Papst-Zitat \u00abDiese Wirtschaft t\u00f6tet\u00bb ging die Polizei von einer politischen Versammlung aus, w\u00e4hrend die Pilger selbst sich als religi\u00f6se Gruppe nicht in dieser Kategorie sehen.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Ein junger Kreuztr\u00e4ger kam kurzzeitig in Gewahrsam, und die 62-j\u00e4hrige Beate Haupt wurde am Kopf verletzt, so dass sie ins Krankenhaus musste. Mittlerweile hat das nordrhein-westf\u00e4lische Innenministerium auf Intervention des rheinischen evangelischen Pr\u00e4ses Thorsten Latzel eine Untersuchung zugesagt. Beate Haupt wandert wieder mit.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">\u00abIch m\u00f6chte, dass es ums Kreuz geht und nicht mehr um diesen Zwischenfall\u00bb, sagt Haupt w\u00e4hrend der Andacht in Essen und z\u00fcndet eine Kerze f\u00fcr ihre Familie an. Worum es ihr eigentlich geht, das ist f\u00fcr die Kirchenvorsteherin aus Aachen keine Frage: \u00abIch habe f\u00fcnf Kinder und zehn Enkel, wenn die im Pensionsalter sind so wie ich, dann soll die Erde doch nicht abgesoffen sein.\u00bb Das traditionelle stille Beten sei nicht so ihr Ding, meint Beate Haupt. Aber sie pilgert seit 20 Jahren &#8211; beten mit den F\u00fc\u00dfen eben.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Gebete, Andachten und Mahnwachen, aber auch politische Statements und Demonstrationen geh\u00f6ren f\u00fcr die Pilgergruppe zusammen. Deshalb findet ihr Kreuzweg in einem breiten B\u00fcndnis von kirchlichen und politischen Gruppen und Umweltinitiativen statt: vom \u00abGorlebener Gebet\u00bb \u00fcber \u00abDie Kirche(n) im Dorf lassen\u00bb bis zur \u00abKlima-Allianz Deutschland\u00bb und \u00abFridays for Future\u00bb. \u00abKohlef\u00f6rderung, Atompolitik, Mobilit\u00e4t und Konsum, das hat doch alles mit Klima zu tun,\u00bb sagt Sprecherin Negen Jansen aus dem vom Hochwasser betroffenen Mechernich in der Eifel. \u00abWir m\u00fcssen \u00fcberall umdenken.\u00bb<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Dass genau das seit der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen jetzt einzusetzen scheint, haben die Pilgerinnen und Pilger am Abend des ersten Hochwassertages Mitte Juli eindr\u00fccklich erlebt. Beim Einzug in Bad Pyrmont mit Kreuz und Plakaten wurden sie mit Applaus von Fenstern und Balkonen begr\u00fc\u00dft.&nbsp;\u00abGut, dass ihr das macht, gerade jetzt\u00bb, hie\u00df es, noch bevor die Gruppe von der Flut geh\u00f6rt hatte. Pl\u00f6tzlich war Klimaschutz das Tagesthema.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Bad Pyrmont und Hamm waren die wichtigsten Z\u00e4suren der vierw\u00f6chigen Tour, zieht Physiklehrer Michael Friedrich aus Wedel eine erste Bilanz. \u00abWir sind eine politisch denkende Kampagne nach au\u00dfen und ein Pilgerweg nach innen\u00bb, beides sei bei den insgesamt 26 Etappen zum Tragen gekommen. F\u00fcr alle gemeinsam geht es jetzt darum, wo das gelbe Pilgerkreuz einen Platz im Dorf L\u00fctzerath findet &#8211; das demn\u00e4chst abgerissen werden soll.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Fast alles Land dort geh\u00f6rt schon RWE, bis auf ein 40 Quadratmeter Grundst\u00fcck, wo vermutlich einmal eine von Eiben umgebene Kapelle stand. Es soll noch heute im Besitz der katholischen Kirche sein.&nbsp;Erst vor wenigen Wochen haben Aktivisten die \u00abEibenkapelle\u00bb entdeckt und den Platz freigelegt. Jetzt komme es darauf an, ob der Aachener Bischof Helmut Dieser es f\u00fcr RWE freigibt oder f\u00fcr das Pilgerkreuz, meint Friedrich. Damit k\u00f6nne sich \u00abein Zeitfenster \u00f6ffnen\u00bb f\u00fcr ein grundlegendes Umdenken in Wirtschaft und Politik. Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister soll das Grundst\u00fcck bereits als \u00abFingerzeig Gottes\u00bb bezeichnet haben.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/news-niedersachsen\/artikel\/das-macht-mich-alles-ziemlich-wuetend-kreuzweg-fuer-die-schoepfung-endet-sonntag-in-garzweiler\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00abDas macht mich alles ziemlich w\u00fctend\u00bb &#8211; \u00abKreuzweg f\u00fcr die Sch\u00f6pfung\u00bb endet Sonntag in Garzweiler<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gorleben\/Garzweiler (epd). \u00abWir haben das Wattenmeer vor Augen, die Salzwiesen, die langsam verschwinden &#8211; wer wei\u00df, wie lange man auf den Halligen noch leben kann\u00bb, sagt die Umweltaktivistin Bina Friedrich aus Wedel an der Elbe. 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