{"id":1864,"date":"2015-04-22T10:42:00","date_gmt":"2015-04-22T08:42:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/woche-fuer-das-leben-in-delmenhorst\/"},"modified":"2015-04-22T10:42:00","modified_gmt":"2015-04-22T08:42:00","slug":"woche-fuer-das-leben-in-delmenhorst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/woche-fuer-das-leben-in-delmenhorst\/","title":{"rendered":"Woche f\u00fcr das Leben in Delmenhorst"},"content":{"rendered":"<p>Das bundesweite Thema \u201eSterben in W\u00fcrde\u201c steht in Delmenhorst eine Woche lang im Fokus der \u00d6ffentlichkeit. Die Woche f\u00fcr das Leben findet im Jahr 2015 vom 18. bis zum 25. April statt; in Delmenhorst einen Tag l\u00e4nger: bis zum 26.04.<\/p>\n<p>Auch das Thema erweiterten die Organisatoren: \u201eAlle Sterben in W\u00fcrde \u2013 auch bei uns?!\u201c \u201eEs ist \u00fcberf\u00e4llig, dass \u00f6ffentlich informiert und das Thema diskutiert wird\u201c, sagt Dr. Enno Konukiewitz, Pfarrer der Heilig-Geist-Kirche Delmenhorst. Gemeinsam organisierten er, Hubert von der Heide, Pfarrer der katholischen Gemeinde St. Marien, sowie Ursela Ro\u00dfmeyer vom Hospizdienst Delmenhorst, Pastorin Sabine Spieker-Lauh\u00f6fer und Dr. Ales Stanek, Mediziner der Palliativstation und Landesvertreter der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Palliativmedizin in Bremen und Niedersachsen, in dieser Woche Veranstaltungen, Filmabende, Gespr\u00e4chsrunden und Gottesdienste.<\/p>\n<p>\u201eDie Woche f\u00fcr das Leben gibt es seit gut 20 Jahren\u201c, erkl\u00e4rt Hubert von der Heide. Nach einigen Jahren Pause beteilige sich Delmenhorst in diesem Jahr wieder daran. Als Veranstalter arbeitet die Kath. Gemeinde St. Marien Delmenhorst in Kooperation mit dem Ev.-luth. Kirchenverband Delmenhorst. Die \u00d6kumene und der Zusammenhalt aller Kirchen nehmen in der Stadt Delmenhorst schon lange einen gro\u00dfen Stellenwert ein. <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Informative Podiumsdiskussion kam bei <\/span><span style=\"font-weight: bold\"><span style=\"font-weight: bold\">Zuh\u00f6rerinnen und <\/span>Zuh\u00f6rern gut an<\/span><br \/>Gro\u00dfes Interesse fand Montagabend, 20. April, in der Delmenhorster Markthalle die Podiumsdiskussion \u201eSterben in W\u00fcrde \u2013 auch bei uns!\u201c bei Angeh\u00f6rigen sowie Ehrenamtlichen und Mitarbeitenden von Krankenh\u00e4usern, Pflegeeinrichtungen und Hospiz. <\/p>\n<p>Auf dem Podium diskutierten Oberb\u00fcrgermeister Axel Jahnz, Dr. Ales Stanek, Dietgard Demetriades (Krankenhausseelsorgerin aus Oldenburg), Linda Bahr (Hospizkreis Ganderkesee), Carola Papstein (Intensivmedizinerin) und Hanneli Kuznik (Betroffene). Die Podiumsdiskussion wurde moderiert von Hans-Heinrich Obuch.<\/p>\n<p>Der \u201eoptimistische Glanz\u201c \u00fcber der Veranstaltung, erhofft von Moderator Hans-Heinrich Obuch, erf\u00fcllte sich. Durchweg positiv wurden Erfahrungen und Erl\u00e4uterungen vermittelt. Am Ende der Diskussion zeigte sich, dass w\u00fcrdevolles Sterben in Delmenhorst m\u00f6glich ist. <\/p>\n<p>Hanneli Kuznik schilderte ihre Betroffenheit als Ehefrau, die vor etwa drei Jahren ihren Mann beim Sterben begleitet hatte. Dabei wurde sie von \u00c4rzten und Pflegepersonal der Palliativstation unterst\u00fctzt, sie erfuhr Abgeschiedenheit und Stille beim Abschied nehmen. <\/p>\n<p>Ein Vorzeigeobjekt: Auf der Spezialstation des Delmenhorster Krankenhauses stehen etwa 20 Therapeuten sieben Patienten zur Verf\u00fcgung. Ales Stanek sieht in diesem Projekt Modellcharakter. <\/p>\n<p>Pastorin Dietgard Demetriades berichtete von der Palliativstation f\u00fcr 15 Patienten im Ev. Krankenhaus in Oldenburg sowie vom Ethik-Komitee des Pius Hospitals Oldenburg, dessen Mitwirkende auf Wunsch beraten und unterst\u00fctzen und h\u00e4ufig zu brisanten Situationen gerufen w\u00fcrden. <\/p>\n<p>Einig war sich die Runde, dass es immer gut sei, wenn Patienten zu Hause im Kreis der Angeh\u00f6rigen sterben k\u00f6nnten. Da dies vielfach nicht m\u00f6glich sei, sei es gut, dass es eine sehr gute Unterst\u00fctzung in den Krankenh\u00e4usern gebe. <\/p>\n<p>Diskutiert wurde weiterhin \u00fcber die Begleitung durch Ehrenamtliche des ambulanten Hospizes, die geschult seien, auf die W\u00fcnsche und Bed\u00fcrfnisse von sterbenden Menschen einzugehen. F\u00fcr Betroffene, die w\u00fcssten, dass sie in naher Zukunft sterben werden, sei es wichtig zu wissen, nicht alleine zu sein.<\/p>\n<p>Problematisch sei aber besonders die Begleitung in Pflegeeinrichtungen. Auch wenn die Pflegenden sich sehr um Sterbende k\u00fcmmerten, sei die Zeit zur Begleitung aus Personalmangel oft nicht gegeben. <\/p>\n<p>Jeder Mensch habe eigene W\u00fcnsche und Vorstellungen, wenn es ums Sterben geht. Vielfach w\u00fcrden Gedanken aber auch verdr\u00e4ngt. Unterschiedliche Meinungen vertraten die Teilnehmenden der Diskussionsrunde im Blick auf Patientenverf\u00fcgungen. F\u00fcr manche Menschen bedeute es Sicherheit und Hilfestellung f\u00fcr Kinder und Angeh\u00f6rige, andere ahnten, wie schnell sich Lebensumst\u00e4nde und damit verbundene Vorstellungen \u00e4ndern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Oberb\u00fcrgermeister Axel Jahnz bef\u00fcrwortete Patientenverf\u00fcgungen, die gut \u00fcberlegt und auf jeden Fall mit Kindern oder Angeh\u00f6rigen besprochen werden m\u00fcssten. Solch eine Festlegung k\u00f6nnte f\u00fcr \u00c4rzte und Angeh\u00f6rige eine Erleichterung bei Entscheidungen sein. <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">\u201eInwieweit kann eine Stadt dazu beitragen, dass w\u00fcrdiges Sterben eine Rolle spielt?\u201c<\/span><br \/>Moderator Hans-Heinrich Obuch brachte mit seinen Fragen immer wieder Spannung in die Gespr\u00e4che. F\u00fcr die politische Seite war Oberb\u00fcrgermeister Axel Jahnz ein gefragter Gespr\u00e4chspartner. Im Vorfeld hatten er und Ales Stanek \u00fcber m\u00f6gliche Unterst\u00fctzung der Stadt gesprochen. Dabei st\u00fcnde nicht das Finanzielle im Vordergrund, denn Spender und Stifter seien in Delmenhorst immer gro\u00dfz\u00fcgig, betonte der Palliativmediziner. Doch als Landesvertreter der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Palliativmedizin in Bremen und Niedersachsen sei er daran interessiert, eine Charta zum Thema zu machen. <\/p>\n<p>Die \u201eCharta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland\u201c setzt sich f\u00fcr Menschen ein, die aufgrund einer fortschreitenden, lebensbegrenzenden Erkrankung mit Sterben und Tod konfrontiert sind. Die f\u00fcnf Leits\u00e4tze der Charta formulieren Aufgaben, Ziele und Handlungsbedarfe, um die Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland zu verbessern. Im Mittelpunkt steht dabei immer der betroffene Mensch.<\/p>\n<p>Seit dem Beginn des Charta-Prozesses im Jahr 2008 und der Ver\u00f6ffentlichung der Charta im Jahr 2010 haben sich viele Akteure daf\u00fcr eingesetzt. Ales Stanek hofft, dass die Delmenhorster Politiker die Charta unterschreiben: \u201eWenn Delmenhorst unterschreibt, w\u00e4ren wir damit die erste Stadt in Niedersachsen\u201c, warb er. Der Oberb\u00fcrgermeister erkl\u00e4rte seine Zustimmung, jetzt m\u00fcsse er das Schriftst\u00fcck noch in die Gremien bringen.&nbsp; &nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Tod, wo ist dein Stachel?<\/span><br \/>Weitere Veranstaltungen folgen noch in dieser Woche. Die bundesweite Woche endet Samstag, 25. April, die Delmenhorster haben den Sonntag als zus\u00e4tzlichen Veranstaltungstag angeh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Die Idee von Hildegard Charzinski, Friedhofsausschuss der katholischen Gemeinde St. Marien, wird mit Unterst\u00fctzung der beiden Pfarrer Enno Konukiewitz und mit Hubert von der Heide sowie dem Schauspieler und Rezitator Johannes Mitternacht, am Sonntag, 26. April, umgesetzt. \u201eFriedhof als Ort der Begegnung\u201c, wie er seit zwei Jahren bereits dort am Heiligabend stattfindet, wozu Angeh\u00f6rige der im Jahresverlauf Verstorbenen eingeladen werden, hat diese Planung ausgel\u00f6st. <\/p>\n<p>Johannes Mitternacht, b\u00fcrgerlich Jens Uhlmann, hat Texte zum Tod und Leben ausgesucht, die er an neun besonderen Pl\u00e4tzen des Kath. Friedhofs, an der Oldenburger Landstra\u00dfe 32, liest. Zum Beispiel liest er am Kinder-Gr\u00e4berfeld das M\u00e4rchen von der Totenhexe, geschrieben von den Gebr. Grimm. Fred Molde aus Ganderkessee, begleitet musikalisch mit Irish Folk, gespielt mit seinem Akkordeon. <\/p>\n<p>Johannes Mitternacht zitiert Lucius Annaeus Seneca: \u201eEs gibt keine schwierigere Kunst als das Leben. F\u00fcr andere K\u00fcnste und Wissenschaften gibt es \u00fcberall zahlreiche Lehrer [&#8230;]; leben aber muss man das ganze Leben hindurch lernen und, wor\u00fcber du dich vielleicht noch mehr wundern wirst, man muss im ganzen Leben sterben lernen.\u201c Ein Satz, der auf die Diskutierenden und ihre Zuh\u00f6rer in der Markthalle zutrifft. <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Weitere Veranstaltungen bis Sonntag:<\/span><br \/>\n<span style=\"font-weight: bold\"><br \/>Donnerstag, 23.04.2015, 19.00 Uhr &nbsp;<br \/>Mr. May und das Fl\u00fcstern der Ewigkeit <\/span><br \/>Filmabend zum Thema \u201eSterben in W\u00fcrde\u201c<br \/>Gemeindehaus St. Marien, Louisenstra\u00dfe 30<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Samstag, 25.04.2015, 17.00 Uhr <br \/>Meine Zeit steht in Deinen H\u00e4nden <\/span><br \/>\u00d6kumenischer Gottesdienst mit Weihbischoff Heinrich Timmerevers, <br \/>Kreispfarrer Bertram Althausen u.a. <br \/>St. Marien-Kirche, Louisenstra\u00dfe 30<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Sonntag, 26.04.2015, 16.00 Uhr<br \/>Tod, wo ist dein Stachel?<br \/><\/span>Lesung an verschiedenen Stationen des Friedhofs<br \/>K\u00fcnstler: Johannes Mitternacht<br \/>Treffpunkt: Eingangstor des Kath. Friedhofs, Oldenburger Landstra\u00dfe 32<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Ein Beitrag von B\u00e4rbel Romey.<br \/><\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das bundesweite Thema \u201eSterben in W\u00fcrde\u201c steht in Delmenhorst eine Woche lang im Fokus der \u00d6ffentlichkeit. Die Woche f\u00fcr das Leben findet im Jahr 2015 vom 18. bis zum 25. April statt; in Delmenhorst einen Tag l\u00e4nger: bis zum 26.04. Auch das Thema erweiterten die Organisatoren: \u201eAlle Sterben in W\u00fcrde \u2013 auch bei uns?!\u201c \u201eEs ist \u00fcberf\u00e4llig, dass \u00f6ffentlich informiert und das Thema diskutiert wird\u201c, sagt Dr. Enno Konukiewitz, Pfarrer der Heilig-Geist-Kirche Delmenhorst. Gemeinsam organisierten er, Hubert von der Heide, Pfarrer der katholischen Gemeinde St. Marien, sowie Ursela Ro\u00dfmeyer vom Hospizdienst Delmenhorst, Pastorin Sabine Spieker-Lauh\u00f6fer und Dr. Ales Stanek, Mediziner&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"false","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[43],"tags":[44],"class_list":["post-1864","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kirche-oldenburg","tag-kirche-oldenburg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1864","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1864"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1864\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1864"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1864"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1864"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}