{"id":18710,"date":"2021-09-08T23:46:00","date_gmt":"2021-09-08T21:46:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/schweigen-macht-alles-schlimmer\/"},"modified":"2021-09-09T23:17:50","modified_gmt":"2021-09-09T21:17:50","slug":"schweigen-macht-alles-schlimmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/schweigen-macht-alles-schlimmer\/","title":{"rendered":"\u201eSchweigen macht alles schlimmer\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Etwa 10.00 Menschen nehmen sich j\u00e4hrlich in Deutschland das Leben, das sind mehr als alle anderen unnat\u00fcrlichen Todesursachen zusammen. Sch\u00e4tzungsweise sechs Personen sind statistisch gesehen vom Suizid eines Angeh\u00f6rigen betroffen \u2013 also mehr als 60.000 Menschen. In allen Altersgruppen sind es erheblich mehr M\u00e4nner als Frauen, die sich das Leben nehmen. Weit \u00fcber 100.000 Menschen begehen j\u00e4hrlich einen Suizidversuch.&nbsp;<\/p>\n<p>Die oldenburgische Kirche will mit einem Gottesdienst auf den Welttag der Suizidpr\u00e4vention, der am Freitag, 10. September, begangen wird, aufmerksam machen.&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWir wollen Angeh\u00f6rigen und Menschen, die dar\u00fcber nachdenken, sich selbst zu t\u00f6ten, Mut machen, \u00fcber ihre Gedanken und Probleme zu reden\u201c, so Pastorin Elke Andrae von der Telefonseelsorge, die den Gottesdienst mitorganisiert. Der Gottesdienst f\u00fcr alle Menschen im Oldenburger Land beginnt am Freitag in der evangelischen Kirche St. Ansgar in Oldenburg-Eversten um 18 Uhr. Er steht unter der \u00dcberschrift: \u201eKeinen Tag soll es geben, da Du sagen musst, keiner ist da!\u201c<\/p>\n<p>Der Gottesdienst am 10. September wendet sich an alle Menschen, die mit dem Thema Selbstt\u00f6tung auf irgendeine Weise in Ber\u00fchrung sind.&nbsp;<\/p>\n<p>Der Gottesdienst wird gestaltet von: Pastorin Elke Andrae (TelefonSeelsorge Oldenburg), Pastorin Tanja B\u00f6deker (Seelsorgerin an der Karl-Jaspers-Klinik) sowie dem B\u00fcndnis gegen Depression, der Karl-Jaspers-Klinik, der \u00d6kumenischen Beratungsstelle f\u00fcr Ehe-Familien- und Lebensfragen und der Stiftung Hospizdienst Oldenburg.<\/p>\n<p>Oft z\u00f6gen sich Menschen mit suizidalen Gedanken in ihr Inneres zur\u00fcck, erl\u00e4uterte Andrae. \u201eAber Schweigen macht alles schlimmer. Dar\u00fcber reden macht es dagegen meistens besser.\u201c Darum richte sich der Gottesdienst auch an diejenigen, die einen Angeh\u00f6rigen oder befreundeten Menschen durch einen Suizid verloren haben. Es sei besser, \u00fcber solche belastenden Erfahrungen zu sprechen, als diese allein mit sich herumzutragen.<\/p>\n<p><strong>Viele Berichten von&nbsp;berichteten von Mutlosigkeit und depressiven Gedanken<\/strong><br \/>\nEine \u201eErste Hilfe\u201c k\u00f6nne die Telefonseelsorge oder die Chat- und E-Mail-Seelsorge bieten, sagte die Pastorin. Das vergangene Corona-Jahr mit seinen Einschr\u00e4nkungen sei f\u00fcr viele Menschen belastend gewesen. Dies sei auch in der Chat-Seelsorge zu sp\u00fcren, die vor allem von jungen Menschen zwischen 15 und 30 Jahren genutzt werde. Viele der am Chat Teilnehmenden berichteten von Mutlosigkeit und depressiven Gedanken.<\/p>\n<p>Andrae verwies auf die neue App \u201eKrisenkompass\u201c f\u00fcr das Handy, die eine wertvolle Hilfe bei depressiven Gef\u00fchlen oder Suizidgedanken sein k\u00f6nne. \u201eQuasi ein \u201aNotfallkoffer\u2018 f\u00fcr die Hosentasche.\u201c Auf der kostenlosen App k\u00f6nnten beispielsweise ein Tagebuch gef\u00fchrt sowie Dinge gespeichert werden, die bei vorherigen Krisen geholfen haben. Das k\u00f6nnten Ansprechpartner sein oder auch positive Gedanken oder ermutigende Musik.<\/p>\n<p>Der Neurologe und Psychiater der Oldenburger Karl-Jaspers-Klinik, Dr. Claus Bajorat, erg\u00e4nzte, bundesweit n\u00e4hmen sich j\u00e4hrlich rund 10.000 Menschen das Leben. Hinzu k\u00e4men etwa 100.000 Suizidversuche. Im vergangenen Jahr sei diese Zahl zwar offenbar gesunken (nach vorl\u00e4ufigen Angaben gab es 2020 8.565 Suizide), doch gebe es daf\u00fcr noch keine Erkl\u00e4rung.<\/p>\n<p>Der Mediziner betonte, er halte in vielen F\u00e4llen eine Pr\u00e4vention f\u00fcr m\u00f6glich. Auch er riet dazu, \u00fcber depressive Gedanken fr\u00fchzeitig zu sprechen. Oft k\u00f6nne der Hausarzt ein erster Ansprechpartner sein. Hilfesuchende k\u00f6nnten sich auch an das bundesweite \u201eB\u00fcndnis gegen Depression\u201c wenden, das \u00fcber die Suchmaschinen im Internet schnell zu finden sei, sagte Bajorat. Dort werde auf seri\u00f6se Hilfsangebote in den Regionen verwiesen.<\/p>\n<p><strong>Info:<\/strong><br \/>\nWenn Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, oder jemanden kennen, der suizidgef\u00e4hrdet ist, suchen Sie Hilfe. Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800\/1110111 und 0800\/1110222.<br \/>\nAuch ein Kontakt per Chat und E-Mail ist m\u00f6glich: <a href=\"http:\/\/www.telefonseelsorge.de\">www.telefonseelsorge.de<\/a>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hilfe im Internet:<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.telefonseelsorge.de\">www.telefonseelsorge.de<\/a>&nbsp;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.oldenburg-telefonseelsorge.de\">www.oldenburg-telefonseelsorge.de<\/a>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Oldenburger B\u00fcndnis gegen Depression:&nbsp;<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.karl-jaspers-klinik.de\/Ueber_uns\/Unternehmen\/Buendnis-gegen-Depression.php\">www.karl-jaspers-klinik.de\/Ueber_uns\/Unternehmen\/Buendnis-gegen-Depression.php<\/a>&nbsp;<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/pressemitteilungen\/artikel\/schweigen-macht-alles-schlimmer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eSchweigen macht alles schlimmer\u201c<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Etwa 10.00 Menschen nehmen sich j\u00e4hrlich in Deutschland das Leben, das sind mehr als alle anderen unnat\u00fcrlichen Todesursachen zusammen. 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