{"id":1905,"date":"2015-05-02T00:50:00","date_gmt":"2015-05-01T22:50:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/frauen-und-frauenbilder-in-der-bibel\/"},"modified":"2015-05-02T00:50:00","modified_gmt":"2015-05-01T22:50:00","slug":"frauen-und-frauenbilder-in-der-bibel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/frauen-und-frauenbilder-in-der-bibel\/","title":{"rendered":"Frauen und Frauenbilder in der Bibel"},"content":{"rendered":"<p>Schon in der Begr\u00fc\u00dfung spiegelte sich ein bisschen die Spannung des Abends wieder. Wiebke Perzul, eine Frau und Pastorin in Elisabethfehn, begr\u00fc\u00dfte. Kreispfarrer Lars Dede fragte in seinem Gru\u00dfwort gleich \u201eWer war diese Frau?\u201c und meinte damit nicht seine Kollegin Perzul, sondern \u201eWer war Maria Magdalena? Oder genauer: Wer war Maria aus Magdala?\u201c In der Veranstaltungsreihe \u201eReformation \u2013 Bild und Bibel\u201c des Kirchenkreises und des Evangelischen Bildungswerkes Ammerland wurde an diesem Abend genau diesen Fragen nachgegangen: Welche Frauen und Frauenbilder kennen Bibel und Kirchengeschichte.<\/p>\n<p>Professorin Silke Petersen aus Hamburg gab einige Antworten, die theologische Laien \u00fcberraschten. Eine interessengeleitete \u00dcbersetzung l\u00e4sst heute viele Menschen glauben, die Gruppe um Jesus seien ausschlie\u00dflich M\u00e4nner gewesen. Dabei bedeute das griechische Wort gleicherma\u00dfen \u201eBr\u00fcder\u201c wie \u201eGeschwister\u201c. Es k\u00f6nnen also \u2013 und sind ganz offensichtlich auch \u2013 Frauen als J\u00fcngerinnen in dieser Gruppe gewesen sein. Wer Frauen vom Priesteramt ausschlie\u00dfen wolle, h\u00e4tte eben auch heute noch Interesse, an Aposteln als reine M\u00e4nnerrunde festzuhalten. Die evangelische Pastorin Perzul schmunzelte an dieser Stelle des Vortrags, der mit seinem Tempo und der prononcierten Darstellung aktueller Forschungsergebnisse das Publikum fesselte.<\/p>\n<p>In dem reich bebilderten Vortrag wurde auch die \u201ereuige und b\u00fc\u00dfende S\u00fcnderin\u201c Maria Magdalena vorgestellt, die in der Kunst-, Kultur- und Literaturgeschichte ab dem 4. Jahrhundert n.Chr. zunehmend eine Rolle spielte \u2013 aber nur in den westeurop\u00e4ischen Kirchen. \u201eAchtung: Die Haare werden im Laufe der Jahrhunderte immer d\u00fcnner\u201c warnte die Kunstkennerin Petersen und zeigte Bilder aus dem 16. Jahrhundert, die eine mit wallenden roten Haaren bedeckte Maria zeigten. Dreihundert Jahre sp\u00e4ter wurde nichts mehr durch Haare verdeckt. 1876 wurde Maria Magdalena von Jules-Joseph Lefebvre als Aktbild v\u00f6llig nackt vor einer Grotte gemalt.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich gab es diese erotisierte S\u00fcnderin vermutlich nie. Im Laufe der Jahrhunderte verschmolzen drei biblische Frauengestalten zu einer Maria Magdalena, die die drei Charaktere nun in sich vereinigte. Hinzu kamen Legendenbildungen wie die der in S\u00fcdfrankreich schiffbr\u00fcchig gewordenen Maria Magdalena, die als B\u00fc\u00dferin in einer H\u00f6hle lebte und dort starb. Ihre angeblichen Gebeine wurden Anziehungspunkt in verschiedenen Kirchen S\u00fcdfrankreichs, von der jede behauptet, die wahren Gebeine zu zeigen. Tourismus war auch schon im Mittelalter eine gute Einnahmequelle.<\/p>\n<p>Neuere Forschungen, vor allem m\u00f6glich durch aktuelle Papyrusfunde mit Originaltexten aus dem ersten und zweiten Jahrhundert, n\u00e4hern sich wieder der historischen Figur der Maria aus Magdala, einem Fischerort am See Genezareth. Sie war J\u00fcngerin in der Gruppe um Jesus, hat die Kreuzigung und das leere Grab gesehen und danach die Botschaft Christi weitergetragen. Vieles deutet darauf hin, dass sie die Wortf\u00fchrerin der Frauen um Jesus war und von Jesus besonders gesch\u00e4tzt wurde. Seine &quot;Geliebte&quot; oder Ehefrau war sie dagegen nicht. Insgesamt, so Professorin Silke Petersen, wird an der \u00dcberlieferung \u00fcber Maria aus Magdala deutlich: Frauen spielten im Urchristentum eine besondere Rolle.<\/p>\n<p>Viele Details und der aktuelle Forschungsstand zu Maria aus Magdala finden sich in einem Beitrag von Prof. Dr. Silke Petersen im Bibellexikon unter https:\/\/www.bibelwissenschaft.de\/stichwort\/51979\/<\/p>\n<p>Die Reihe \u201eReformation \u2013 Bild und Bibel\u201c wird am 30. Mai um 16 Uhr mit einer F\u00fchrung durch die St.-Johannes-Kirche in Bad Zwischenahn fortgesetzt. Pfarrer Christian W\u00f6bcken wird in die Bilder und die Innenausstattung dieser Kirche vorstellen, darunter der beeindruckende Altar des &quot;Meisters aus Osnabr\u00fcck&quot; von ca. 1515. Und am 31. Mai wird im Rahmen des Gottesdienstes um 10 Uhr die Ausstellung \u201eKinderbibeln\u201c mit einer Predigt von Prof. Dr. Christine Reents in der St.-Petri-Kirche in Westerstede er\u00f6ffnet.<br \/><i>Peter Tobiassen<\/i><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon in der Begr\u00fc\u00dfung spiegelte sich ein bisschen die Spannung des Abends wieder. Wiebke Perzul, eine Frau und Pastorin in Elisabethfehn, begr\u00fc\u00dfte. Kreispfarrer Lars Dede fragte in seinem Gru\u00dfwort gleich \u201eWer war diese Frau?\u201c und meinte damit nicht seine Kollegin Perzul, sondern \u201eWer war Maria Magdalena? Oder genauer: Wer war Maria aus Magdala?\u201c In der Veranstaltungsreihe \u201eReformation \u2013 Bild und Bibel\u201c des Kirchenkreises und des Evangelischen Bildungswerkes Ammerland wurde an diesem Abend genau diesen Fragen nachgegangen: Welche Frauen und Frauenbilder kennen Bibel und Kirchengeschichte. 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