{"id":19119,"date":"2021-10-21T07:32:00","date_gmt":"2021-10-21T05:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/kirchen-veroeffentlichten-migrationsethischen-kompass\/"},"modified":"2021-10-22T11:17:18","modified_gmt":"2021-10-22T09:17:18","slug":"kirchen-veroeffentlichten-migrationsethischen-kompass","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/kirchen-veroeffentlichten-migrationsethischen-kompass\/","title":{"rendered":"Kirchen ver\u00f6ffentlichten \u00abmigrationsethischen Kompass\u00bb"},"content":{"rendered":"<p>Seenotrettung, Kirchenasyl und Integration &#8211; die christlichen Kirchen in Deutschland legen mit ihrem Gemeinsamen Wort einen ethischen Grundlagentext zur Migrationspolitik vor. Er soll zeigen, was ideal w\u00e4re, aber politisch noch unm\u00f6glich scheint.<\/p>\n<p>\nHannover\/Bonn (epd). Die christlichen Kirchen in Deutschland dringen auf eine gerechtere und humanere Migrationspolitik. Es sei skandal\u00f6s und zutiefst besch\u00e4mend, dass die W\u00fcrde und die Rechte von Gefl\u00fcchteten an vielen Orten weltweit missachtet und verletzt w\u00fcrden, so auch an den Au\u00dfengrenzen der EU, auf dem Mittelmeer und derzeit an der polnisch-belarussischen Grenze, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, bei der Vorstellung des Gemeinsamen Wortes der EKD und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK) am Donnerstag. Er nannte die Situation unertr\u00e4glich.<\/p>\n<p>\nDer 214 Seiten umfassende Text steht unter dem Leitgedanken \u00abMigration menschenw\u00fcrdig gestalten\u00bb. Es ist bereits das zweite Gemeinsame Wort zu Migration. Das erste erschien 1997. Mit-Autorin Marianne Heimbach-Steins sagte, der Text soll ein \u00abmigrationsethischer Kompass\u00bb sein. Er sei als ethische Intervention zu verstehen und gehe inhaltlich \u00fcber das hinaus, was im Moment politisch m\u00f6glich erscheine. Biblisch fundiert sei er in der christlichen N\u00e4chstenliebe, die das Freund-Feind-Denken \u00fcberwinde.<\/p>\n<p>\nAuf jeder Seite einer Grenze seien Menschen. \u00abDass wir das betonten m\u00fcssen, ist angesichts der Situation im Mittelmeer, im \u00c4rmelkanal, an der bosnisch-kroatischen und an der polnisch-belarussischen Grenze eigentlich eine Schande\u00bb, sagte die Professorin f\u00fcr Christliche Sozialwissenschaften an der Universit\u00e4t M\u00fcnster. Nicht Migration sei das Problem, sondern die erzwungene Migration. Internationales Ziel m\u00fcsse es daher sein, die Treiber daf\u00fcr &#8211; Hunger, Armut und Gewalt &#8211; zu bek\u00e4mpfen, sodass Menschen in ihren Heimatl\u00e4ndern bleiben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>\nIhr Kollege aus der \u00f6kumenischen Arbeitsgruppe, der Hildesheimer Politikwissenschaftler Hannes Schwammann, sagte, wenn die Verhinderung von Migration das einzige sei, was die Europ\u00e4ische Union noch zusammenhalte, sei diese keine Wertegemeinschaft mehr. Die Arbeitsgruppe hatte den Text zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen erarbeitet.<\/p>\n<p>\nDer stellvertretende DBK-Vorsitzende, Franz-Josef Bode, betonte, dass Migration f\u00fcr die Kirche nicht nur eine \u00e4u\u00dfere Angelegenheit sei. Sie ber\u00fchre alle Dimensionen kirchlichen Lebens. \u00abKirche ist stets eine Gemeinschaft von Migranten, mit Migranten und f\u00fcr Migranten\u00bb, sagte der Osnabr\u00fccker Bischof. Und die Bibel sei Migrationsliteratur.<\/p>\n<p>\nIm letzten Kapitel definieren die Autorinnen und Autoren kirchliche Handlungsfelder. Die Kirchen sollten sich besonders gegen Menschenhandel, f\u00fcr zivile Seenotrettung, die Rechte von gefl\u00fcchteten Frauen und Minderj\u00e4hrigen und das Recht auf Bildung und medizinische Versorgung von Menschen ohne Papiere einsetzen. Auch das Kirchenasyl als letzter Ausweg sei legitim.<\/p>\n<p>\nDer EKD-Ratsvorsitzende \u00e4u\u00dferte Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Vorschlag von SPD, Gr\u00fcnen und FDP f\u00fcr einen sogenannten Spurwechsel. Dabei k\u00f6nnen Gefl\u00fcchtete vom Asylrecht ins Migrationsrecht wechseln. Das sei vor allem dann sinnvoll, wenn die Personen zwar sehr gut integriert seien, aber nicht durchs Asylverfahren gekommen seien, sagte Bedford-Strohm.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/news-niedersachsen\/artikel\/kirchen-veroeffentlichten-migrationsethischen-kompass\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kirchen ver\u00f6ffentlichten \u00abmigrationsethischen Kompass\u00bb<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seenotrettung, Kirchenasyl und Integration &#8211; die christlichen Kirchen in Deutschland legen mit ihrem Gemeinsamen Wort einen ethischen Grundlagentext zur Migrationspolitik vor. Er soll zeigen, was ideal w\u00e4re, aber politisch noch unm\u00f6glich scheint. Hannover\/Bonn (epd). Die christlichen Kirchen in Deutschland dringen auf eine gerechtere und humanere Migrationspolitik. 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