{"id":19208,"date":"2021-10-31T19:47:00","date_gmt":"2021-10-31T18:47:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/es-braucht-mehr-gerechtigkeit\/"},"modified":"2021-11-01T10:18:06","modified_gmt":"2021-11-01T09:18:06","slug":"es-braucht-mehr-gerechtigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/es-braucht-mehr-gerechtigkeit\/","title":{"rendered":"Es braucht mehr Gerechtigkeit"},"content":{"rendered":"<p>Einen h\u00f6heren Einsatz f\u00fcr Gerechtigkeit haben der Oldenburger evangelische Bischof Thomas Adomeit und der katholische Weihbischof Wilfried Theising (Vechta) auf der zentralen Veranstaltung der christlichen Kirchen im Oldenburger Land zum Reformationstag gefordert. Die \u00f6kumenische Veranstaltung am Sonntagabend in der Delmenhorster Stadtkirche stand in diesem Jahr unter dem Motto \u201eSchaut hin! \u2013 Wo braucht es mehr Gerechtigkeit?\u201c. Sie stellte Fragen zur Gerechtigkeit in der Gesellschaft im Mittelpunkt eines Podiumsgespr\u00e4ches.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nGerechtigkeit sei die gr\u00f6\u00dfte Bedingung, unter der ein Leben im friedlichen Miteinander der Menschen und im Einklang mit Gottes Sch\u00f6pfung gelingen k\u00f6nne, sagte Bischof Thomas Adomeit. Gerechtigkeit zwischen Nord und S\u00fcd, arm und reich, Gro\u00df und Klein, Jung und Alt, bunt oder blass. \u201eDer Mensch z\u00e4hlt, Gerechtigkeit z\u00e4hlt.\u201c Die Pandemie habe den Finger in manche Wunden gelegt, die sicher schon vorhanden waren, aber noch nicht so wehtaten. Die Reformation habe \u201eSelbstbestimmung, Menschenw\u00fcrde, Gewissensfreiheit \u2013 auch Glaubensfreiheit \u2013 und Toleranz gro\u00dfgemacht\u201c, so Adomeit. \u201eMit dem Erbe der Reformation stehen wir zusammen: Wir ermutigen uns, f\u00fcr Freiheit, Menschenw\u00fcrde und Toleranz einzutreten.\u201c&nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nEs braucht mehr Gerechtigkeit, betonte Weihbischof Wilfried Theising in seiner Predigt. \u201eChristliche Gerechtigkeit ist das Herstellen der richtigen Verh\u00e4ltnisse. Letztlich das Herstellen des richtigen Verh\u00e4ltnisses zu mir selbst, zum N\u00e4chsten und zu Gott.\u201c In diesem Verst\u00e4ndnis sei jeweils kritisch zu fragen, ob in den aktuellen N\u00f6ten der Menschen angesichts der Pandemie auf die richtigen Verh\u00e4ltnisse geachtet werde. &nbsp;Hinschauen bedeute, dass damit erm\u00f6glicht werde, das den Menschen \u201eein Leben in W\u00fcrde und Gerechtigkeit\u201c zuteilwerde. Hinschauen sei dabei mehr, als nur hinsehen, so Theising weiter. \u201eSchauen meint wahrnehmen und ansehen. Wo Menschen in Not um ihrer selbst willen wahrgenommen und angeschaut werden, verleiht dieses Schauen Ansehen.\u201c Ein solches Schauen bleibe nicht teilnahmslos, sondern \u00fcbernehme Verantwortung und werde aktiv. So schaue auch Gott den Menschen an.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Podiumsgespr\u00e4ch mit pers\u00f6nlichen Erfahrungen und Visionen nach mehr Gerechtigkeit<\/strong><br \/>\nIn&nbsp;einem Podiumsgespr\u00e4ch berichteten mehrere Personen aus Delmenhorst und um zu von ihren pers\u00f6nlichen Erfahrungen und \u00fcber ihre Zukunftsvision von mehr Gerechtigkeit.<br \/>\nSo forderte Hermann Abeln mehr Mitgef\u00fchl ein. Der 86j\u00e4hrige Vater eines Sohnes mit Behinderung erz\u00e4hlte, wie sein Sohn vor vielen Jahren mit Medikamenten ruhig gestellt worden sei. Dies habe zu bleibenden Einschr\u00e4nkungen in seinen erworbenen F\u00e4higkeiten gef\u00fchrt. Er w\u00fcnsche sich mehr Teilhabe f\u00fcr Betroffene und ihre Angeh\u00f6rigen in den Gremien von Wohneinrichtungen f\u00fcr Menschen mit Behinderungen. \u201eEntscheidungen werden getroffen, ohne mit den betroffenen Personen oder ihren Angeh\u00f6rigen zu sprechen\u201c, beklagte Abeln. Auch Kirchen und Kirchengemeinden sollten sich mehr f\u00fcr die Rechte von Menschen mit Behinderungen einsetzen, mehr hinh\u00f6ren und hinsehen, so wie Jesus es getan habe.&nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDer S\u00fcd-Nord Freiwillige Pita Hermann Katchao aus Togo machte in seinem Statement deutlich, dass die Pandemie eine Bedrohung f\u00fcr die ohnehin fragilen Gesundheitssysteme in Westafrika sei. Aus Furcht vor Ansteckung w\u00fcrden in Togo zum Teil Kranke die Gesundheitsstationen nicht mehr besuchen. Das f\u00f6rdere andere Krankheiten. Impfstoffe st\u00fcnden nur begrenzt und in st\u00e4dtischen Zentren zur Verf\u00fcgung. Wer sich eine Fahrt dahin nicht leisten k\u00f6nne, bek\u00e4me keine Impfung. Unter weltweiter Gerechtigkeit stelle sich die Norddeutsche Mission vor, dass alle Menschen ihr Recht auf eine gute Gesundheitsversorgung in Anspruch nehmen k\u00f6nnen \u2013 besonders in Zeiten einer Pandemie, erg\u00e4nzte die Generalsekret\u00e4rin der Norddeutschen Mission, Heike Jakubeit.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDer Schauspieler Johannes Mitternacht berichtete von seinen Erfahrungen w\u00e4hrend der Corona-Zeit. Als selbstst\u00e4ndiger Kulturschaffender war es ihm aufgrund der staatlich verordneten Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung der Pandemie unm\u00f6glich, seinen Beruf auszu\u00fcben. Er musste nicht nur seine s\u00e4mtlichen finanziellen R\u00fccklagen aufbrauchen, sondern war dazu noch auf private Unterst\u00fctzung von Freunden und Familie angewiesen, berichtete er. Seine berufliche und private Existenz stand zwischenzeitlich kurz vor dem Aus und auch weiterhin bleibe die finanzielle Situation angespannt und belastend. Wie ihm ginge es auch zahlreichen Kolleginnen und Kollegen in seiner Branche, da versprochene finanziellen Hilfen der Bundesregierung so gut wie gar nicht angekommen seien. Unter Gerechtigkeit in der Gesellschaft stellte sich Johannes Mitternacht vor, dass die schwachen Glieder mit ihren Problemen und in ihren N\u00f6ten nicht allein gelassen werden. Solidarische Hilfe m\u00fcsse von der institutionalisierten Allgemeinheit bereitgestellt werden. Dazu w\u00e4re die gegenseitige Aufmerksamkeit und Wertsch\u00e4tzung aller hier lebenden Menschen untereinander, unabh\u00e4ngig von Berufsgruppe, Herkunft, dem sozialen oder finanziellen Status notwendig.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nIn weiteren Statements berichteten Vahap Aladag und Timo Rost vom Intergrationslotsenteam Delmenhorst \u00fcber die Wohnungsnot in der Stadt Delmenhorst und Olaf Mehlis, Pfleger am Delme Klinikum, schilderte die Situation von Pflegekr\u00e4ften. &nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDas Podiumsgespr\u00e4ch war eingebettet in eine Andacht, die gemeinsam von Bischof Thomas Adomeit, Weihbischof Wilfried Theising, Dr. Gabriele Lachner (Bisch\u00f6fliche Beauftragte f\u00fcr die \u00d6kumene und f\u00fcr den interreligi\u00f6sen Dialog im Offizialatsbezirk Oldenburg), Pfarrer Norbert Lach (Ganderkesee), Pfarrer Thomas Meyer (Delmenhorst), Kreispfarrer Bertram Althausen und Pedro Becerra (Vorsitzender der j\u00fcdischen Gemeinde Delmenhorst) gefeiert wurde. Die musikalische Gestaltung hatten Kantor J\u00f6rg Hitz, Popkantorin Karola Schmelz-H\u00f6pfner sowie der Posaunenchor unter Leitung von Holger Heinrich \u00fcbernommen.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDie christlichen Kirchen im Oldenburger Land hatten anl\u00e4sslich des Reformationstages am 31. Oktober zum vierten Mal zu einer zentralen \u00f6kumenischen Veranstaltung eingeladen. Dieser urspr\u00fcnglich evangelische Tag sei zu einem gemeinsamen Feiertag geworden, hob Bischof Thomas Adomeit hervor. In Niedersachsen steht der Reformationstag seit Einf\u00fchrung als neuer gesetzlicher Feiertag 2018 unter dem Motto: \u201eReformation neu feiern\u201c. \u201eReformation neu feiern\u201c bedeute, so Adomeit, \u201edass wir hinschauen, Gerechtigkeit suchen und finden, damit sie wachsen kann und die Menschen auch in Zukunft Gott f\u00fcr seine Sch\u00f6pfung loben k\u00f6nnen und sein Wort bewahren.\u201c&nbsp;<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/pressemitteilungen\/artikel\/es-braucht-mehr-gerechtigkeit\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Es braucht mehr Gerechtigkeit<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einen h\u00f6heren Einsatz f\u00fcr Gerechtigkeit haben der Oldenburger evangelische Bischof Thomas Adomeit und der katholische Weihbischof Wilfried Theising (Vechta) auf der zentralen Veranstaltung der christlichen Kirchen im Oldenburger Land zum Reformationstag gefordert. 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