{"id":19281,"date":"2021-11-08T08:59:00","date_gmt":"2021-11-08T07:59:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/ekd-verspricht-missbrauchsbetroffenen-bessere-beteiligung\/"},"modified":"2021-11-09T10:17:45","modified_gmt":"2021-11-09T09:17:45","slug":"ekd-verspricht-missbrauchsbetroffenen-bessere-beteiligung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/ekd-verspricht-missbrauchsbetroffenen-bessere-beteiligung\/","title":{"rendered":"EKD verspricht Missbrauchsbetroffenen bessere Beteiligung"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoPlainText\">Bremen (epd). Die evangelische Kirche hat Betroffenen von Missbrauch eine bessere Beteiligung bei der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt zugesagt. Bei der weitgehend digital tagenden Synode reagierten Verantwortliche der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) auf Kritik von Betroffenen, die mangelnden Respekt ihnen gegen\u00fcber beklagten. Betroffenenbeteiligung d\u00fcrfe kein Feigenblatt sein, sagte der Betroffene Detlev Zander am Montag vor den 128 Delegierten. Das Problem derzeit sei, dass die Kirche die Deutungshoheit bei dem Thema f\u00fcr sich in Anspruch nehme, sagte Henning Stein, dessen Sohn Opfer von Missbrauch wurde.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Augenh\u00f6he bedeute aber, dass Betroffene in den sie betreffenden Angelegenheiten f\u00fcr eine Kontrolle der Kirche sorgen, forderten mehrere Betroffene in einer vor der Synode vorgetragenen gemeinsamen Stellungnahme. Insgesamt acht solcher Stellungnahmen h\u00f6rten die Synodalen am Montagnachmittag. Sie waren teils eine schonungslose Abrechnung mit den bisherigen Bem\u00fchungen um eine Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Vorgetragen wurde die Kritik von fr\u00fcheren Mitgliedern des Betroffenenbeirats, der die Aufarbeitungsbem\u00fchungen kritisch begleiten sollte, im Fr\u00fchjahr aber ausgesetzt worden war. Die EKD nennt daf\u00fcr Auseinandersetzungen im Gremium als Grund. Die Betroffenen empfinden den Schritt indes als \u00abeinseitige Machtaus\u00fcbung\u00bb. Die Aussprache bei der Synode war teils sehr emotional. \u00abEs tut mir sehr leid\u00bb, bat die sichtlich bewegte Hamburger Bisch\u00f6fin Kirsten Fehrs die Betroffenen um Entschuldigung.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Dass es mit der Betroffenenbeteiligung weitergeht, wurde von Kirchenverantwortlichen am Montag erneut versprochen. Wie sie konkret aussehen soll, blieb aber offen. Der Sprecher des Beauftragtenrats der EKD zum Schutz vor sexualisierter Gewalt, Christoph Meyns, will erst eine extern beauftragte Untersuchung abwarten. Die Synode, das Kirchenparlament der EKD, will derweil eine eigene Betroffenenbeteiligung schaffen. Pr\u00e4ses Anna-Nicole Heinrich sprach sich daf\u00fcr aus, das Thema k\u00fcnftig bei jeder Jahrestagung zu behandeln und sich daf\u00fcr selbst mit Betroffenen zu vernetzen.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Der unabh\u00e4ngige Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm R\u00f6rig, begr\u00fc\u00dfte die Ank\u00fcndigung. Dies biete die Chance zu st\u00e4rkerer inhaltlicher Befassung, Transparenz und einer breiteren Beteiligung f\u00fcr Synode, Betroffene und externe Experten. R\u00f6rig sieht dennoch auch den Rat der EKD als Leitungsgremium weiter in der Pflicht. \u00abSpannend wird jetzt sein, welche Signale der neue EKD-Rat und der neue EKD-Vorsitz senden werden\u00bb, sagte er dem epd.&nbsp;Beides wird bis Mittwoch bei der Synode gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Derweil deutet sich in der evangelischen Kirche auch eine Versch\u00e4rfung des kirchlichen Disziplinarrechts an, das unabh\u00e4ngig von staatlichen Gerichten Sanktionen gegen kirchliches Personal bei Fehlverhalten vorsieht. Die Betroffene Christiane Lange schilderte vor der Synode die derzeitigen Probleme mit der Regelung. In kirchenrechtlichen Verfahren klage die Kirche gegen den T\u00e4ter. Der werde f\u00fcr das bestraft, was er der Kirche angetan habe. \u00abDer Missbrauch z\u00e4hlt kaum\u00bb, sagte Lange. Und das habe auch f\u00fcr sie als Opfer gegolten: \u00abIch wurde nicht informiert, wusste nie, ob ich nochmals aussagen m\u00fcsste, wo das Verfahren stand und hatte keinerlei Einfluss oder Rederecht in den Verhandlungen.\u00bb Sie forderte mehr Transparenz f\u00fcr die Opfer und die M\u00f6glichkeit einer Nebenklage.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Das Problem r\u00e4umen auch Verantwortliche der Kirche ein. Der braunschweigische Landesbischof Meyns sprach sich in seinem Bericht f\u00fcr eine Versch\u00e4rfung der Disziplinarma\u00dfnahmen in F\u00e4llen sexualisierter Gewalt aus. Zudem m\u00fcsse die Information und Begleitung Betroffener vor, w\u00e4hrend und nach diesen Verfahren st\u00e4rker verankert werden. Aus der Synode, die \u00fcber Kirchengesetze entscheidet, kam ebenfalls Zustimmung. Das Prinzip m\u00fcsse sein \u00abnull Toleranz f\u00fcr T\u00e4ter, maximale Transparenz f\u00fcr Oper\u00bb, sagte Pr\u00e4ses Heinrich.<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/news-niedersachsen\/artikel\/ekd-verspricht-missbrauchsbetroffenen-bessere-beteiligung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EKD verspricht Missbrauchsbetroffenen bessere Beteiligung<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bremen (epd). Die evangelische Kirche hat Betroffenen von Missbrauch eine bessere Beteiligung bei der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt zugesagt. Bei der weitgehend digital tagenden Synode reagierten Verantwortliche der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) auf Kritik von Betroffenen, die mangelnden Respekt ihnen gegen\u00fcber beklagten. Betroffenenbeteiligung d\u00fcrfe kein Feigenblatt sein, sagte der Betroffene Detlev Zander am Montag vor den 128 Delegierten. 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