{"id":1933,"date":"2015-05-06T09:03:00","date_gmt":"2015-05-06T07:03:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/frau-wird-aelter-2\/"},"modified":"2015-05-06T09:03:00","modified_gmt":"2015-05-06T07:03:00","slug":"frau-wird-aelter-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/frau-wird-aelter-2\/","title":{"rendered":"Frau wird \u00e4lter"},"content":{"rendered":"<p>Ganz Deutschland spricht \u00fcber den demografischen Wandel und die Herausforderungen, die er mit sich bringt. Doch nicht nur in Europa, auch in Afrika stellt eine \u00e4lter werdende Gesellschaft neue Anforderungen. Wie geht man hier wie dort mit dieser Problematik um? Welche Lebensmodelle gibt es? Einen Einblick gibt die kleine Ausstellung \u201efrau wird \u00e4lter\u201c der Norddeutschen Mission, die noch bis zum 31. Mai in der Oldenburger Lambertikirche zu sehen ist.<\/p>\n<p>Entstanden ist die Ausstellung aus einem Studien- und Begegnungsprogramm von sechs evangelischen Kirchen in Norddeutschland, Ghana und Togo. 16 Delegierte aus verschiedenen Bereichen der Seniorenarbeit in Diakonie und Kirche hatten hier Gelegenheit, sich auszutauschen und die Herangehensweise der jeweils anderen L\u00e4nder kennenzulernen. \u201eDie G\u00e4ste aus Afrika waren erstaunt, wie organisiert und institutionalisiert die Seniorenarbeit in Deutschland ist\u201c, erz\u00e4hlt Christiane Cuno, Seelsorgerin im Diakonischen Werk Oldenburg. Gemeinsam mit Hannes Menke, Generalsekret\u00e4r der Norddeutschen Mission, er\u00f6ffnete sie die Ausstellung am 4. Mai. Die professionelle Herangehensweise in Deutschland sollte die afrikanischen Besucher aber keineswegs hemmen, betont Menke: \u201eAuch bei uns hat vieles klein angefangen und sich erst im Laufe von Jahrzehnten entwickelt. Dieser Hinweis ist eine Ermutigung an unsere Geschwister in Afrika, einfach anzufangen und sich den Herausforderungen zu stellen.\u201c Nicht nur f\u00fcr die Delegation aus Afrika, auch f\u00fcr die Deutschen sei der Austausch wichtig gewesen, betont Hannes Menke: \u201eMan lernt dadurch, auch den Blick auf die eigene Situation zu sch\u00e4rfen \u2013 das ist spannend.\u201c Mit einer besonderen Kollekte, dem \u201eLiebesdienst\u201c, werden die hilfsbed\u00fcrftigen Senioren in einigen westafrikanischen Gemeinden unterst\u00fctzt. Aus Eigeninitiativen entstandene \u201eShepherd-Center\u201c bieten zudem eine Anlaufstelle f\u00fcr die alten Menschen. Dass sich in Deutschland gerade die Kirchen so intensiv f\u00fcr die Senioren einsetzen, sei f\u00fcr die afrikanischen G\u00e4ste erstaunlich gewesen, erz\u00e4hlt der Generalsekret\u00e4r der Norddeutschen Mission und zitiert einen der Delegierten: \u201eWir h\u00e4tten gar nicht gedacht, dass die Kirche in Deutschland so christlich ist.\u201c<br \/>\n<br \/>Lange habe man in L\u00e4ndern wie Togo und Ghana auf die Gro\u00dffamilie gesetzt, so Christiane Cuno. Tats\u00e4chlich aber wanderten auch dort die jungen Menschen seit Jahren in die St\u00e4dte ab, wo es mehr und bessere Arbeitspl\u00e4tze gebe und die Jungen den Anschluss an ein modernes Leben haben. Die Alten bleiben zur\u00fcck \u2013 ohne Rente, ohne professionelle Versorgung. Wie Casia aus Ghana. Die 70-J\u00e4hrige arbeitet in der Palm\u00f6lherstellung, au\u00dferdem k\u00fcmmert sie sich noch um ihre 81-j\u00e4hrige Schw\u00e4gerin. In einer Wellblechh\u00fctte lebt sie zusammen mit einem ihrer S\u00f6hne, einem Enkel und einer Urenkelin. Oder Th\u00e9r\u00e8se aus Togo, die in die Stadt ziehen musste, als sie herzkrank wurde. In ihrem Dorf gab es keine M\u00f6glichkeit der \u00e4rztlichen Versorgung. Gemeinsam mit einer Tochter, die sich um sie k\u00fcmmert, wohnt sie nun in Lom\u00e9 in einer provisorischen H\u00fctte aus Pappe und Wellblech. Geschichten wie diesen stehen die Lebensl\u00e4ufe deutsche Seniorinnen gegen\u00fcber. Auch sie haben nicht immer ein einfaches Leben gehabt, sind durch Krieg und Schicksalsschl\u00e4ge entwurzelt worden. Doch es gibt ein System, das sie im Alter auff\u00e4ngt \u2013 dieser gravierende Unterscheid wird in den Lebensgeschichten deutlich. \u201eIrgendwann kommt der Punkt, an dem professionelle Hilfe wichtig und notwendig wird\u201c, betont Christiane Cuno. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass auch in Deutschland ein Umdenken stattfinden m\u00fcsse: Rente mit 60 und den Rest des Lebens im Ruhestand sein, das werde auch bei uns nicht mehr funktionieren. \u201eDie Menschen werden sich langfristig mit dem einbringen m\u00fcssen, was sie noch leisten k\u00f6nnen\u201c, ist sie \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Die Frage, warum die Ausstellung \u201efrau wird \u00e4lter\u201c hei\u00dft, ist schnell gekl\u00e4rt: Noch immer gibt es weltweit mehr alte Frauen als M\u00e4nner, bei den \u00fcber 80-J\u00e4hrigen kommen auf hundert Frauen 61 M\u00e4nner. \u201ePraktisch alle L\u00e4nder sind von dem demografischen Wandel erfasst\u201c, erkl\u00e4rt die Diakonie-Seelsorgerin. Weltweit sei jeder neunte Mensch \u00e4lter als 60, im Jahr 2050 werde es jeder f\u00fcnfte sein \u2013 eine Entwicklung, die Deutschland schon heute erreicht hat. Besonders in China (durch die Ein-Kind-Politik) und in Indien (durch das Erstarken des Mittelstandes mit Auswirkungen auf die Familienplanung) werde das Problem einer alternden Gesellschaft in den kommenden Jahren versch\u00e4rft. Doch nicht nur die Aufhebung des traditionellen Familienbildes und weniger Geburten schl\u00fcgen sich auf die demografische Entwicklung nieder, so Hannes Menke. \u201eDie Fl\u00fcchtlinge, die aus Afrika nach Europa kommen, versch\u00e4rfen dieses Problem noch. Denn gerade sie sind die jungen, hoffnungsvollen, engagierten Menschen, die in ihrem eigenen Land fehlen werden.\u201c<br \/><span style=\"font-style: italic\">Anke Brockmeyer<\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ganz Deutschland spricht \u00fcber den demografischen Wandel und die Herausforderungen, die er mit sich bringt. Doch nicht nur in Europa, auch in Afrika stellt eine \u00e4lter werdende Gesellschaft neue Anforderungen. 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