{"id":19361,"date":"2021-11-20T19:57:28","date_gmt":"2021-11-20T18:57:28","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/digitale-herbsttagung-der-synode-der-oldenburgischen-kirche\/"},"modified":"2021-11-20T22:17:21","modified_gmt":"2021-11-20T21:17:21","slug":"digitale-herbsttagung-der-synode-der-oldenburgischen-kirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/digitale-herbsttagung-der-synode-der-oldenburgischen-kirche\/","title":{"rendered":"Digitale Herbsttagung der Synode der oldenburgischen Kirche"},"content":{"rendered":"<p>Die 4. Tagung der 49. Synode der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg hat am Samstag, 20. November, in zweiter Lesung einen ausgeglichenen Haushalt f\u00fcr das Jahr 2022 und ein Kirchengesetz zum Schutz vor sexualisierter Gewalt beschlossen. Weiterhin soll es zuk\u00fcnftig ein Klimaschutzgesetz geben.<\/p>\n<p>Angesichts fortbestehender Corona-bedingter Beschr\u00e4nkungen fand die Tagung zum dritten Mal als DIGITALE Synode statt. Da die Verhandlungen der Synode grunds\u00e4tzlich \u00f6ffentlich sind, konnten die Beratungen im Live-Stream verfolgt werden.<br \/>\nDie Synode habe sehr konzentriert und inhaltlich intensiv gearbeitet; \u201erichtig gute synodale Arbeit\u201c, so das Fazit von Synodenpr\u00e4sidentin Bl\u00fctchen. Dass bei den Haushaltsberatungen f\u00fcr das kommende Jahr keine Betr\u00e4ge zu \u00e4ndern waren, zeige aber auch die qualitative gute Vorarbeit durch die Kirchenverwaltung.<\/p>\n<p>F\u00fcr Bischof Thomas Adomeit sind insbesondere die Beschl\u00fcsse zum Klimaschutz wegweisend. Es sei mit Blick auf den Klimawandel eine Versch\u00e4rfung beschlossen worden, nun w\u00fcrden \u201eunumkehrbare Schneisen\u201c eingeschlagen. \u201eIch bin froh dar\u00fcber, dass wir uns auf den Weg machen wollen. Und da bin ich auch stolz drauf!\u201c, so Adomeit.<\/p>\n<p>Oberkirchenr\u00e4tin Gudrun Mawick zeigte sich angesichts des von der Synode beschlossenen Kirchengesetzes zum Schutz vor sexualisierter Gewalt \u201efroh, dass wir jetzt auch eine gesetzliche Grundlage haben, f\u00fcr das, was wir haben und f\u00fcr das, was wir ausbauen wollen.\u201c Schon jetzt gebe es eine Roadmap, zu der Schulungspl\u00e4ne f\u00fcr Mitarbeitende in bestimmten Berufsgruppen geh\u00f6rten, wie auch eine Ansprechperson f\u00fcr Betroffene, die deren Interessen vertrete. Die oldenburgische Kirche werde sich an der Aufbereitung des Themas auf EKD-Ebene beteiligen, so Mawick. Sie sei guten Mutes, \u201edass wir da vorankommen\u201c und es sei auch ein lebendiger Prozess.<\/p>\n<p>F\u00fcr Franca M\u00fcller, Jugendpressesprecherin f\u00fcr die im Mai 2022 geplante Jugendsynode, ist das neue Format eine ganz gro\u00dfe Chance, Jugendliche besser an Entscheidungen und Prozessen zu beteiligen. Sie hoffe, dass Jugendliche ihre W\u00fcnsche zum Ausdruck bringen k\u00f6nnen und die Synodalen die Offenheit haben, diese auch zu h\u00f6ren. Die Jugend brauche eine Stimme und die Chance, zu partizipieren und mitzugestalten. \u201eHoffentlich bekommt die Jugendsynode auch Rechte zur Mitarbeit in der Synode\u201c, so die 19-J\u00e4hrige aus dem Kirchenkreis Oldenburger M\u00fcnsterland, die gerade ein Freiwilliges Kulturelles Jahr bei der Evangelischen Jugend in Bremen absolviert. Wenn der Jugend die M\u00f6glichkeit zur Beteiligung an der Kirche gegeben werde, biete sich auch die Chance, dass sie weitermache, bei der Kirche bleibe und vielleicht sp\u00e4ter auch in Gemeindekirchenr\u00e4ten mitarbeite oder an anderen Orten der Kirche.<\/p>\n<p><strong>Kirchengesetz der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg zum Schutz vor sexualisierter Gewalt<\/strong><br \/>\nEinstimmig hat die oldenburgische Synode das Kirchengesetz der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg zum Schutz vor sexualisierter Gewalt beschlossen. Mit dem Kirchengesetz setzt die oldenburgische Kirche die Richtlinie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Schutz vor sexualisierter Gewalt um. Ziel sei es, eine m\u00f6glichst einheitliche Praxis in den EKD-Gliedkirchen im Umgang mit sexualisierter Gewalt zu schaffen, sagte Oberkirchenr\u00e4tin Gudrun Mawick, die den Gesetzesentwurf eingebracht hatte.<\/p>\n<p>Sinn und Zweck dieses Kirchengesetzes sei es, Ma\u00dfnahmen zum Schutz vor sexualisierter Gewalt zu treffen, so Mawick. Daher enthalte es beispielsweise Regelungen, wann die Einstellung einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters ausscheide (\u00a7 5). Weiterhin f\u00e4nden sich in \u00a7 6 des Entwurfes Ma\u00dfnahmen, die seitens der Leitungsorgane vorbeugend getroffen werden sollen. Dazu geh\u00f6re, dass in allen Einrichtungen und Bereichen Schutzkonzepte erstellt werden. Eine Meldepflicht f\u00fcr alle Mitarbeitenden bei Hinweisen auf m\u00f6gliche Vorf\u00e4lle sexualisierter Gewalt im Raum der Kirche z\u00e4hle ebenfalls zum Regelwerk (\u00a712).&nbsp;<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus werde mit dem Entwurf der rechtliche Rahmen f\u00fcr die bereits bestehenden Ansprech- (\u00a7 8) und Meldestellen (\u00a7 9) geschaffen. Mit der Ansprechstelle haben Betroffene, die sexualisierte Gewalt innerhalb der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg erfahren haben, eine erste Anlaufstelle. Sie soll Betroffene beraten und informieren. Die Meldestelle nehme entsprechende Meldungen entgegen und verfolge sie weiter. Ein Beirat m\u00fcsse nun noch neu eingerichtet werden, so Mawick.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Oldenburgische Kirche plant Klimaschutzgesetz<\/strong><br \/>\nAuf ihrer dreit\u00e4gigen digitalen Tagung hat die 49. Synode der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg beschlossen, dass ein Klimaschutzgesetz f\u00fcr die oldenburgische Kirche erarbeitet werde soll. Mit dem Integrierten Klimaschutzkonzept, das die oldenburgische Synode im Jahr 2012 beschlossen habe, l\u00e4ge ein guter Ma\u00dfnahmenkatalog vor, der kirchliches Handeln zur Reduzierung klimasch\u00e4dlicher CO2-Emissionen im Detail beschreibe, berichtete Andrea Feyen, Beauftragte f\u00fcr Umwelt, Klimaschutz &amp; Energie der oldenburgischen Kirche. Die aktuelle Situation zeige aber die Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Ziel m\u00fcsse sein, bis 2035 klimaneutral zu sein, betonte Feyen vor der Synode. Damit w\u00fcrde die oldenburgische Kirche dem Beschluss der EKD-Synode vom 10. November 2021 folgen, in dem die EKD-Gliedkirchen dazu auffordert werden, eine datenbasierte Roadmap f\u00fcr einen verbindlichen EKD-weiten Prozess zur Klimaneutralit\u00e4t zu erarbeiten.<\/p>\n<p>Dies k\u00f6nne der oldenburgischen Kirche auch gelingen, wenn das Ziel der Klimaneutralit\u00e4t und die Ma\u00dfnahmen des Integrierten Klimaschutzkonzeptes f\u00fcr alle Einrichtungen der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg verbindlich geregelt sei und geeignete finanzielle und personelle Rahmenbedingungen geschaffen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Auf Empfehlung der Arbeitsgruppe Klimaschutz und des synodalen Ausschusses f\u00fcr theologische und liturgische Fragen, Sch\u00f6pfungsverantwortung, Mission und \u00d6kumene beschlossen die Synodalen nach eigehender Debatte die Einrichtung einer Steuerungsgruppe. Dar\u00fcber hinaus soll es zuk\u00fcnftig eine auf drei Jahre befristete 50% Stelle zur koordinierenden Begleitung bei der Umsetzung der Ma\u00dfnahmen des Integrierten Klimaschutzkonzeptes der oldenburgischen Kirche geben. Hierzu soll der Oberkirchenrat im Einvernehmen mit dem Finanz- und Personalausschuss und mit dem Gemeinsamen Kirchenausschuss bis M\u00e4rz 2022 die Finanzierung zur Einrichtung der Stelle erarbeiten.<\/p>\n<p>Das geplante Klimaschutzgesetz f\u00fcr die oldenburgische Kirche soll verbindliche Regelungen der Verantwortlichkeiten f\u00fcr die Ma\u00dfnahmenumsetzung aufstellen und eine klare Finanzierungsstruktur enthalten. Weiterhin sollen folgende Punkte geregelt werden: Controlling-Konzept und Durchf\u00fchrung, Motivationsf\u00f6rdernde Anreize zur Zusammenarbeit der vor Ort Betroffenen sowie verschiedene verbindliche Rahmenbedingungen.<\/p>\n<p><strong>Synode beschlie\u00dft ausgeglichenen Haushalt f\u00fcr 2022&nbsp;<\/strong><br \/>\nDie Synodalen haben am Samstag in 2. Lesung einen ausgeglichenen Haushalt f\u00fcr das Jahr 2022 beschlossen. Der Haushalt der oldenburgischen Kirche soll 99,06 Millionen Euro umfassen und liegt mit 1,26 Millionen Euro unterhalb des Haushaltsansatzes des Vorjahres, sagte Oberkirchenrat Frank L\u00fctjel\u00fcschen, der erstmalig den Haushalt der oldenburgischen Kirche vorstellte.<\/p>\n<p>An Einnahmen erwarte die oldenburgische Kirche rund 98,28 Millionen Euro und Finanzertr\u00e4ge von 1,6 Millionen Euro. Bedingt durch die Corona-Pandemie w\u00fcrden die Ertr\u00e4ge aus den Kirchensteuern aber erst 2023 wieder das Niveau des Jahres 2019 erreichen. Allerdings werde bei den Kirchensteuern eine Ertragsverbesserung gegen\u00fcber dem Planjahr 2021 in H\u00f6he von rund 3,8 Mio. Euro erwartet. Der wesentliche Grund f\u00fcr die Ausgleichsf\u00e4higkeit des Haushaltsplanes liege in der Reduzierung der R\u00fccklage, so L\u00fctjel\u00fcschen. Zus\u00e4tzlich sei es zu Verschiebungen und Reduzierungen im Bereich der Pfarrstellen gekommen.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Erprobungsphase f\u00fcr Interprofessionelle Teams<\/strong><br \/>\nAm Freitagvormittag nahm die Synode eine Vorlage zu Interprofessionellen Teams in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg zur Kenntnis. Interprofessionelle Teams in der oldenburgischen Kirche, in denen Teammitglieder mitwirken, die mit einem Budget aus einer unbesetzten Pfarrstelle angestellt sind, k\u00f6nnen aus Mitarbeitenden im Verk\u00fcndigungsdienst und aus Mitarbeitenden f\u00fcr die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung bestehen. Dar\u00fcber hinaus sind den Bedarfen von Kirchengemeinden, Regionen und Einrichtungen dienliche Professionen in den Teams ausdr\u00fccklich erw\u00fcnscht.<\/p>\n<p>Die Synode beschloss weiterhin, den synodalen Ausschuss f\u00fcr theologische und liturgische Fragen, Sch\u00f6pfungsverantwortung, \u00d6kumene und Mission zu beauftragen, die theologische Grundlegung und den Prozess der Interprofessionellen Team theologisch zu begleiten. Der Ausschuss f\u00fcr Gemeindedienst, Seelsorge und Diakonie soll den Prozess durch eine Stellungnahme inhaltlich begleiten.<\/p>\n<p>Oberkirchenr\u00e4tin Gudrun Mawick hatte das Konzept am Donnerstagnachmittag den Synodalen vorgestellt. In interprofessionellen Teams arbeiten Akteurinnen und Akteure aus unterschiedlichen Berufen mit ihren jeweiligen professionellen Perspektiven zusammen. Dieses k\u00f6nnen sowohl dieselbe Aufgabe als auch unterschiedliche Handlungsfelder betreffen.<\/p>\n<p>Im Zuge der gegenw\u00e4rtigen Herausforderungen sei es sinnvoll und geboten, interprofessionelle Teams zu erproben, betonte Mawick. Selbst eine Weiterentwicklung sei denkbar, dass die Akteurinnen und Akteure in der Zusammenarbeit ihre Rollengrenzen und Zust\u00e4ndigkeiten \u00fcberschreiten und diese nach ihren berufsspezifischen oder pers\u00f6nlichen Kompetenzen neu aushandeln. Beispielsweise k\u00f6nne eine Diakonin in einer Region verabredungsgem\u00e4\u00df die Leitung einer Kirchengemeinde \u00fcbernehmen, eine Pfarrerin sei in dieser Region zust\u00e4ndig f\u00fcr verabredete Handlungsfelder \u2013 z.B. f\u00fcr die Konfirmandenarbeit und die Koordinierung des Besuchsdienstes, eine Kirchenmusikerin f\u00fcr die Kindergruppen, Senioren- und Erwachsenenkreise.<br \/>\nDass freie Mittel erstmalig f\u00fcr die sogenannten \u201einterprofessionellen Teams\u201c zur Verf\u00fcgung gestellt werden k\u00f6nnen, ist laut Synodenpr\u00e4sidentin Sabine Bl\u00fctchen eine zukunftsweisende Neuerung, der die Synode gerne gefolgt sei.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Jugendsynode f\u00fcr Mai 2022 geplant<\/strong><br \/>\nF\u00fcr die 5. Synodentagung im Mai 2022 plant die oldenburgische Synode eine Jugendsynode. Dies wurde am Donnerstagnachmittag mit sehr gro\u00dfer Mehrheit beschlossen. Ziel sei es, so Synodenpr\u00e4sidentin Sabine Bl\u00fctchen, \u201ejungen Menschen die M\u00f6glichkeit zu geben, sich mit ihren Gaben und Ideen unmittelbar an der Gestaltung und Entwicklung der Kirche zu beteiligen\u201c.&nbsp;<\/p>\n<p>Es habe bereits mit der Jugendkammer, dem Landesjugendpfarramt und verschiedenen Gremien Vorgespr\u00e4che gegeben, um dieses Vorhaben vorzubereiten. Dieses sei bereits so konkret, dass das Synodenpr\u00e4sidium darum bitte, das Oldenburger Projekt \u201eJugendsynode\u201c voranzutreiben und im Rahmen der 5. Tagung der 49. Synode im Mai 2022 umzusetzen.&nbsp;<br \/>\nF\u00fcr die Jugendsynode sollen rund 30 junge Gemeindeglieder aus der oldenburgischen Kirche eingeladen werden, mit den Synodalen das Jahresthema zu diskutieren und Beschlussvorschl\u00e4ge zu erarbeiten. Das Jahresthema, das die Synode im Mai dieses Jahres beschlossen hatte, lautet: \u201eWelche Innovationen, Themen und R\u00e4ume und grunds\u00e4tzliche Ver\u00e4nderungen braucht es, damit die Ev.-Luth. Kirche Oldenburg ihrem Auftrag, \u201af\u00fcr Menschen da zu sein\u2018, gerecht werden kann?\u201c Die 30 Jugendsynodalen sollen in den Kirchenkreisen und aus den kirchlichen Jugendverb\u00e4nden benannt werden. Die Findungsphase wird von der Jugendkammer und vom Landesjugendpfarramt geplant und organisiert.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Frank L\u00fctjel\u00fcschen in das Amt des juristischen Oberkirchenrates eingef\u00fchrt<\/strong><br \/>\nAm Donnerstagnachmittag ist Oberkirchenrat Frank L\u00fctjel\u00fcschen mit einem festlichen Gottesdienst in der St. Lamberti-Kirche in Oldenburg von Bischof Thomas Adomeit offiziell in das Amt des juristischen Oberkirchenrates der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg eingef\u00fchrt worden. Der 52j\u00e4hrige Jurist hat seine Stelle zum 1. November angetreten und nimmt zum ersten Mal als juristisches Mitglied des Oberkirchenrates an einer Synodentagung teil.&nbsp;<\/p>\n<p>Mitten in schweren Zeiten mit zunehmenden Sorgen um die Gesundheit aufgrund steigender Corona-Zahlen sei es ein \u201eTag der Freude\u201c, einen neuen Oberkirchenrat f\u00fcr die oldenburgische Kirche einf\u00fchren zu k\u00f6nnen, sagte Adomeit in seiner Einf\u00fchrungsrede. Mit Frank L\u00fctjel\u00fcschen habe die Kirche \u201eGl\u00fcck gehabt\u201c. Es habe sich mit ihm ein Kandidat mit Zweitem juristischen Examen und der Bef\u00e4higung zum Richteramt beworben, der auch Erfahrung aus dem Finanzbereich mitbringe. Zudem sei er Oldenburger und kenne Land und Leute, Kultur und Mentalit\u00e4t.&nbsp;<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus sei Frank L\u00fctjel\u00fcschen ein Fachmann f\u00fcr Insolvenzrecht und Sanierung. \u201eWir nehmen dabei mehr den Sanierungsteil in Anspruch\u201c, erg\u00e4nzte Adomeit, denn \u201ebei der Sanierung von Unternehmen muss man die Mitarbeitenden mitnehmen \u2013 verhandeln, \u00fcberzeugen, glaubw\u00fcrdig sein. Als Kirche brauchen wir Menschen, die ihre Werte authentisch einbringen \u2013 nur dann sind sie, nur dann ist die Kirche glaubw\u00fcrdig. Das ist unser gr\u00f6\u00dftes Kapital auf dem Weg in die Zukunft.\u201c Das Geld werde weniger, die Ressourcen knapper und die Herausforderungen eher gr\u00f6\u00dfer: \u201eKommunikation, Digitalisierung, Mobilit\u00e4t, Glaubensdiversit\u00e4t.\u201c<\/p>\n<p><strong>Zur Person von Frank L\u00fctjel\u00fcschen<\/strong><br \/>\nFrank L\u00fctjel\u00fcschen (52) stammt geb\u00fcrtig aus Oldenburg. Er war im Mai 2021 im Rahmen der 3. Tagung der 49. Synode der oldenburgischen Kirche zum juristischen Mitglied im Oberkirchenrat der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg gew\u00e4hlt worden.&nbsp;<br \/>\nZuvor war L\u00fctjel\u00fcschen seit 2009 bei der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) schwerpunktm\u00e4\u00dfig f\u00fcr die Sanierung gro\u00dfer Kreditengagements zust\u00e4ndig, seit 2016 als stellvertretender Leiter der Gruppe Forderungsmanagement. Von 2009 bis 2016 war er bei der LzO im Bereich Recht und Sonderkredite mit Schwerpunkt Restrukturierung t\u00e4tig. In den Jahren 2017 bis 2018 war er nebenberuflich Lehrbeauftragter f\u00fcr das Fach Bankrecht an der Jade Hochschule. Bis 2009 war Frank L\u00fctjel\u00fcschen als Prokurist in mehreren F\u00fchrungspositionen bei der Sparkasse Bremen t\u00e4tig.&nbsp;<\/p>\n<p>Frank L\u00fctjel\u00fcschen hat von 1991 bis 1996 Rechtswissenschaften an der Universit\u00e4t Osnabr\u00fcck mit Abschluss Erste Juristische Staatspr\u00fcfung studiert und seine Ausbildung nach einem Rechtsreferendariat von 1996 bis 1998 am Oberlandesgericht Oldenburg mit der Zweiten Juristischen Staatspr\u00fcfung abgeschlossen. L\u00fctjel\u00fcschen ist verheiratet und hat zwei erwachsene T\u00f6chter.<\/p>\n<p><strong>Kirche st\u00e4rker als \u201eHoffnungsr\u00e4ume\u201c ausgestalten<\/strong><br \/>\nIn seinem j\u00e4hrlichen Bericht zur \u201eLage der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg\u201c hat Bischof Thomas Adomeit am Donnerstag dazu aufgerufen, die Kirche st\u00e4rker als \u201eHoffnungsr\u00e4ume\u201c auszugestalten und sich st\u00e4rker f\u00fcr Frieden, Gerechtigkeit und f\u00fcr die Bewahrung der Sch\u00f6pfung einzusetzen. Die Bek\u00e4mpfung der Fluchtursachen m\u00fcsse \u201ef\u00fcr unsere Gesellschaft mehr Priorit\u00e4t bekommen\u201c, mahnte er. Das Bek\u00e4mpfen der Fl\u00fcchtlinge dagegen sei besch\u00e4mend.&nbsp;<\/p>\n<p>Die oldenburgische Kirche sei sowohl Teil der deutschen Gesellschaft als auch der Gemeinschaft der Glaubenden. Zudem sei Kirche aber auch ein \u201eHoffnungsraum\u201c, \u201eein Ort der Freiheit von den Bindungen in dieser Welt\u201c, ohne gesellschaftlichen Druck, ohne Anspruch, alles erreichen zu k\u00f6nnen, ohne Erwartung, \u201eperfekt zu sein und keine Fehler zu haben und keine Fehler zu machen.\u201c Es d\u00fcrfe nicht vergessen werden, diese \u201eHoffnungsr\u00e4ume\u201c auszugestalten, so Adomeit. \u201eOhne unsere Hoffnungsr\u00e4ume im Hier und im Dort bei Gott h\u00e4tten unsere Aktivit\u00e4ten keine Verbindung mit dem Grund, der Quelle unseres Daseins als Kind Gottes.\u201c&nbsp;<\/p>\n<p>Um Menschen zu erreichen, sei die Kirche gefordert, genau hinzuh\u00f6ren, was Menschen eigentlich suchten, betonte Adomeit. \u201eWir m\u00fcssen nach Kommunikationskan\u00e4len suchen, nach verst\u00e4ndlichen Vokabeln und neuen Formen. Was bieten wir an f\u00fcr die Sehnsucht auf Hoffnung und nach Freiheit?\u201c Das Profil, das die Kirche anbiete, sei gut, \u201eunser Gott so gro\u00df und seine Nachrichten so lebensf\u00f6rdernd, dass wir das nicht weichsp\u00fclen sollten und auch nicht verw\u00e4ssern.\u201c Dieses Profil k\u00f6nne sperrig im Weg sein und werde nicht jedem gefallen, aber es m\u00fcsse erkennbar sein, denn es sei Gottes Profil, ermutigte der Bischof.&nbsp;<\/p>\n<p>Auch die Fragen von Frieden und Gerechtigkeit in der Welt gerieten immer wieder in den Hintergrund, \u201eweil wir als Gesellschaft sehr mit uns selbst besch\u00e4ftigt sind.\u201c Dabei machten Probleme und Sorgen nicht an Grenzen halt. Und doch \u201erichten wir unseren Blick nur ungern z. B. an die polnisch-belarussische Grenze\u201c, zu den Fl\u00fcchtlingen im Mittelmeer oder zu Menschen in Afghanistan. Weil der Mensch z\u00e4hle, z\u00e4hle die Gerechtigkeit. Die Bek\u00e4mpfung der Fluchtursachen m\u00fcsse \u201ef\u00fcr unsere Gesellschaft mehr Priorit\u00e4t bekommen.\u201c Das Bek\u00e4mpfen der Fl\u00fcchtlinge dagegen sei besch\u00e4mend.&nbsp;<\/p>\n<p>Die Corona-Pandemie und auch der Klimawandel zeigten, wie verletzlich die Welt sei, betonte Bischof Adomeit. Die Herausforderungen seien zwar global, aber die L\u00f6sungsans\u00e4tze seien regional und sogar lokal zu suchen und zu entwickeln. \u201eEin weiter so kann es nicht geben!\u201c Er dankte den Menschen, \u201edie f\u00fcr den Erhalt unserer Welt und den Schutz des Klimas auf die Stra\u00dfen gehen. Die Bewegungen der Christians for Future, Fridays for Future, die Klimapilger und -pilgerinnen tragen dazu bei, dass wir dieses Thema angehen \u2013 auch in unserer Kirche, es steht auf der Agenda. Mut und Priorisierung k\u00f6nnen dazu beitragen, dass wir mithelfen, Gottes Garten verantwortungsbewusst zu bewohnen.\u201c&nbsp;<\/p>\n<p>1.700 Jahre j\u00fcdisches Leben in Deutschland, an das in diesem Jahr mit einem Festjahr erinnert werde, sei eine Bereicherung, so Adomeit weiter. Ohne das j\u00fcdische Volk w\u00e4re das Christentum gar nicht entstanden und h\u00e4tte &#8220;unsere Kultur&#8221; pr\u00e4gen k\u00f6nnen. Schlie\u00dflich sei Jesus Jude gewesen. \u201eUnd doch gab und gibt es schreckliche Anfeindungen. Wie sehr mussten J\u00fcdinnen und Juden in unserem Land unter Ausgrenzung leiden. Dabei war der Holocaust der H\u00f6hepunkt, leider weder Anfang noch Ende des Antisemitismus. F\u00fcr uns bedeutet das: Wir als Christinnen und Christen m\u00fcssen noch st\u00e4rker gegen den Antisemitismus eintreten.\u201c&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hoffnung auf begr\u00fc\u00dfenswerte Perspektive f\u00fcr die Zukunft des Blockhauses Ahlhorn<\/strong><br \/>\nIn seinem Bericht zum Blockhaus Ahlhorn betonte Oberkirchenrat Detlef Mucks-B\u00fcker, dass die Gespr\u00e4che mit einem m\u00f6glichen neuen Tr\u00e4ger weit vorangeschritten seien. Er habe die Hoffnung, mit Jahresbeginn 2022 die \u00dcbergabe so auf den Weg zu bringen, dass zum zweiten Quartal vor Ort eine neue Einrichtung den Betrieb aufnehmen k\u00f6nne. Erst in dieser Woche h\u00e4tte ein Sondierungsgespr\u00e4ch auf h\u00f6chster Ebene stattgefunden, in dem diese Intention fest zum Ausdruck gebracht worden sei. Dies sein eine sehr begr\u00fc\u00dfenswerte Perspektive f\u00fcr die Zukunft des Blockhauses, so Oberkirchenrat Mucks-B\u00fcker. \u201eAuch f\u00fcr uns w\u00fcrde das bedeuten, dass im Laufe des Jahres 2022 die Umsetzung der Synodenbeschl\u00fcsse zum Abschluss gebracht werden k\u00f6nnten. Ganz so, wie es auch die Haushaltsplanung gem\u00e4\u00df den Synodenvorlagen vorsieht.\u201c Bis zur Entscheidung h\u00e4tten beide Seiten bis auf weiteres Verschwiegenheit vereinbart.<\/p>\n<p>Inzwischen habe eine Vertraulichkeitsvereinbarung abgeschlossen werden k\u00f6nnen, sodass die erforderlichen Unterlagen und Informationen ausgetauscht und gepr\u00fcft werden k\u00f6nnten. Ortsbegehungen h\u00e4tten stattgefunden und es werde angestrebt, zeitnah diesen Pr\u00fcfungsprozess abzuschlie\u00dfen. Dann m\u00fcssten die konkreten \u00dcbergabemodalit\u00e4ten ausgehandelt werden. Gegenseitiges Vertrauen und h\u00f6chste Vertraulichkeit in den Begegnungen und Gespr\u00e4chen seien dabei zwei sehr wichtige Faktoren.&nbsp;<\/p>\n<p>Erste konzeptionelle Ans\u00e4tze w\u00fcrden auch die realistische M\u00f6glichkeit einschlie\u00dfen, \u201edass wir als Kirche mit unseren Gruppen und Tagungen das Blockhaus wieder als G\u00e4ste und Nutzerinnen und Nutzer besuchen k\u00f6nnen\u201c, zeigte sich Mucks-B\u00fcker zuversichtlich.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zweites Nachtragshaushaltsgesetz f\u00fcr das Haushaltsjahr 2021<\/strong><br \/>\nDie Synode beschloss weiterhin den Zweiten Nachtragshaushalt der oldenburgischen Kirche f\u00fcr das Haushaltsjahr 2021. Der Nachtragshaushalt sieht eine Erh\u00f6hung der Einnahmen von 93,94 Millionen Euro auf 94,87 Millionen vor. Die Finanzertr\u00e4ge f\u00fcr das laufende Jahr in H\u00f6he 2,41 Millionen Euro wurden nicht ge\u00e4ndert. Dem gegen\u00fcber wurde die Summe der ordentlichen Aufwendungen f\u00fcr das Haushaltsjahr 2021 um 151.150 Euro auf nunmehr 100,32 Millionen Euro erh\u00f6ht. Die R\u00fccklagenentnahmen wurden von 4,7 Millionen Euro auf 3,92 Millionen Euro reduziert. Damit ergibt sich f\u00fcr das Haushaltsjahr 2021 ein ausgeglichener Haushalt.<\/p>\n<p>Im Zweiten Nachtragshaushalt seien sowohl Erh\u00f6hungen der Ertr\u00e4ge, als auch noch nicht geplante Aufwendungen, die bis zu Erstellung des Nachtragshaushalts aufgelaufen seien, ber\u00fccksichtigt worden, erkl\u00e4rte Bischof Thomas Adomeit in seiner Einbringung. Anlass f\u00fcr den Nachtragshaushalt seien Aufwendungen f\u00fcr die Abwicklung des Blockhauses Ahlhorn, insbesondere Personalaufwendungen, sowie die Nachzahlung einer EKD-Umlage des Vorjahres. Entsprechend dem Haushaltsgesetz m\u00fcsse ein Nachtragshaushalt aufgestellt werden, wenn absehbar ein \u201eerheblicher Fehlbetrag\u201c entstanden sei.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen und Beschl\u00fcsse sowie Fotos zur Synodentagung finden Sie unter: <a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/kirche-gemeinden\/synode\/4\/49-synode\">https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/kirche-gemeinden\/synode\/4\/49-synode<\/a>&nbsp;<\/strong>&nbsp;<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/pressemitteilungen\/artikel\/digitale-herbsttagung-der-synode-der-oldenburgischen-kirche\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Digitale Herbsttagung der Synode der oldenburgischen Kirche<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 4. Tagung der 49. Synode der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg hat am Samstag, 20. November, in zweiter Lesung einen ausgeglichenen Haushalt f\u00fcr das Jahr 2022 und ein Kirchengesetz zum Schutz vor sexualisierter Gewalt beschlossen. Weiterhin soll es zuk\u00fcnftig ein Klimaschutzgesetz geben. Angesichts fortbestehender Corona-bedingter Beschr\u00e4nkungen fand die Tagung zum dritten Mal als DIGITALE Synode statt. Da die Verhandlungen der Synode grunds\u00e4tzlich \u00f6ffentlich sind, konnten die Beratungen im Live-Stream verfolgt werden. Die Synode habe sehr konzentriert und inhaltlich intensiv gearbeitet; \u201erichtig gute synodale Arbeit\u201c, so das Fazit von Synodenpr\u00e4sidentin Bl\u00fctchen. Dass bei den Haushaltsberatungen f\u00fcr das kommende Jahr keine Betr\u00e4ge&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"false","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[43],"tags":[44],"class_list":["post-19361","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kirche-oldenburg","tag-kirche-oldenburg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19361","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19361"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19361\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19362,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19361\/revisions\/19362"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19361"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19361"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19361"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}