{"id":20226,"date":"2022-02-21T08:21:00","date_gmt":"2022-02-21T07:21:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/sterbehilfe-organisationen-halfen-2021-bei-fast-350-suiziden\/"},"modified":"2022-02-22T10:17:25","modified_gmt":"2022-02-22T09:17:25","slug":"sterbehilfe-organisationen-halfen-2021-bei-fast-350-suiziden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/sterbehilfe-organisationen-halfen-2021-bei-fast-350-suiziden\/","title":{"rendered":"Sterbehilfe-Organisationen halfen 2021 bei fast 350 Suiziden"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoPlainText\">Berlin\/Hannover (epd). In Deutschland t\u00e4tige Sterbehilfe-Organisationen haben im vergangenen Jahr in fast 350 F\u00e4llen Suizide begleitet oder Assistenz f\u00fcr die Selbstt\u00f6tung vermittelt. Die \u00abDeutsche Gesellschaft f\u00fcr Humanes Sterben\u00bb, \u00abDignitas Deutschland\u00bb und \u00abSterbehilfe Deutschland\u00bb stellten am Montag in Berlin entsprechende Zahlen vor. Gr\u00fcnde f\u00fcr den Sterbewunsch der Betroffenen waren den Angaben zufolge schwere Erkrankungen, aber auch sogenannte Lebenssattheit ohne ein k\u00f6rperliches Leiden. Alle drei Organisationen stellten auch Hilfe f\u00fcr Paare bereit, die gemeinsam sterben wollten.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Die \u00abDeutsche Gesellschaft f\u00fcr Humanes Sterben\u00bb (DGHS) vermittelte 2021 nach eigenen Angaben 120 Sterbewillige an Sterbehelfer.&nbsp;\u00abSterbehilfe Deutschland\u00bb organisierte demnach 129 Suizidassistenzen, \u00abDignitas\u00bb mit Deutschlandsitz in Hannover 97. Dies summiert sich auf&nbsp;346 F\u00e4lle, im Durchschnitt also fast jeden Tag einen. Robert Ro\u00dfbruch, Pr\u00e4sident der DGHS, rechnet damit, dass die Zahl noch steigen wird. Seine Organisation rechne mit 250 F\u00e4llen in diesem Jahr, sagte er.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Die Organisationen sind umstritten. 2015 verabschiedete der Bundestag ein Gesetz, das die auf Wiederholung angelegte Suizidassistenz unter Strafe stellte. Dieses Gesetz wurde durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts im Februar 2020 kassiert.&nbsp;Seitdem ist die Hilfe bei der Selbstt\u00f6tung auch Organisationen wieder erlaubt. Bei der Suizidassistenz wird einem Sterbewilligen in der Regel ein t\u00f6dlich wirkendes Medikament \u00fcberlassen, er nimmt es aber selbst ein. Dies unterscheidet diese Form der Sterbehilfe von der T\u00f6tung auf Verlangen, die weiter unter Strafe steht.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Ein neues Gesetz zur Regelung der Suizidassistenz hatte der Bundestag w\u00e4hrend der zur\u00fcckliegenden Legislaturperiode nicht mehr auf den Weg gebracht. Aus dem neu gew\u00e4hlten Parlament gibt es inzwischen einen neuen ersten Vorschlag, der organisierte Hilfe bei der Selbstt\u00f6tung wieder unter Strafe stellen, unter gewissen Voraussetzungen aber erm\u00f6glichen w\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">In einem am Montag ebenfalls pr\u00e4sentierten Appell wenden sich die Sterbehilfe-Organisationen gegen eine gesetzliche Regulierung. DGHS-Pr\u00e4sident Ro\u00dfbruch verwies auf die Regeln, die sich seine Vereinigung selbst gegeben habe. Nach seinen Angaben kl\u00e4ren ein Arzt und ein Jurist jeweils, ob der Sterbewunsch freiverantwortlich getroffen wurde. Ro\u00dfbruch wandte sich auch gegen eine Beratungspflicht, wie sie der k\u00fcrzlich von Abgeordneten nahezu aller Fraktionen vorgestellte Entwurf vorsieht. Dem Staat und der Gesellschaft stehe es nicht zu, \u00fcber die Motive eines Suizids zu urteilen, sagte er.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Die Vorsitzende von \u00abDignitas Deutschland\u00bb, Sandra Martino, verwies auf die hohe Zahl der Suizide in Deutschland, die im Vergleich die begleiteten Selbstt\u00f6tungen klein erscheinen lie\u00dfen. 9.206 Menschen t\u00f6teten sich 2020 in Deutschland laut Statistischem Bundesamt selbst. F\u00fcr 2021 liegen noch keine Zahlen vor. Ihr gehe es auch darum, einsame und gef\u00e4hrliche Suizide zu vermeiden, sagte Martino. In allen drei Organisationen m\u00fcssen Menschen, die eine Suizidassistenz wollen, Mitglied werden und Geb\u00fchren entrichten, die oft mehrere Tausend Euro betragen.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">W\u00e4hrend die Organisationen eine gesetzliche Regulierung ihrer Aktivit\u00e4ten ablehnen, sieht die Deutsche Stiftung Patientenschutz den Staat durchaus in der Pflicht, eine Regelung zu treffen. Der Gesetzgeber sei gefordert, den T\u00f6tungshelfer strafrechtlich in den Blick zu nehmen, sagte Vorstand Eugen Brysch. \u00abEr allein muss daf\u00fcr juristisch verantwortlich gemacht werden, die freie Selbstbestimmung des Suizidwilligen jederzeit zu garantieren\u00bb, sagte er.<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/news-niedersachsen\/artikel\/sterbehilfe-organisationen-halfen-2021-bei-fast-350-suiziden\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sterbehilfe-Organisationen halfen 2021 bei fast 350 Suiziden<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin\/Hannover (epd). In Deutschland t\u00e4tige Sterbehilfe-Organisationen haben im vergangenen Jahr in fast 350 F\u00e4llen Suizide begleitet oder Assistenz f\u00fcr die Selbstt\u00f6tung vermittelt. 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