{"id":20538,"date":"2022-03-24T15:44:15","date_gmt":"2022-03-24T14:44:15","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/gewalt-beenden-dem-hass-entgegentreten\/"},"modified":"2022-03-24T22:17:21","modified_gmt":"2022-03-24T21:17:21","slug":"gewalt-beenden-dem-hass-entgegentreten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/gewalt-beenden-dem-hass-entgegentreten\/","title":{"rendered":"\u201eGewalt beenden, dem Hass entgegentreten\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die Kirchenkonferenz der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat sich in ihrer am Donnerstag, 24. M\u00e4rz, beendeten zweit\u00e4gigen Sitzung ausf\u00fchrlich mit dem Krieg befasst, den der russische Staatspr\u00e4sident gegen die Ukraine begonnen hat. In einer einstimmig verabschiedeten Stellungnahme bekr\u00e4ftigt die Kirchenkonferenz, der alle leitenden Geistlichen (Bisch\u00f6finnen und Bisch\u00f6fe) und leitenden Juristinnen und Juristen der 20 evangelischen Landeskirchen angeh\u00f6ren, ihre Solidarit\u00e4t mit den Menschen in der Ukraine und verurteilt den v\u00f6lkerrechtswidrigen Krieg und dankt f\u00fcr die Spendenbereitschaft in Deutschland. \u201eHass und Gewalt d\u00fcrfen nicht das letzte Wort haben. Das letzte Wort hat der Frieden. Christus ist unser Friede\u201c, so die EKD-Ratsvorsitzende, Pr\u00e4ses Annette Kurschus, die das Gremium leitet. Zwar sei Frieden letztlich nicht mit Waffengewalt herzustellen. Dem bleibenden Wunsch nach Gewaltfreiheit stehe angesichts eines Aggressors, der V\u00f6lkerrecht missachte und Kriegsverbrechen begehe, aber auch die Option gegen\u00fcber, die Ukraine mit Waffen zu unterst\u00fctzen. \u201eDas Selbstverteidigungsrecht der Ukraine im Blick auf die gegen sie gerichteten Aggressionen ist unbestritten.\u201c<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nIn der Stellungnahme, die auch von den Oldenburger Mitgliedern Bischof Thomas Adomeit und Oberkirchenrat Frank L\u00fctjel\u00fcschen mitgetragen wird, ruft die Kirchenkonferenz dazu auf, gefl\u00fcchtete Menschen aufzunehmen und keine Spaltung zwischen verschiedenen Gruppen von Gefl\u00fcchteten entstehen zu lassen. Ausdr\u00fccklich w\u00fcrdigt die Stellungnahme den Mut vieler orthodoxer Priester in Russland, die sich gegen den Krieg und die Position Ihrer Kirchenleitung ge\u00e4u\u00dfert haben. \u201eUmso wichtiger ist es uns, einer pauschalen Wahrnehmung der russischen Orthodoxie und deren Einordnung in ein uniformes Feindbild von Russland entschieden entgegenzuwirken\u201c, hei\u00dft es in dem Text. An die Bundesregierung appelliert die Kirchenkonferenz, angesichts der Auswirkungen des Krieges auf den globalen Getreidemarkt von der beabsichtigten K\u00fcrzung der Mittel f\u00fcr Entwicklungshilfe abzusehen.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;<br \/>\nDie Stellungnahme im Wortlaut:<\/p>\n<p><strong>Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder hei\u00dfen.<\/strong><br \/>\n<em>Matth\u00e4usevangelium Kapitel 5, Vers 9<\/em><br \/>\n&nbsp;&nbsp;<br \/>\nWir sprechen allen Menschen, die in der Ukraine und angrenzenden L\u00e4ndern von der unfassbaren Gewalt des vom russischen Staatspr\u00e4sidenten begonnenen Krieges betroffen sind, unsere Achtung und unser tiefes Mitgef\u00fchl aus. Dass Menschen \u2013 Soldaten wie Zivilbev\u00f6lkerung \u2013 f\u00fcr politische und milit\u00e4rische Ziele instrumentalisiert, verletzt und get\u00f6tet werden, verurteilen wir auf das Sch\u00e4rfste. Wir bewundern den Mut der ukrainischen Zivilgesellschaft und nehmen ihn angesichts unserer komfortablen Situation in Deutschland mit einem Gef\u00fchl der Besch\u00e4mung zur Kenntnis. Mit Respekt und voller Dankbarkeit blicken wir auf die gro\u00dfe Hilfsbereitschaft, die sich in der Ukraine, den angrenzenden L\u00e4ndern und auch bei uns in Deutschland zeigt. Wir werden alles in unserer M\u00f6glichkeit Stehende tun, um die Menschen in der Ukraine und Gefl\u00fcchtete zu unterst\u00fctzen. Dazu z\u00e4hlt die F\u00fcrbitte genauso wie die Seelsorge an Traumatisierten, der Einsatz f\u00fcr besonders verletzliche Menschen und alle Unterst\u00fctzung f\u00fcr diplomatische und nichtmilit\u00e4rische Wege.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;<br \/>\nAuf der Grundlage des Evangeliums von Jesus Christus sind wir zutiefst davon \u00fcberzeugt, dass Frieden letztlich nicht mit Waffengewalt zu schaffen ist. Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg. Ohne Vertrauen, Gerechtigkeit und pers\u00f6nliche Kontakte zwischen Menschen aller V\u00f6lker ist Frieden nicht m\u00f6glich. Dennoch sehen wir das Dilemma verschiedener Optionen zwischen dem grunds\u00e4tzlichen Wunsch nach einer gewaltfreien Konfliktl\u00f6sung und dem Impuls, angesichts eines Aggressors, der auf brutale Weise geltendes V\u00f6lkerrecht missachtet und Kriegsverbrechen begeht, die Ukraine mit Waffen zu unterst\u00fctzen. Unbestritten ist das Selbstverteidigungsrecht der Ukraine im Blick auf die gegen sie gerichteten Aggressionen.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;<br \/>\nWir rufen die russische F\u00fchrung auf, die Gewalt zu beenden. Wir sehen mit ohnm\u00e4chtigen Gef\u00fchlen auf den Kriegstreiber und unterst\u00fctzen die Bem\u00fchungen der Politik, ihm wirksam entgegenzutreten. Wir selbst k\u00f6nnen viel f\u00fcr die Menschlichkeit tun. Dazu geh\u00f6rt es, gefl\u00fcchtete Menschen aufzunehmen und in unserer Gesellschaft keine Spaltung zwischen verschiedenen Gruppen von Gefl\u00fcchteten entstehen zu lassen. Das Recht auf Zuflucht an einem sicheren Ort ist nicht teilbar.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;<br \/>\nWir d\u00fcrfen \u00fcber die gro\u00dfe Hilfs- und Spendenbereitschaft f\u00fcr die Ukraine nicht andere Kriegsregionen vergessen. Eine solche Verlagerung der Hilfsbereitschaft l\u00e4uft auf Dauer Gefahr, als Folge des Krieges in der Ukraine Konflikte in anderen Weltgegenden zu verursachen und Menschen sterben zu lassen. Humanit\u00e4t ist nicht teilbar. Humanit\u00e4t stiftet Frieden. Wir bitten die Bundesregierung mit Nachdruck, von der beabsichtigten K\u00fcrzung der Mittel f\u00fcr Entwicklungshilfe abzusehen.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;<br \/>\nInnerhalb der Russisch-Orthodoxen Kirche nehmen wir eine deutliche Mehrstimmigkeit wahr. Von Beginn an gab es auch in deren Reihen Voten gegen die Kriegshandlungen, insbesondere in der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats. Wir w\u00fcrdigen den Mut vieler orthodoxer Priester in Russland, die sich in einer Unterschriftenaktion gegen den Krieg und die Position Ihrer Kirchenleitung ge\u00e4u\u00dfert haben. Als Friedensstifter haben sie viel riskiert und sich in gro\u00dfe Gefahr begeben. Umso wichtiger ist es uns, einer pauschalen Wahrnehmung der russischen Orthodoxie und deren Einordnung in ein uniformes Feindbild von Russland entschieden entgegenzuwirken.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;<br \/>\nAngesichts der Mehrstimmigkeit der russischen Orthodoxie hoffen wir, dass es m\u00f6glich ist, Br\u00fccken des Dialogs aufrecht zu erhalten. Sie k\u00f6nnen Wege er\u00f6ffnen, die f\u00fcr einen Friedensprozess von gro\u00dfer Bedeutung sein k\u00f6nnen. F\u00fcr eine langfristige und tragf\u00e4hige Perspektive ist es entscheidend, kulturelle, wirtschaftliche und menschliche Kontakte zu halten. Die Zivilgesellschaft in Russland ist auf unsere Unterst\u00fctzung angewiesen. Ebenso wichtig ist es, den gesellschaftlichen Zusammenhalt bei uns zu f\u00f6rdern. Es darf sich kein Hass gegen Menschen russischer Abstammung bei uns ausbreiten.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;<br \/>\nEine k\u00fcnftige Friedensordnung braucht mehr als milit\u00e4rische Gewalt und Abschreckung: sie braucht globale Gerechtigkeit; sie braucht Klimagerechtigkeit, sie braucht eine verbindliche Rechtsordnung, die die Zivilgesellschaft st\u00e4rkt, die Menschenrechte sichert und auch f\u00fcr Gro\u00dfm\u00e4chte gilt.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;<br \/>\nHass und Gewalt d\u00fcrfen nicht das letzte Wort haben. Das letzte Wort hat der Frieden. Christus ist unser Friede.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;<br \/>\nHannover, 24. M\u00e4rz 2022<br \/>\n&nbsp;&nbsp;<br \/>\nPressestelle der EKD<br \/>\nCarsten Splitt<br \/>\n&nbsp;&nbsp;<br \/>\nDie Stellungnahme steht als Download zur Verf\u00fcgung unter <a href=\"http:\/\/www.ekd.de\/kirchenkonferenz-ukraine\">www.ekd.de\/kirchenkonferenz-ukraine<\/a>&nbsp;<br \/>\n&nbsp;&nbsp;<br \/>\nAktuelle Informationen und Materialien zum Thema \u201eKrieg in der Ukraine\u201c finden Sie unter <a href=\"http:\/\/www.ekd.de\/ukraine\">www.ekd.de\/ukraine<\/a>&nbsp;<br \/>\n&nbsp;&nbsp;<br \/>\n\u00dcber die Kirchenkonferenz der EKD: Die leitenden Theologinnen und Theologen sowie die leitenden Juristen und Juristinnen der Gliedkirchen bilden die Kirchenkonferenz der EKD. Das Gremium trifft sich viermal im Jahr, ber\u00e4t \u00fcber die Arbeit der EKD und \u00fcber gemeinsame Anliegen der Gliedkirchen. Die Kirchenkonferenz leitet der Synode und dem Rat Vorlagen oder Anregungen zu, wirkt bei der Wahl des Rates mit und hat ein eigenes Initiativrecht bei der Gesetzgebung. Geleitet wird die Kirchenkonferenz von der Ratsvorsitzenden der EKD, Pr\u00e4ses Annette Kurschus.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/pressemitteilungen\/artikel\/gewalt-beenden-dem-hass-entgegentreten\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eGewalt beenden, dem Hass entgegentreten\u201c<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kirchenkonferenz der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat sich in ihrer am Donnerstag, 24. M\u00e4rz, beendeten zweit\u00e4gigen Sitzung ausf\u00fchrlich mit dem Krieg befasst, den der russische Staatspr\u00e4sident gegen die Ukraine begonnen hat. 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