{"id":20656,"date":"2022-04-01T07:50:00","date_gmt":"2022-04-01T05:50:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/durchhalten-weitermachen-nach-vorn-blicken-nach-zwei-corona-jahren-stehen-viele-familien-noch-immer-unter-stress\/"},"modified":"2022-04-04T11:17:22","modified_gmt":"2022-04-04T09:17:22","slug":"durchhalten-weitermachen-nach-vorn-blicken-nach-zwei-corona-jahren-stehen-viele-familien-noch-immer-unter-stress","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/durchhalten-weitermachen-nach-vorn-blicken-nach-zwei-corona-jahren-stehen-viele-familien-noch-immer-unter-stress\/","title":{"rendered":"Durchhalten, weitermachen, nach vorn blicken &#8211; Nach zwei Corona-Jahren stehen viele Familien noch immer unter Stress"},"content":{"rendered":"<p>Mehr als zwei Jahre Corona Pandemie liegen hinter den Menschen.<br \/>\nBesonders schwierig war die Situation f\u00fcr berufst\u00e4tige Eltern mit Kindern. Die Belows aus Soltau hat die Krise viel Kraft gekostet, ihre Zuversicht haben sie sich dennoch erhalten.<\/p>\n<p>\nSoltau (epd). Klagen, sich beschweren, Hilfe einfordern, Vorw\u00fcrfe machen &#8211; das ist nicht die Art von Nicole Below und ihrem Mann Nico. Wer sich zu ihnen in den Garten in der Siedlung Ahlften in Soltau in die Fr\u00fchlingssonne setzt, lernt ein zur\u00fcckhaltendes, freundliches Ehepaar kennen. Nico Below verschwindet in der K\u00fcche, um Kaffee zu kochen, Nicole Below nimmt den kleinen Vin auf den Scho\u00df und l\u00e4chelt. Klar, Probleme und Sorgen g\u00e4be es, wie in jeder Familie. Aber das ist nicht der Rede wert. Oder doch? Die 42-J\u00e4hrige seufzt.<\/p>\n<p>\n\u00abDie zur\u00fcckliegenden zwei Corona-Jahre waren hart\u00bb, sagt sie schlie\u00dflich. \u00abF\u00fcr uns alle.\u00bb Nicole und Nico Below haben drei Kinder, die 14-j\u00e4hrige Aaliyah und die Zwillinge Vin und Dean, sechs Jahre alt. Vin hat das Asperger-Syndrom, eine autistische Entwicklungsst\u00f6rung, sowie weitere genetische Defekte. Er braucht Unterst\u00fctzung, viel Zuwendung und Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p>\nBereits vor Corona war das Leben der Belows anstrengend. Beide Eltern sind berufst\u00e4tig, die Kinder gingen in Kindergarten und Schule. Damit es im Alltag rund lief, war alles straff organisiert. \u00abBesonders f\u00fcr Vin sind geregelte Abl\u00e4ufe wichtig\u00bb, sagt die Mutter.<\/p>\n<p>\nUnd dann von einem Tag auf den anderen: Kita dicht, Schule dicht.<br \/>\nWichtige St\u00fctzen wie die Mitarbeiterin der \u00abAutismus Ambulanz\u00bb, die regelm\u00e4\u00dfig kam, sich liebevoll um Vin k\u00fcmmerte und der Familien Freir\u00e4ume er\u00f6ffnete, brachen weg. Nico Below, der in Schichtarbeit in einer Brotfabrik t\u00e4tig und wenig zu Hause war, sah keinen anderen Weg, als sich einen anderen Job zu suchen. \u00abIch konnte meine Frau doch nicht mit all dem allein lassen\u00bb, sagt der gelernte M\u00f6beltischler.<\/p>\n<p>\nAuch Nicole Below musste sich eine neue T\u00e4tigkeit suchen, ihr wurde betriebsbedingt gek\u00fcndigt. \u00abIndirekt ebenfalls eine Auswirkung von Corona\u00bb, sagt sie. Ihren Job habe sie mit den Kindern, die pl\u00f6tzlich alle den ganzen Tag zuhause waren, aber ohnehin nicht weiter aus\u00fcben k\u00f6nnen. Also suchte sich die Kauffrau etwas Neues. Sie ist nun f\u00fcr einen Saunahersteller t\u00e4tig, bearbeitet die Reklamationen. \u00abDas kann ich im Homeoffice machen\u00bb, sagt sie. Ihr B\u00fcro ist ihr Schlafzimmer.<\/p>\n<p>\n\u00abEltern am Limit\u00bb, \u00abAusnahmezustand\u00bb, \u00abFamilien in der Corona-Krise\u00bb &#8211; Schlagzeilen \u00fcber Eltern und Kinder in der Pandemie gab es viele, Hilfen indes kaum. Es gehe um Existenzen, sagt Christine Heymann-Splinter, Vorsitzende der \u00abLandeselternvertretung der nieders\u00e4chsischen Kindertagesst\u00e4tten\u00bb. Die Realit\u00e4t junger Familien sehe so aus, dass beide Eltern arbeiten gehen m\u00fcssen, \u00abum die Rechnungen zu bezahlen\u00bb, sagt sie. \u00abDas ist nur mit verl\u00e4sslicher Betreuung m\u00f6glich.\u00bb<\/p>\n<p>\nAuch Sina Denecke von der \u00abInitiative Familie\u00bb, die sich 2020 als Reaktion auf die Pandemie gr\u00fcndete, betont: \u00abVielen Familien in Deutschland geht es schlecht nach zwei Jahren Pandemie.\u00bb Besonders M\u00fctter seien ins Hintertreffen geraten, kritisiert Denecke. Das Motto habe zu oft gelautet, \u00abMama macht das schon\u00bb.<\/p>\n<p>\nWie sie f\u00fcrchtet Jutta Allmendinger, dass Corona die Gleichberechtigung zur\u00fcckdrehe und es zu einer Retraditionalisierung komme. Die Politik habe entschieden, Kitas und Schulen sehr schnell zu schlie\u00dfen, sagte die Soziologin dem Magazin \u00abSpiegel\u00bb im Februar. \u00abDas war nur m\u00f6glich, weil man wusste, dass M\u00fctter \u00fcberwiegend in Teilzeit erwerbst\u00e4tig sind und Beruf und Kinderbetreuung auch dann schaukeln w\u00fcrden, wenn die Kinder den ganzen Tag daheim sind.\u00bb<\/p>\n<p>\nBei den Belows ist die Last des Corona-Familienalltags immerhin auf zwei Schultern verteilt. Dennoch ist ihnen die Anstrengung der letzten 24 Monate anzusehen. Immer nur funktionieren, nie ausspannen &#8211; das hinterl\u00e4sst Spuren. \u00abFr\u00fcher haben wir uns mal ein Wellnesswochenende zu zweit geg\u00f6nnt\u00bb, sagt Nicole Below. Daran war nicht zu denken. \u00abWo h\u00e4tten denn die Kinder bleiben sollen?\u00bb<\/p>\n<p>\nKraft fanden die Eltern, die beide aus Sachsen-Anhalt stammen, immer auch in ihren Familien. \u00abVor Corona waren wir oft in Osterburg\u00bb, sagt Nico Below wehm\u00fctig. Dann wurde alles kompliziert. Lockdown, Reisebeschr\u00e4nkungen, die Angst, andere zu infizieren. \u00abWir vermissen unsere Familie\u00bb, sagt er.<\/p>\n<p>\nWie sie die letzten zwei Jahre \u00fcberstanden haben, wissen die Belows selbst nicht so genau. Der Garten habe geholfen, das Trampolin und der Pool, die extra f\u00fcr die Kinder angeschafft wurden, auch. \u00abSo kam wenigstens auch Aaliyah mal aus dem Haus.\u00bb Ihre Gro\u00dfe mache ihr Sorgen, sagt Nicole Below. Die 14-J\u00e4hrige verlasse selten ihr Zimmer. \u00abDas Handy scheint an ihr festgewachsen.\u00bb<\/p>\n<p>\nIn eine Decke geh\u00fcllt sitzt Aaliyah am PC, sie spielt das Fantasy-Action-Rollenspiel \u00abGenshin Impact\u00bb, in den Garten m\u00f6chte sie nicht kommen. Was hat sie w\u00e4hrend der Lockdowns am meisten vermisst? Aaliyah dr\u00fcckt die Pausentaste und zuckt mit den Schultern. \u00abMeine Freunde\u00bb, sagt sie leise. \u00abUnd den Freizeitpark Soltau.\u00bb Der sei nicht weit weg. \u00abAber der hatte auch immer zu.\u00bb<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/news-niedersachsen\/artikel\/durchhalten-weitermachen-nach-vorn-blicken-nach-zwei-corona-jahren-stehen-viele-familien-noch-immer-unter-stress\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Durchhalten, weitermachen, nach vorn blicken &#8211; Nach zwei Corona-Jahren stehen viele Familien noch immer unter Stress<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr als zwei Jahre Corona Pandemie liegen hinter den Menschen. Besonders schwierig war die Situation f\u00fcr berufst\u00e4tige Eltern mit Kindern. Die Belows aus Soltau hat die Krise viel Kraft gekostet, ihre Zuversicht haben sie sich dennoch erhalten. Soltau (epd). 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