{"id":21486,"date":"2022-07-06T13:26:39","date_gmt":"2022-07-06T11:26:39","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/hohe-belastung-fuer-die-mitarbeitenden\/"},"modified":"2022-07-06T23:17:20","modified_gmt":"2022-07-06T21:17:20","slug":"hohe-belastung-fuer-die-mitarbeitenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/hohe-belastung-fuer-die-mitarbeitenden\/","title":{"rendered":"Hohe Belastung f\u00fcr die Mitarbeitenden"},"content":{"rendered":"<p>In den konfessionellen Kindertagesst\u00e4tten in Wilhelmshaven regt sich erster Widerstand gegen das neue Nieders\u00e4chsische Kindertagesst\u00e4tten Gesetz. Die neuen Vorschriften haben n\u00e4mlich erheblichen Einfluss auf die Zuverl\u00e4ssigkeit der Betreuungszeiten, immer wieder m\u00fcssen kurzfristig Gruppen geschlossen werden. Das stellt die Eltern vor erhebliche Probleme, ist aber auch eine hohe Belastung f\u00fcr die Mitarbeiter und die Leitung der Einrichtungen. Jetzt informierten die Leitungen der konfessionellen Kindertagesst\u00e4tten die Elternvertreter in der Christus- und Garnisonkirche in Wilhelmshaven \u00fcber die Entwicklungen.&nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nAus dem Kreis der Leiterinnen hatten Kerstin F\u00fcrst, Sabine Wistuba und Doris Voges den Abend organisiert, eingeladen &nbsp;waren Frauke R\u00fcter-Schmidt von der Fachstelle Kindergartenarbeit im Oberkirchenrat, Pastor Kai Wessels als Sprecher der konfessionellen Kindertagesst\u00e4tten in Wilhelmshaven und der Leiter des st\u00e4dtischen Jugendamtes J\u00f6rg Ratzmann.&nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDetailliert wurde die Entstehung des neuen Gesetzes erl\u00e4utert, das als Zielsetzung eine h\u00f6here Qualit\u00e4t der Erziehung und F\u00f6rderung der Kinder in den Einrichtungen habe. Die neue Regelung fordert jederzeit (sowohl in Kernzeiten mit vielen Kindern als auch in Randzeiten mit wenigen Kindern) zwei p\u00e4dagogische Fachkr\u00e4fte in einer Gruppe. Bisher konnte hier auch mit p\u00e4dagogischen Assistenzkr\u00e4ften oder \u201egeeigneten Personen\u201c gearbeitet werden. Das stellt die Einrichtungen vor erhebliche Schwierigkeiten, denn sie haben das Personal nicht \u2013 und k\u00f6nnen es auch nicht einstellen, der Markt ist leergefegt. Es bleibt also nur, Gruppen zu schlie\u00dfen weil die gesetzlichen Vorgaben an die Personaldecke nicht eingehalten werden k\u00f6nnen.&nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nAuf dem Podium waren sich alle einig, dass es sich um ein gutes Gesetz handele. \u201eDieses Gesetz f\u00f6rdert unsere Kinder, aber es wurde vergessen eine \u00dcbergangsfrist von drei Jahren einzur\u00e4umen\u201c, sagte Wessels. Denn mit Sozialassistenten, die in vielen Einrichtungen als Zweitkr\u00e4fte eingesetzt sind und wenn es eng wird, oft auch allein eine Gruppe \u00fcbernehmen, kommt man nun nicht mehr aus. Paradoxerweise werden zurzeit aber immer noch Sozialassistenten ausgebildet, die am Ende aber nicht mehr ben\u00f6tigt werden. Viele langj\u00e4hrig t\u00e4tige &nbsp;Sozialassistenten m\u00fcssen sich f\u00fcr eine weitere Qualifizierung aber komplett aus dem Berufsalltag zur\u00fcckziehen und erneut die Schulbank dr\u00fccken \u2013 das f\u00fchrt zu weiteren Engp\u00e4ssen bei den Betreuungskr\u00e4ften \u2013 und weiteren Gruppenschlie\u00dfungen&nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nRatzmann unterstrich, dass die Entwicklung kein Wilhelmshavener Problem sei, sondern die gesamte Gesellschaft treffe. Hier sei zwar mit guter Absicht ein Gesetz verabschiedet worden, die Realisierbarkeit sei aber v\u00f6llig au\u00dfer Acht gelassen worden. Gleichwohl sichere das Gesetz eine h\u00f6here Qualit\u00e4t der Betreuung. &nbsp;&nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nBessere Qualit\u00e4t? Die Elternvertreter sahen das ganz anders. \u201eWo ist die bessere Qualit\u00e4t, wenn mein Sohn tagelang mit meiner Frau, die im Homeoffice arbeiten kann, zu Hause sein muss und unzufrieden ist?\u201c, fragte ein Vater. Etliche Elternvertreter fragten direkt, was sie tun k\u00f6nnten. \u201eErheben sie ihre Stimme, Eltern haben ein hohes Gewicht gegen\u00fcber der Politik, das zeigt die Erfahrung\u201c, erkl\u00e4rte Ratzmann.&nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nM\u00e4chtig sauer sind die Eltern auch, dass Sozialassistenten ab sofort gar nicht mehr ben\u00f6tigt werden. \u201eViele haben einen gro\u00dfen Erfahrungsschatz und leisten hervorragende Arbeit \u2013 das kann man doch nicht mit einem Fingerstreich wegwischen. F\u00fcr die muss es M\u00f6glichkeiten geben, ganz schnell und unb\u00fcrokratisch weiterhin an verantwortlicher Stelle zu arbeiten\u201c, forderte eine Mutter und erhielt viel Zustimmung.&nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nIm Anschluss an die Informationsveranstaltung traf man sich vor der Kirche zum informellen Gespr\u00e4ch, es wurden Kontakte ausgetauscht um sich schnellstm\u00f6glich zu organisieren. &nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\n<strong>Zum Hintergrund:&nbsp;<\/strong><br \/>\nIn Wilhelmshaven gibt es 37 Kindertagesst\u00e4tten, 13 davon haben eine konfessionelle Ausrichtung, diese Einrichtungen bieten 1280 Pl\u00e4tze. Die Stadt selber unterh\u00e4lt keine Einrichtungen, alle Kindertagesst\u00e4tten sind in freier Tr\u00e4gerschaft. Die Finanzierung erfolgt durch Beitr\u00e4ge und durch die Stadt.&nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nIn den kirchlichen Kindertagesst\u00e4tten tritt zurzeit noch jede Gemeinde als selbstst\u00e4ndiger Arbeitgeber auf, f\u00fcr das kommende Jahr ist f\u00fcr die evangelisch-lutherische Kirche die Bildung eines Tr\u00e4gerverbundes vorgesehen, somit sind dann diese Kindertagesst\u00e4tten unter dem Dach eines Arbeitsgebers geb\u00fcndelt. Man verspricht sich davon unter anderem, dass attraktive Springerstellen geschaffen werden k\u00f6nnen, die dann nicht nur mit wenigen Stunden ausgestattet werden sondern als Vollzeitstellen gef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Das k\u00f6nnte Entlastung schaffen, wird aber bei weitem nicht ausreichen.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\n<em>Ein Beitrag von Annette Kellin<\/em><\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/aus-den-kirchenkreisen\/artikel\/hohe-belastung-fuer-die-mitarbeitenden\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hohe Belastung f\u00fcr die Mitarbeitenden<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den konfessionellen Kindertagesst\u00e4tten in Wilhelmshaven regt sich erster Widerstand gegen das neue Nieders\u00e4chsische Kindertagesst\u00e4tten Gesetz. Die neuen Vorschriften haben n\u00e4mlich erheblichen Einfluss auf die Zuverl\u00e4ssigkeit der Betreuungszeiten, immer wieder m\u00fcssen kurzfristig Gruppen geschlossen werden. Das stellt die Eltern vor erhebliche Probleme, ist aber auch eine hohe Belastung f\u00fcr die Mitarbeiter und die Leitung der Einrichtungen. 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