{"id":21513,"date":"2022-07-11T08:16:52","date_gmt":"2022-07-11T06:16:52","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/epochaler-umbruch\/"},"modified":"2022-07-11T11:17:26","modified_gmt":"2022-07-11T09:17:26","slug":"epochaler-umbruch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/epochaler-umbruch\/","title":{"rendered":"Epochaler Umbruch"},"content":{"rendered":"<p>Das war schon etwas Besonderes: Anfang Juli konnte Kreispfarrerin Geerken-Thomas fast alle Pfarrerinnen und Pfarrer, einen Diakon und eine Diakonin sowie eine Kirchenmusikerin und einen Kirchenmusiker des Kirchenkreises zu einer Klausurtagung im Pastoralkolleg Loccum begr\u00fc\u00dfen. F\u00fcnf Tage Auszeit von den allt\u00e4glichen Anforderungen. F\u00fcnf Tage, um einmal mit Zeit und in Ruhe intensiv \u00fcber grunds\u00e4tzliche Fragen hinter dem Gemeindealltag zu sprechen. Der Pfarrkonvent wurde dabei von einem Moderator und zwei Referenten unterst\u00fctzt.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nThomas Hirsch-H\u00fcffel, langj\u00e4hriger Leiter des Gottesdienstinstitutes der Nordkirche, arbeitete mit dem Konvent \u00fcber Geschichte, Gegenwart und Zukunft des evangelischen Gottesdienstes. Vorweg stellte er seine Einsch\u00e4tzung, dass Kirche in Deutschland gegenw\u00e4rtig einen derart epochalen Umbruch erlebt, dass der nur mit der Reformation im 16. Jahrhundert zu vergleichen ist. Dieser Umbruch hat zur Folge, dass Vieles, was lange Zeit G\u00fcltigkeit besa\u00df, nun St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck an Plausibilit\u00e4t verliert. Dazu geh\u00f6rt auch der Gottesdienst, der nach einer festen Ordnung und in der klassischen Sitzordnung einer Kirche gefeiert wird. Hirsch-H\u00fcffel betonte, dass es in einer solchen Umbruchzeit nicht hilft, sich in \u201eGeschichten von fr\u00fcher\u201c zu fl\u00fcchten, in denen angeblich \u201ealles viel besser\u201c gewesen ist. Vielmehr muss Kirche neu anfangen von den Menschen im Sozialraum her zu denken: Was brauchen sie? Und was k\u00f6nnen wir als christliche Gemeinden zum Gemeinwesen beitragen?<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDer traditionelle Gottesdienst findet mittlerweile an vielen Orten nur geringen Zuspruch. Was nach Event und Besonderem klingt, wird dagegen oft gerne angenommen. Besondere Gottesdienste leben allerdings gerade davon, dass sie etwas Einmaliges bleiben. Andernfalls schleifen sie sich genauso ab und verlieren an Reiz. Trotzdem wurden wir ermutigt, Neues ausprobieren, aber auch Formen, die sich \u00fcberlebt haben, zu verabschieden. Da die Zahl der Pfarrerinnen und Pfarrer in hohem Tempo abnimmt (im Kirchenkreis Wesermarsch ist die Zahl der Pfarrstellen alleine in den letzten beiden Jahren von 23 auf 17,5 &#8211; d.h. um 25 Prozent zur\u00fcckgegangen), m\u00fcssten Gemeinden und Pfarrpersonen darauf achten, die verbliebenen Kr\u00e4fte sinnvoll und zukunftsorientiert einzusetzen.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDer zweite Schwerpunkt der Tagung lautete \u201eRegiolokale Kirchenentwicklung\u201c. Aufgrund des kontinuierlichen R\u00fcckgangs der Gemeindeglieder wird die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden in einer Region immer wichtiger. Hierzu referierte Heike Burkert von der Projektstelle f\u00fcr regiolokale Kirchenentwicklung. Ihrer These nach brauchen starke Gemeinden heute eine starke Region und genauso umgekehrt. Gemeinden m\u00fcssten Schwerpunkte setzen, weil sie nicht mehr alles aufrecht erhalten k\u00f6nnen. Die Zeit der Gemeinde als \u201eVollsortimenter\u201c ist vorbei. Abschiede von Gruppen und lange Etabliertem sind schmerzlich. Umso wichtiger ist es, den Blick von den Verlusten hin zu dem zu lenken, was an M\u00f6glichkeiten in einer Gemeinde vorhanden ist.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nWeil die Region f\u00fcr die Zukunft der kirchlichen Arbeit eine wichtige Rolle spielt, kamen die Hauptamtlichen auch in Loccum immer wieder zu einem Austausch innerhalb der drei Regionen des Kirchenkreises zusammen. Im letzten Jahr wurden diese drei Regionen neu aus der Taufe gehoben. In ihnen kommen die Pfarrerinnen, Diakoninnen und Kirchenmusikerinnen schon jetzt zu regelm\u00e4\u00dfigen Dienstbesprechungen zusammen. So lernen sie sich, ihre Arbeit und die Gemeinden besser kennen, Vertrauen kann wachsen und Absprachen werden getroffen.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDas Pastoralkolleg endete mit konkreten Ideen und Verabredungen: Unter anderem sollen f\u00fcr das n\u00e4chste Jahr Tauffeste an besonderen Orten in den jeweiligen Regionen vorbereitet werden.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\n<em>Dietmar Reumann-Cla\u00dfen<\/em><\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/aus-den-kirchenkreisen\/artikel\/epochaler-umbruch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Epochaler Umbruch<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das war schon etwas Besonderes: Anfang Juli konnte Kreispfarrerin Geerken-Thomas fast alle Pfarrerinnen und Pfarrer, einen Diakon und eine Diakonin sowie eine Kirchenmusikerin und einen Kirchenmusiker des Kirchenkreises zu einer Klausurtagung im Pastoralkolleg Loccum begr\u00fc\u00dfen. 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