{"id":2182,"date":"2015-05-27T22:04:00","date_gmt":"2015-05-27T20:04:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/nina-jaeckle-erhaelt-den-evangelischen-buchpreis-2015\/"},"modified":"2015-05-27T22:04:00","modified_gmt":"2015-05-27T20:04:00","slug":"nina-jaeckle-erhaelt-den-evangelischen-buchpreis-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/nina-jaeckle-erhaelt-den-evangelischen-buchpreis-2015\/","title":{"rendered":"Nina J\u00e4ckle erh\u00e4lt den  Evangelischen Buchpreis 2015"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem Evangelischen Buchpreis 2015 wird die Schriftstellerin Nina J\u00e4ckle f\u00fcr ihren Roman \u201eDer lange Atem\u201c (T\u00fcbingen: Kl\u00f6pfer &amp; Meyer 2014) ausgezeichnet. Diese Entscheidung gab der Vorsitzende des Evangelischen Literaturportals, der Oldenburger Bischof Jan Janssen, bekannt und dankte der Jury, die das Buch aus \u00fcber 100 Vorschl\u00e4gen von Leserinnen und Lesern ausgew\u00e4hlt hat: \u201eDer lange Atem zieht in den Bann \u2013 nicht einfach weiterleben, sondern tun, was zu tun ist.\u201c<\/p>\n<p>In der Begr\u00fcndung der Jury hei\u00dft es: \u201eNina J\u00e4ckle f\u00fchrt uns Lesende in das Japan des Jahres 2011 an die K\u00fcste in der N\u00e4he von Fukushima. Der namenlose Ich-Erz\u00e4hler ist Phantombildzeichner. Er hat nach der Fukushima-Tsunami-Katastrophe den Auftrag, anhand von Fotos entstellter Opfer des Tsunamis Zeichnungen anzufertigen, die es den Hinterbliebenen erm\u00f6glichen, ihre Verstorbenen zu identifizieren. <\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen Menschen nach einer Katastrophe mit den Folgen, mit dem Verlust, dem Schmerz und der Trauer weiterleben? Diesen Fragen n\u00e4hert sich Nina J\u00e4ckle ganz behutsam. Mit ihrem herausragenden Buch bringt uns die Autorin das Ereignis erneut zu Bewusstsein und die Frage der Haltung dazu, die sich auch nach anderen Katastrophen stellt. In einer Sprache, die sich am Rhythmus von Wellenbewegungen orientiert, erz\u00e4hlt sie, wie der Zeichner, seine Frau und andere Zur\u00fcckbleibende ganz unterschiedliche Wege gehen, nach dem Erleiden zu leben. <\/p>\n<p>Nina J\u00e4ckle hinterl\u00e4sst mit ihrem kleinen Roman \u201eDer lange Atem\u201c gro\u00dfen Eindruck. In dem literarisch klar durchkomponierten Werk schafft sie Bilder von bleibender Intensit\u00e4t. Mit ihrer vorsichtigen, taktvollen Erz\u00e4hlweise gelingt es ihr, Unfassbares in Worte zu fassen und anzudeuten, wie ein Weiterleben m\u00f6glich ist. <\/p>\n<p>Die Arbeit des Zeichners wirkt dabei wie eine Metapher. Die anonymen Opfer bekommen Gesicht und am Ende wieder Namen. Fast ist es so, als erwachten sie in den Bildern des Zeichners zu neuem Leben in W\u00fcrde und Unversehrtheit. <\/p>\n<p>Der Evangelische Buchpreis wird seit 1979 vom Dachverband evangelischer \u00f6ffentlicher B\u00fcchereien, dem Ev. Literaturportal verliehen. Gesucht werden B\u00fccher, die anregen \u00fcber uns selbst, unser Miteinander und unser Leben mit Gott neu nachzudenken. F\u00fcr 2015 haben Leserinnen und Leser 115 Titel vorgeschlagen. Die Jury w\u00e4hlte neben dem Preisbuch 12 weitere Titel f\u00fcr die Empfehlungsliste aus: Romane und Kinder- und Jugendb\u00fccher. Der Jury geh\u00f6ren vier Mitarbeitende evangelischer Bibliotheken, zwei Jugendliche, zwei Theologen und die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung des Ev. Literaturportals an. Der Evangelische Buchpreis ist mit 5.000 Euro dotiert. Er wird der Autorin am 30.September 2015 im Assapheum in Bethel\/Bielefeld \u00fcberreicht.<\/p>\n<p>Nina J\u00e4ckle wurde 1966 in Schwenningen geboren, wuchs in Stuttgart auf, besuchte Sprachschulen und wollte urspr\u00fcnglich \u00dcbersetzerin werden. Mit 25 beschloss sie, lieber selber zu schreiben, erst H\u00f6rspiele, dann Erz\u00e4hlungen, dann Romane. Ihre ersten B\u00fccher erschienen im Berlin Verlag. Bei Kl\u00f6pfer &amp; Meyer erschienen 2010 mit gro\u00dfem Erfolg ihre Erz\u00e4hlung \u201eNai oder was wie so ist\u201c sowie 2011 ihr Roman \u201eZielinksi\u201c. Nina J\u00e4ckle erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, zuletzt 2014 den Tukan-Preis der Stadt M\u00fcnchen f\u00fcr \u201eDer lange Atem\u201c und 2015 den Italo-Svevo-Preis f\u00fcr ihr literarisches Werk.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Empfehlungsliste vom Ev. Literaturportal:<br \/><\/span><br \/><span style=\"font-weight: bold\">Belletristik<br \/><\/span>Faes, Urs: Sommer in Brandenburg. Suhrkamp, 2014<br \/>Hettche, Thomas: Pfaueninsel. KiWi, 2014<br \/>Kleeberg, Michael: Vaterjahre. DVA, 2014<br \/>K\u00f6hler, Karen: Wir haben Raketen geangelt. Hanser, 2014<br \/>J\u00e4ckle, Nina: Der lange Atem. Kl\u00f6pfer &amp; Meyer, 2014<br \/>Leo, Per: Flut und Boden. Klett-Cotta, 2014<br \/>Seethaler, Robert: Ein ganzes Leben. Hanser Berlin, 2014<br \/>Stani\u0161i&#263;, Sa\u0161a: Vor dem Fest. Luchterhand, 2014<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Kinder- und Jugendbuch<br \/><\/span>Kissel, Vera: Was die Welle nahm. Dressler, 2014<br \/>Kreller, Susan: Schneeriese. Carlsen, 2014<br \/>Safier, David: 28 Tage lang. Rowohlt, 2014<br \/>Scheuring, Christoph: Echt. Magellan, 2014<br \/>Tuckermann, Anja: Alle da!. Klett Kinderbuch, 2014<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Evangelischen Buchpreis 2015 wird die Schriftstellerin Nina J\u00e4ckle f\u00fcr ihren Roman \u201eDer lange Atem\u201c (T\u00fcbingen: Kl\u00f6pfer &amp; Meyer 2014) ausgezeichnet. Diese Entscheidung gab der Vorsitzende des Evangelischen Literaturportals, der Oldenburger Bischof Jan Janssen, bekannt und dankte der Jury, die das Buch aus \u00fcber 100 Vorschl\u00e4gen von Leserinnen und Lesern ausgew\u00e4hlt hat: \u201eDer lange Atem zieht in den Bann \u2013 nicht einfach weiterleben, sondern tun, was zu tun ist.\u201c In der Begr\u00fcndung der Jury hei\u00dft es: \u201eNina J\u00e4ckle f\u00fchrt uns Lesende in das Japan des Jahres 2011 an die K\u00fcste in der N\u00e4he von Fukushima. 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