{"id":22216,"date":"2022-09-21T08:35:00","date_gmt":"2022-09-21T06:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/es-muessen-viele-sachen-anders-werden-junge-christen-fordern-mehr-klimaschutz-auch-in-ihren-kirchen\/"},"modified":"2022-09-22T11:17:23","modified_gmt":"2022-09-22T09:17:23","slug":"es-muessen-viele-sachen-anders-werden-junge-christen-fordern-mehr-klimaschutz-auch-in-ihren-kirchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/es-muessen-viele-sachen-anders-werden-junge-christen-fordern-mehr-klimaschutz-auch-in-ihren-kirchen\/","title":{"rendered":"\u00abEs m\u00fcssen viele Sachen anders werden\u00bb &#8211; Junge Christen fordern mehr Klimaschutz &#8211; auch in ihren Kirchen"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoPlainText\">Wilhelmshaven\/Hannover (epd). Matthew von Fintel will den ganz gro\u00dfen Wurf. Der 18-J\u00e4hrige aus Wilhelmshaven spielt mit Begeisterung Frisbee, er hat sogar gerade an den deutschen Meisterschaften teilgenommen. Aber viel mehr noch als das Sportger\u00e4t bewegt den Sch\u00fcler der Klimaschutz. Da kann der Sohn einer Pastorin und eines Lehrers richtig w\u00fctend werden. \u00abBei uns in Wilhelmshaven sind die Radwege schrecklich, Autos haben immer Vorrang\u00bb, sagt er. \u00abDa wird \u00fcberhaupt nicht genug f\u00fcr das Klima getan.\u00bb<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Beim bundesweiten Klimastreik, zu dem das B\u00fcndnis \u00abFridays for Future\u00bb an diesem Freitag wieder aufruft, wird Matthew deshalb mitlaufen. Der Abiturient hat den ersten Streik in Wilhelmshaven 2019 mit organisiert. Und er sieht gerade die Kirchen in der Pflicht: \u00abAls gro\u00dfer Arbeitgeber, mit vielen Geb\u00e4uden und finanziellen M\u00f6glichkeiten, m\u00fcssen sie nachhaltig handeln &#8211; egal ob es um Heizungen geht oder um Geldanlagen.\u00bb Gleichzeitig, findet von Fintel, sollten Pastorinnen und Pastoren die Botschaft vom Klimaschutz auch in den Gemeinden verbreiten: \u00abDie Bewahrung der Sch\u00f6pfung muss doch Teil der christlichen Kernbotschaft sein!\u00bb<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Dass gerade jetzt &#8211; angesichts von Ukrainekrieg und Energiepreiskrise &#8211; junge Menschen f\u00fcr radikalen Klimaschutz demonstrieren, passt f\u00fcr Hannovers Landesbischof Ralf Meister durchaus zusammen: \u00abViele junge Menschen halten beharrlich an ihrer best\u00e4ndigen Forderung nach einem Systemwandel fest. Wir m\u00fcssen ihnen folgen\u00bb, sagt der evangelische Bischof. Schlie\u00dflich habe die Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Brennstoffen ma\u00dfgeblich in diese Krisensituation gef\u00fchrt. Klima-Demos seien \u00abder Protest, der sich diesen globalen Blick bewahrt hat und die enge Verwobenheit der Krisenfaktoren benennt\u00bb.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Der Journalist Franz Alt w\u00fcrde noch weiter gehen &#8211; er will mehr konkrete Taten von den Kirchen sehen. \u00abSie k\u00f6nnten \u00fcberall Solaranlagen installieren, gewisserma\u00dfen Energie von ganz oben, aus dem Himmel\u00bb, sagte Alt k\u00fcrzlich in einem Gespr\u00e4ch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). \u00abKirchen haben immer noch eine Vorbildfunktion, die sollten sie besser ausf\u00fcllen.\u00bb Ein Ansatzpunkt k\u00f6nnte die energetische Modernisierung von abertausenden kirchlichen Geb\u00e4uden sein.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Wie solche Ma\u00dfnahmen in der Landeskirche Braunschweig aussehen k\u00f6nnten, ermittelt Jan Christoph Freye seit einigen Monaten. Der Klimaschutzmanager l\u00e4sst f\u00fcr ein Gesamtkonzept, das auch Mobilit\u00e4t und Beschaffung umfasst, aktuell die Bilanz von Energieverbrauch und Treibhausgas-Emissionen in den 299 Gemeinden der Landeskirche berechnen. \u00abEs zeichnet sich schon ab, dass W\u00e4rmegewinnung aus Gas etwa 75 Prozent der Emissionen im Geb\u00e4udebereich ausmacht\u00bb, sagt Freye. In einigen Kirchengemeinden seien erschreckend hohe Verbrauchswerte festgestellt worden. In den letzten Wochen k\u00e4men aber immer mehr konkrete Anfragen, wie der Umstieg etwa auf klimafreundlichere W\u00e4rmepumpen und Photovoltaik-Anlagen organisiert werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Auch die anderen Kirchen in Niedersachsen arbeiten an der Frage, wie sich angesichts gro\u00dfer, zumeist \u00e4lterer und in vielen F\u00e4llen nur bedingt sanierbarer Geb\u00e4udebest\u00e4nde Heizkosten und Emissionen reduzieren lassen. Werner Lemke etwa, der Baudirektor der hannoverschen Landeskirche, ist f\u00fcr rund 8.000 Geb\u00e4ude in 1.230 Kirchengemeinden zust\u00e4ndig. Mit Blick auf das enorme Raumvolumen gerade von Kirchen r\u00e4t der Diplom-Ingenieur etwa zu einer Beheizung der B\u00e4nke, anstatt die Raumtemperatur insgesamt hochzufahren. Auch beheizte Sitzkissen, eine Fu\u00dfbodenheizung direkt unter den B\u00e4nken oder die Verlegung winterlicher Gottesdienste ins Gemeindehaus sieht Lemke als wirksame M\u00f6glichkeiten, den Energieverbrauch zu drosseln.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Dass Klimaschutz nicht nur eine Frage oft kostspieliger baulicher Ma\u00dfnahmen ist, sondern vor allem Summe vieler kleiner allt\u00e4glicher Entscheidungen, betont Michaela Gr\u00f6n. Die studierte Kulturwissenschaftlerin leitet im Kirchenkreis Hildesheim das Projekt \u00abLernen, eine Welt zu sein\u00bb. Es begleitet Kitas, Kirchengemeinden und andere kirchliche Akteure dabei, nachhaltiger zu wirtschaften. Gemeinden kaufen nun Lastenr\u00e4der, das Essen bei der Kirchenkreissynode ist inzwischen vegetarisch. Kitagruppen bepflanzen Hochbeete und ernten Kr\u00e4uter und Gem\u00fcse. \u00abDas sind kleine und hilfreiche Beitr\u00e4ge zur Bewahrung der Sch\u00f6pfung\u00bb, freut sich Gr\u00f6n.&nbsp;\u00abAber es d\u00fcrften noch viel mehr sein.\u00bb<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Insgesamt habe Kirche gute Konzepte, aber es hapere oft an der Umsetzung. \u00abWir m\u00fcssen den Graben zwischen Wissen und Handeln langsam \u00fcberwinden\u00bb, sagt die Projektleiterin. Wichtig sei aber auch, den Blick \u00fcber den Kirchturm hinaus zu wagen: \u00abEs ist gut, sich mit anderen zu vernetzen. Wir haben in Hildesheim inzwischen ein Netzwerk mit rund 50 regionalen Akteuren aufgebaut.\u00bb<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Wenn sich alle einig sind, wird Matthew von Fintel schon wieder skeptisch: \u00abIch finde es wichtig und gut, dass die Klimabewegung mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.\u00bb Aber die Politik und auch die Kirchen t\u00e4ten noch nicht genug, sagt der 18-J\u00e4hrige. \u00abIch lese doch Nachrichten und kriege mit, was schiefl\u00e4uft. Es kommt jetzt vielleicht etwas voran. Aber es m\u00fcssen auch echt noch viele Sachen anders werden.\u00bb<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/news-niedersachsen\/artikel\/es-muessen-viele-sachen-anders-werden-junge-christen-fordern-mehr-klimaschutz-auch-in-ihren-kirchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00abEs m\u00fcssen viele Sachen anders werden\u00bb &#8211; Junge Christen fordern mehr Klimaschutz &#8211; auch in ihren Kirchen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wilhelmshaven\/Hannover (epd). Matthew von Fintel will den ganz gro\u00dfen Wurf. Der 18-J\u00e4hrige aus Wilhelmshaven spielt mit Begeisterung Frisbee, er hat sogar gerade an den deutschen Meisterschaften teilgenommen. Aber viel mehr noch als das Sportger\u00e4t bewegt den Sch\u00fcler der Klimaschutz. 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