{"id":22514,"date":"2022-10-31T19:30:00","date_gmt":"2022-10-31T18:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/glaube-tradition-und-gemeinschaft-geben-halt\/"},"modified":"2022-10-31T22:18:51","modified_gmt":"2022-10-31T21:18:51","slug":"glaube-tradition-und-gemeinschaft-geben-halt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/glaube-tradition-und-gemeinschaft-geben-halt\/","title":{"rendered":"Glaube, Tradition und Gemeinschaft geben Halt"},"content":{"rendered":"<p>Mit ihrem Glauben, ihren Traditionen und ihrer Gemeinschaft k\u00f6nnen Christinnen und Christen Antworten auf die Frage \u201eWas gibt Halt?\u201c geben, sagte der Oldenburger evangelische Bischof Thomas Adomeit auf der zentralen Veranstaltung der christlichen Kirchen im Oldenburger Land zum Reformationstag. Mit ihnen k\u00f6nnen sie mutig nach vorne treten und \u201eLicht der Welt sein und werden. Immer wieder neu\u201c. &nbsp;Im Halt des Glaubens liege \u201edie Kraft f\u00fcr eine authentische und glaubw\u00fcrdige Haltung sowie ein menschenfreundliches und solidarisches Verhalten\u201c, erg\u00e4nzte Offizial und Weihbischof Wilfried Theising. \u201eUnabh\u00e4ngig von konfessionellen Unterschieden gebe der christliche Glaube Halt. Glaubende wissen sich von der Liebe Gottes gehalten, durch Jesu Christi Auferstehen erl\u00f6st und das Wirken des Heiligen Geistes gest\u00e4rkt und inspiriert.\u201c Die \u00f6kumenische Veranstaltung am Montagabend im Forum St. Peter und in der Forumskirche in Oldenburg stand in diesem Jahr unter dem Motto \u201eWas gibt Halt?\u201c. Sie stellte Fragen \u00fcber Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den verschiedenen Konfessionen in den Mittelpunkt eines Podiumsgespr\u00e4ches.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDie Frage \u201eWas gibt Halt?\u201c sei so alt wie die Menschheitsgeschichte, sagte Bischof Adomeit in seiner Andacht zum Reformationstag. Und diese Frage besch\u00e4ftige die Menschen heute wieder umso mehr, weil \u201ewir die Erfahrung gemacht haben, wie schnell sich Umst\u00e4nde \u00e4ndern k\u00f6nnen. Ein Virus vom anderen Ende der Welt k\u00f6nnen wir nicht aufhalten. Ein Diktator st\u00fcrzt die Welt mit seinem Vorgehen in Chaos. M\u00f6gliche Folgen des Klimawandels ver\u00e4ngstigen Menschen in ihren Zukunftsperspektiven.\u201c&nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nAuch wenn heute der christliche Glaube nur eine Antwort unter vielen sei, sollten \u201ewir mutig nach vorne treten und unsere Botschaft vertreten\u201c, betonte Adomeit. So gebe es trotz aller konfessionellen Unterschieden sehr viele Gemeinsamkeiten, da die Wurzel des Glaubens die gleiche sei. &nbsp;\u201eGottes Wort, wie es uns das erste und das zweite Testament \u00fcberliefert ist, verbindet uns. Wir berufen uns auf den einen Gott, in dem die Menschen seit Generationen Zuflucht und Schutz finden.\u201c<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDabei k\u00f6nnen die unterschiedlichen Traditionen der christlichen Konfessionen ebenso Halt bieten, da auch die Menschen in ihrer Suche nach Halt unterschiedlich seien, so Adomeit weiter. \u201eGottesdienste, Sakramente, Seelsorge, Kirchenmusik und noch vieles mehr halten unsere Gemeinden bereit. Dass wir das unterschiedlich tun, zeigt den gro\u00dfen Reichtum christlichen Glaubens. Auf diese Weise kann Glaube f\u00fcr viele zum Anker werden.\u201c<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nGemeinschaft habe den christlichen Glauben von Anfang an gepr\u00e4gt, so Adomeit. \u201eTatkr\u00e4ftige Unterst\u00fctzung, Trost, Zuspruch \u2013 das gibt Halt.\u201c Gerade in diesem Winter werde Gemeinschaft f\u00fcr viele wichtig werden. \u201eKirchengemeinden, Caritas, Diakonie und viele weitere Organisationen helfen Menschen, deren Existenz gef\u00e4hrdet ist. Und warum nicht auch mit anderen privat zusammenr\u00fccken? Dann muss nur einmal geheizt werden und ich bin sicher, daneben k\u00f6nnen wir unsere Sorgen teilen und werden am Ende froh nach Hause gehen.\u201c<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDie Andacht war eingebettet in ein Podiumsgespr\u00e4ch bei dem Pastor Klaus Abraham von der Evangelisch-methodistischen Gemeinde Oldenburg, Dechant Michael Bohne vom Katholischen Dekanat Oldenburg, Kreispfarrer Torsten Maes des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Oldenburg Stadt und Vikarin Christine Oppermann aus der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Loga in kurzen Statements \u00fcber Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den verschiedenen Konfessionen berichteten.&nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\n<strong>Statements der Podiumsdiskussion<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDie Reformation war eine Krise. So w\u00fcrde ich diese Phase der Kirchengeschichte beschreiben\u201c, sagte Dechant Michael Bohne von der Kirchengemeinde St. Marien. Dennoch k\u00f6nne er aus katholischer Perspektive die Krise nicht nur negativ zu betrachten, \u201edas w\u00e4re zu wenig\u201c. \u201eJa, es gibt sie, die Trennung \u2013 schmerzlich.\u201c &nbsp;Aber die Krise habe auch \u201eviel Gutes hervorgebracht\u201c. Halt gebe ihm \u201edie Gemeinschaft im Glauben, die \u00f6kumenisch noch viel gr\u00f6\u00dfer ist als konfessionsgetrennt.\u201c Halt gebe \u201edas Wort der Schrift, das uns verbindet und uns alle tagt\u00e4glich einl\u00e4dt, neu darauf zu h\u00f6ren und es in und auf unsere Zeit hin zu deuten.\u201c Die Forderung die Kirche zu erneuern, katholisch wie \u00f6kumenisch, sei \u201enicht monolithisch und unbeweglich, aber hoffentlich haltgebend.\u201c Halt gebe schlie\u00dflich \u201eder gefeierte Glaube in Gottesdienst und Sakrament und in besonderer Weise durch die zentrale Aussage der Taufe: \u201aIch bin ein Kind Gottes \u2013 geliebt von Anfang an und f\u00fcr alle Zeit\u2018.\u201c&nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\n\u201eMir ist wichtig\u201c, sagte Kreispfarrer Torsten Maes, \u201edass Martin Luther nicht einfach nur seinen Mut zusammen genommen hat und gegen die damals schon hoch problematische kirchliche Hierarchie angestunken hat. Nein, er versuchte die Bibel, wie er sie verstand, zum Ma\u00dfstab, f\u00fcr seinen Glauben an Jesus Christus zum Zentrum seines Denkens zu machen und damit ein Leben aus Gnade und Glauben zu f\u00fchren. Buchstabiert jemand diese vier Fixpunkte durch, so wird der heute so gern erhobene Vorwurf der spirituellen Beliebigkeit gegen die christliche Gegenwart ins Leere laufen. Wir leben und glauben allein aus der Schrift, allein an Jesus Christus, allein aus Gnade und allein aus Glauben. Das ist hartes und s\u00fc\u00dfes Brot.\u201c<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nAuch die methodistische Bewegung sei durch die Reformation entscheidend gepr\u00e4gt worden, berichtete Pastor Klaus Abraham. Dazu z\u00e4hle, dass gute Werke nicht zur Gerechtigkeit f\u00fchren, aber der Glaube befreie und f\u00fchre zu guten Werken. Auf die Frage, was Halt gebe, falle ihm drei Aspekte f\u00fcr seine Kirche ein, so Abraham weiter: \u201eDas ist zum einen die \u00dcberschaubarkeit unserer Gemeinden. Man kennt sich und nimmt am Ergehen des anderen Anteil.\u201c Zum anderen gebe die gesungene Theologie dem Einzelnen Halt. Als drittes, \u201ezentrales Element unserer Kirchenidentit\u00e4t\u201c sei die Hinwendung zu denen zu nennen, \u201edie Hilfe ben\u00f6tigen.\u201c \u201eIch glaube\u201c, so schloss Abraham, \u201edass dies in den Herausforderungen heute Halt gibt: Etwas tun zu k\u00f6nnen. Und andererseits Hilfe zu erfahren.\u201c&nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDie Reformierte Kirche verstehe sich \u201eals die nach Gottes Wort reformierte Kirche\u201c betonte, Vikarin Christine Oppermann aus Loga. \u201eIhren Gemeinden ist die Auseinandersetzung mit den biblischen Texten zentral und bleibende Aufgabe, was die Kirche best\u00e4ndig erneuert. Denn nur im H\u00f6ren auf dieses Wort Gottes ist es den Gemeinden m\u00f6glich, sich selbst und in die Welt hinein Orientierung zu geben. Auf den Schultern reformatorische M\u00fctter und V\u00e4ter will die Reformierte Kirche, das in der jeweiligen Zeit Notwendige bekennen und tun.\u201c<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDie christlichen Kirchen im Oldenburger Land hatten anl\u00e4sslich des Reformationstages am 31. Oktober zum f\u00fcnften Mal zu einer zentralen \u00f6kumenischen Veranstaltung eingeladen. Dieser urspr\u00fcnglich evangelische Tag sei zu einem gemeinsamen Feiertag geworden, hob Bischof Thomas Adomeit hervor. In Niedersachsen steht der Reformationstag seit Einf\u00fchrung als neuer gesetzlicher Feiertag 2018 unter dem Motto: \u201eReformation neu feiern\u201c.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/pressemitteilungen\/artikel\/glaube-tradition-und-gemeinschaft-geben-halt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Glaube, Tradition und Gemeinschaft geben Halt<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit ihrem Glauben, ihren Traditionen und ihrer Gemeinschaft k\u00f6nnen Christinnen und Christen Antworten auf die Frage \u201eWas gibt Halt?\u201c geben, sagte der Oldenburger evangelische Bischof Thomas Adomeit auf der zentralen Veranstaltung der christlichen Kirchen im Oldenburger Land zum Reformationstag. Mit ihnen k\u00f6nnen sie mutig nach vorne treten und \u201eLicht der Welt sein und werden. 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