{"id":22602,"date":"2022-11-08T09:42:00","date_gmt":"2022-11-08T08:42:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/ekd-ringt-weiter-um-aufarbeitung-sexualisierter-gewalt\/"},"modified":"2022-11-09T22:17:29","modified_gmt":"2022-11-09T21:17:29","slug":"ekd-ringt-weiter-um-aufarbeitung-sexualisierter-gewalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/ekd-ringt-weiter-um-aufarbeitung-sexualisierter-gewalt\/","title":{"rendered":"EKD ringt weiter um Aufarbeitung sexualisierter Gewalt"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoPlainText\">Magdeburg\/Wolfenb\u00fcttel (epd). Die Erwartungen an die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) waren im vergangenen Jahr gro\u00df, endlich Fortschritte bei der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt zu machen. Die im November 2021 frisch ins Amt gew\u00e4hlte EKD-Ratsvorsitzende, Annette Kurschus, erkl\u00e4rte das Thema zur \u00abChefinnensache\u00bb. Am Dienstag lie\u00df sich die EKD-Synode Bericht erstatten, Kirchenleitende und Betroffen von Missbrauch kamen zu Wort.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Die gr\u00f6\u00dfte Baustelle war die Beteiligung der Betroffenen: Dort hat sich nun einiges getan. Seit Juli gibt es das neue Beteiligungsforum, ein g\u00e4nzlich neues Prozedere, in dem Kirchenvertreter und Betroffene sexualisierter Gewalt auf Augenh\u00f6he beraten. In dem neuen Forum sitzen 17 Mitglieder: neun Kirchenvertreter und acht Betroffene. F\u00fcr Beschl\u00fcsse bedarf es einer doppelten Mehrheit beider Gruppen. Die Synode der EKD, die bis Mittwoch in Magdeburg ber\u00e4t, muss diesem Verfahren noch zustimmen. \u00dcber entsprechende Antr\u00e4ge soll am letzten Tag der Beratungen abgestimmt werden.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Die EKD hatte im vergangenen Jahr die Arbeit des kurz zuvor neu gegr\u00fcndeten Betroffenenbeirats nach internen Konflikten ausgesetzt. Daran hatte es viel Kritik gegeben.&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Nun sei genug gestritten worden: Es gebe das gemeinsame Ziel, die Aufkl\u00e4rung und Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in EKD und Diakonie voranzubringen, betonte der Sprecher der Betroffenen im Beteiligungsforum, Detlev Zander, am Dienstag in Magdeburg vor den 128 Delegierten des evangelischen Kirchenparlaments. Man arbeite im Beteiligungsforum mit den Verantwortlichen gut zusammen, sagte er:&nbsp;\u00abHart in der Sache, jedoch fair im Umgang.\u00bb<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Der Sprecher der Beauftragten im Beteiligungsforum, der braunschweigische Landesbischof Christoph Meyns k\u00fcndigte die Ergebnisse der umfassenden Aufarbeitungsstudie, die seit 2019 l\u00e4uft, f\u00fcr den kommenden Herbst an. Zudem solle es eine Online-Vernetzungsplattform f\u00fcr Betroffene geben, sagte Meyns, der seine Funktion zum 1. Dezember an die pf\u00e4lzische Kirchenpr\u00e4sidentin Dorothee W\u00fcst abgeben wird.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Das Beteiligungsforum setzt sich zudem daf\u00fcr ein, dass Betroffene in kirchlichen Disziplinarverfahren mehr Rechte erhalten. Sie sollen rechtliche Beratung und Akteneinsicht erhalten. Eine digitale Vernetzungsplattform ist ein weiteres Projekt des Forums.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Bei der angestrebten Gemeinsamen Erkl\u00e4rung \u00fcber einheitliche Standards der Aufarbeitung in allen 20 Landeskirchen mit der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Kerstin Claus, gibt es jedoch wenig Neues. Dort solle \u00abrasch\u00bb eine Grundlage geschaffen werden, sagte Meyns. Zum Erliegen kamen die Gespr\u00e4che mit Claus&#8217;&nbsp;Amtsvorg\u00e4nger Johannes-Wilhelm R\u00f6rig fast v\u00f6llig, als im vergangenen Jahr der Betroffenenbeirat ausgesetzt wurde. Nun k\u00f6nnte es 2023 soweit sein, dass die Erkl\u00e4rung steht. Die katholische Deutsche Bischofskonferenz hat bereits seit 2020 eine solche Gemeinsame Erkl\u00e4rung unterzeichnet.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Zanders Kollegin im neuen Gremium, Nancy Janz aus Bremen, mahnte vor der EKD-Synode, dass die Rede von der \u00abChefinnensache\u00bb keine blo\u00dfe Worth\u00fclse sein d\u00fcrfe. Sie verwies auf die zahlreichen verbliebenen Baustellen: So m\u00fcsse man herausfinden, warum es f\u00fcr viele Betroffenen eine so gro\u00dfe H\u00fcrde sei, sich bei den kirchlichen Anlaufstellen zu melden. Derzeit wei\u00df die EKD von 757 Opfern von Missbrauch. Die Dunkelziffer d\u00fcrfte weitaus h\u00f6her sein. Immer noch stie\u00dfen Betroffene, wenn sie sich melden, auf mitunter \u00fcberforderte Kirchenmitarbeiter.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Wichtig sei auch, dass in allen 20 Landeskirchen und der Diakonie die gleichen Regeln und Standards g\u00e4lten, betonte Janz. Es d\u00fcrfe keinen Wildwuchs geben. Die entsprechende Musterordnung werde \u00fcberall anders angewendet, kritisierte sie.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Jetzt sei die Zeit, betonten Zander und Janz. Das Beteiligungsforum sei die letzte Chance, gemeinsam mit Betroffenen Verbrechen unter dem Dach der Kirche aufzukl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/news-niedersachsen\/artikel\/ekd-ringt-weiter-um-aufarbeitung-sexualisierter-gewalt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EKD ringt weiter um Aufarbeitung sexualisierter Gewalt<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Magdeburg\/Wolfenb\u00fcttel (epd). Die Erwartungen an die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) waren im vergangenen Jahr gro\u00df, endlich Fortschritte bei der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt zu machen. 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