{"id":2264,"date":"2015-06-09T14:49:00","date_gmt":"2015-06-09T12:49:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/migration-flucht-und-asyl\/"},"modified":"2015-06-09T14:49:00","modified_gmt":"2015-06-09T12:49:00","slug":"migration-flucht-und-asyl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/migration-flucht-und-asyl\/","title":{"rendered":"Migration, Flucht und Asyl"},"content":{"rendered":"<p>25 Ehrenamtliche beim Fortbildungsabend in Apen<\/p>\n<p>Deutschland, 1954: \u201eMehr als 4.500 Menschen lebten in einem Lager nahe Aurich. So richtig willkommen waren diese Menschen nicht. Aber die Folgen des Krieges trieben sie zur Flucht \u2013 und sie landeten mitten in Ostfriesland.\u201c Theo Lampe, beim Diakonischen Werk Oldenburg zust\u00e4ndig f\u00fcr Migrationsfragen, erinnerte zu Beginn seines Vortrag Anfang Juni an die Erfahrungen vieler Deutscher mit Krieg, Flucht und Vertreibung, aber auch mit eigener Migrationserfahrung. Es war der erste von neun Fortbildungsabende f\u00fcr Ehrenamtliche in der Fl\u00fcchtlingsarbeit. Fast folgerichtig stellte sich bei der Vorstellungsrunde heraus, dass nur zwei Ur-Ammerl\u00e4nder im Gemeindehaus in Apen anwesend waren, die nicht nur selbst, sondern deren Eltern und Gro\u00dfeltern ebenfalls im Ammerland geboren waren. Ein Drittel hatte Gro\u00dfeltern mit kriegsbedingtem Migrationshintergrund.<\/p>\n<p>\u201eEs kommt deutlich mehr zur\u00fcck als ich mit meinem Engagement investiere\u201c berichtet eine Teilnehmerin unter der Zustimmung vieler. Viele Ehrenamtliche haben gro\u00dfes Interesse an den L\u00e4ndern und Kulturen der Fl\u00fcchtlinge, an Austausch, an gemeinsamen Unternehmungen, so dass Hilfe und Unterst\u00fctzung fast zur Nebensache werden. \u201eWir k\u00f6nnen viel zeigen und vermitteln, aber mindestens genauso viel lernen.\u201c<\/p>\n<p>Referent Lampe: \u201eFl\u00fcchtlinge haben Hoffnung auf ein besseres Leben. Diese Hoffnung ist gr\u00f6\u00dfer als ihre Angst, auf der Flucht umzukommen.\u201c Deshalb tr\u00e4fen Ehrenamtliche in der Fl\u00fcchtlingsarbeit auf Menschen, die zukunftsorientiert seien, die etwas wollten. Die heutigen Fl\u00fcchtlinge haben vor allem die Hoffnung, f\u00fcr ihre Kinder und Enkel eine bessere Zukunft zu schaffen. \u201eEs ist wie bei den Emigranten, die um 1850 wegen der Armut in Norddeutschland nach Nordamerika ausgewandert sind. Auch sie hatten vor allem ein besseres Leben f\u00fcr Kinder und Enkel vor Augen.\u201c<\/p>\n<p>Maximal ein halbes Prozent der Bev\u00f6lkerung m\u00fcsste als Fl\u00fcchtlinge aufgenommen werden. \u201eDas d\u00fcrfte unsere Gesellschaft doch wohl verkraften\u201c so Lampe. Weltweit g\u00e4be es zurzeit 56.000.000 Fl\u00fcchtlinge, von denen im letzten Jahr gerade einmal 400.000 in Deutschland gelandet seien. Au\u00dferdem k\u00f6nne man feststellen, dass St\u00e4dte und Gemeinden mit einem hohen Anteil von B\u00fcrgern mit Migrationshintergrund die jeweils wirtschaftlich st\u00e4rkeren seien. Das d\u00fcrfte auch einer der Gr\u00fcnde sein, warum die Abschreckungsbehandlung der 1990er Jahre durch die heutige Willkommenskultur abgel\u00f6st wurde. Auch wenn wirtschaftliche Erw\u00e4gungen im Asylrecht eigentlich nichts zu suchen h\u00e4tten, sei es im Ergebnis nat\u00fcrlich erfreulich, dass es nun zu einem angemessenen menschlichen Miteinander komme.<\/p>\n<p>In einem Punkt appellierte Theo Lampe an die Ehrenamtlichen im Landkreis Ammerland. \u201eWer in eine neue unbekannte Gesellschaft kommt \u2013 und da geht es Fl\u00fcchtlingen nicht anders als Austauschsch\u00fclern \u2013 durchlebt einige Zeit nach der euphorischen Ankunftszeit eine Phase der Dekompensation. Hier kommt es auf behutsame und Mut machende Begleitung an. Das k\u00f6nnen weder Beh\u00f6rden noch Wohlfahrtsverb\u00e4nde, das k\u00f6nnen am besten b\u00fcrgerschaftlich Engagierte.\u201c<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Fortbildungsabend f\u00fcr Ehrenamtliche in der Fl\u00fcchtlingsarbeit ist am 29. Juni 2015 um 19.00 Uhr im Evangelischen Haus, Kirchenstra\u00dfe 5, in Westerstede. Referent ist Frank Vogts, Leiter des Amtes f\u00fcr Arbeit und Soziales der Stadt Westerstede, der \u00fcber \u201eDie ersten 14 Tage\u201c f\u00fcr neu ankommende Fl\u00fcchtlinge im Landkreis Ammerland berichten wird. Die Fortbildungsreihe wird durchgef\u00fchrt vom Evangelischen Bildungswerk Ammerland in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk Ammerland und dem Ev.-luth. Kirchenkreis Ammerland.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Ein Beitrag von Peter Tobiassen, Evangelisches Bildungswerk Ammerland<br \/><\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>25 Ehrenamtliche beim Fortbildungsabend in Apen Deutschland, 1954: \u201eMehr als 4.500 Menschen lebten in einem Lager nahe Aurich. So richtig willkommen waren diese Menschen nicht. Aber die Folgen des Krieges trieben sie zur Flucht \u2013 und sie landeten mitten in Ostfriesland.\u201c Theo Lampe, beim Diakonischen Werk Oldenburg zust\u00e4ndig f\u00fcr Migrationsfragen, erinnerte zu Beginn seines Vortrag Anfang Juni an die Erfahrungen vieler Deutscher mit Krieg, Flucht und Vertreibung, aber auch mit eigener Migrationserfahrung. Es war der erste von neun Fortbildungsabende f\u00fcr Ehrenamtliche in der Fl\u00fcchtlingsarbeit. Fast folgerichtig stellte sich bei der Vorstellungsrunde heraus, dass nur zwei Ur-Ammerl\u00e4nder im Gemeindehaus in Apen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"false","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[43],"tags":[44],"class_list":["post-2264","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kirche-oldenburg","tag-kirche-oldenburg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2264","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2264"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2264\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2264"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2264"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2264"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}