{"id":23232,"date":"2023-01-26T07:21:00","date_gmt":"2023-01-26T06:21:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/kinder-in-niedersachsen-und-bremen-besonders-von-armut-bedroht-expertin-wer-in-armut-aufwaechst-hat-schlechtere-zukunftsaussichten\/"},"modified":"2023-01-27T10:17:46","modified_gmt":"2023-01-27T09:17:46","slug":"kinder-in-niedersachsen-und-bremen-besonders-von-armut-bedroht-expertin-wer-in-armut-aufwaechst-hat-schlechtere-zukunftsaussichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/kinder-in-niedersachsen-und-bremen-besonders-von-armut-bedroht-expertin-wer-in-armut-aufwaechst-hat-schlechtere-zukunftsaussichten\/","title":{"rendered":"Kinder in Niedersachsen und Bremen besonders von Armut bedroht &#8211;  Expertin: Wer in Armut aufw\u00e4chst, hat schlechtere Zukunftsaussichten"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoPlainText\">Hannover\/Bremen (epd). Die Armut von Kindern und Jugendlichen bleibt einer neuen Erhebung zufolge ein ungel\u00f6stes Problem in Niedersachsen und Bremen sowie auch bundesweit. Mehr als zwei von f\u00fcnf Kindern (41,1 Prozent) waren 2021 allein in Bremen von Armut bedroht, wie die Bertelsmann Stiftung in G\u00fctersloh am Donnerstag mitteilte. In Niedersachsen lebte demnach mehr als jedes f\u00fcnfte Kind (22,4 Prozent) in der Gefahr, in die Armut abzurutschen. Beide L\u00e4nder liegen mit ihren zusammengerechnet rund 349.000 Betroffenen \u00fcber dem Bundesschnitt. Deutschlandweit waren knapp 2,9 Millionen Kinder und Jugendliche (20,8 Prozent) betroffen. Sozialverb\u00e4nde forderten rasche und zugleich grundlegende Abhilfe.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Zu den Minderj\u00e4hrigen kamen bundesweit 1,55 Millionen von Armut gef\u00e4hrdete junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren. Damit war in dieser Altersgruppe rund jede vierte Person (25,5 Prozent) bedroht. Niedersachsen und Bremen hatten dort ebenfalls \u00fcberdurchschnittlich viele Betroffene zu verzeichnen, wobei Niedersachsen mit 25,9 Prozent (158.469 Betroffene) nur knapp oberhalb des Bundesdurchschnitts rangierte. Bremen stellte mit insgesamt 44,5 Prozent und damit 25.117 Betroffenen die bundesweit h\u00f6chste Quote in dieser Altersgruppe.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">\u00abWer als junger Mensch in Armut aufw\u00e4chst, leidet t\u00e4glich unter Mangel, Verzicht und Scham und hat zugleich deutlich schlechtere Zukunftsaussichten\u00bb, sagte Anette Stein von der Bertelsmann Stiftung. Das sei sowohl f\u00fcr die Betroffenen selbst als auch f\u00fcr die Gesellschaft als Ganzes untragbar. Die derzeitigen Krisen und Preissteigerungen versch\u00e4rften das Problem. Daher m\u00fcsse die Bundesregierung die im Koalitionsvertrag vereinbarte Kindergrundsicherung \u00abjetzt schnellstm\u00f6glich und im ben\u00f6tigten Umfang beschlie\u00dfen\u00bb.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">\u00dcberdurchschnittlich von Armut betroffen sind nach Angaben der Stiftung junge Menschen in alleinerziehenden Familien sowie in Familien mit drei und mehr Kindern. Das gr\u00f6\u00dfte Armutsrisiko haben Kinder in Mehrkindfamilien mit einem alleinerziehenden Elternteil (86 Prozent). Die angek\u00fcndigte Kindergrundsicherung m\u00fcsse so gestaltet werden, dass sie Armut wirksam vermeide und sich an den tats\u00e4chlichen Bedarfen junger Menschen f\u00fcr gutes Aufwachsen, Bildung und Teilhabe orientiere, betonte Stein.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Zugleich sprach sich die Expertin gegen Regulierungen \u00fcber das Kindergeld aus. \u00abEine Erh\u00f6hung des Kindergeldes ist teuer, vermeidet aber keine Armut, denn es kommt bei Familien im SGBII-Bezug nicht an.\u00bb Die Kindergrundsicherung m\u00fcsse die Verteilung mit der Gie\u00dfkanne beenden und durch gezielte Hilfen ersetzen. Um die Lage speziell der jungen Erwachsenen zu verbessern, seien eine Ausbildungsgarantie sowie eine BAf\u00f6G-Reform unerl\u00e4sslich. Beide Vorhaben seien ebenfalls im Koalitionsvertrag angek\u00fcndigt.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Der Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen, Hans-Joachim Lenke, sagte, die Erkenntnisse aus der Bertelsmanns Studie und im zweiten Schritt die Erkenntnisse aus dem n\u00e4chsten Familienbericht m\u00fcssten genutzt werden, um zielgerichtete Programme zu entwickeln, die zu einer deutlichen Verbesserung der Lebenslage von Kindern in Ein-Elternfamilien f\u00fchren. \u00abEin reiches Land wie Deutschland vergibt sich Zukunftschancen, wenn Kinder materiell unter den Folgen von Armut leiden und Bildungschancen immer noch vom Geldbeutel der Eltern abh\u00e4ngen.\u00bb<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">F\u00fcr den SoVD sagte der Landesvorsitzende Bernhard Sackarendt, es sei besch\u00e4mend, dass so viele Kinder und Jugendliche, in Armut abzurutschen drohten. \u00abSie werden damit systematisch bei Bildung und insgesamt bei der gesellschaftlichen Teilhabe ausgegrenzt.\u00bb Die Vorsitzende des Parit\u00e4tischen Niedersachsen, Kerstin Tack, erg\u00e4nzte, Kinderarmut sei kein Schicksal, sondern ein strukturelles Problem, das viel zu lange von der Politik ignoriert worden sei.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Svenja Kraus, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft Familie, bem\u00e4ngelte, dass die staatlichen Unterst\u00fctzungssysteme schlecht aufeinander abgestimmt seien. Junge Menschen brauchten die Sicherheit, dass der Staat zur Hilfe komme, wenn es in der Familie finanziell eng werde, unterstrich sie. \u00abEin vorsorgender Sozialstaat muss Armut vermeiden.\u00bb Betroffene erlebten Armut als Dauerzustand, der sie begrenze, stigmatisiere und besch\u00e4me. \u00abDiese Erfahrung pr\u00e4gt sie ein Leben lang.\u00bb<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/news-niedersachsen\/artikel\/kinder-in-niedersachsen-und-bremen-besonders-von-armut-bedroht-expertin-wer-in-armut-aufwaechst-hat-schlechtere-zukunftsaussichten\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kinder in Niedersachsen und Bremen besonders von Armut bedroht &#8211;  Expertin: Wer in Armut aufw\u00e4chst, hat schlechtere Zukunftsaussichten<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hannover\/Bremen (epd). 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