{"id":23283,"date":"2023-02-02T11:16:00","date_gmt":"2023-02-02T10:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/ethikerin-bahr-kritisch-gegenueber-legalisierung-der-leihmutterschaft\/"},"modified":"2023-02-03T22:17:24","modified_gmt":"2023-02-03T21:17:24","slug":"ethikerin-bahr-kritisch-gegenueber-legalisierung-der-leihmutterschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/ethikerin-bahr-kritisch-gegenueber-legalisierung-der-leihmutterschaft\/","title":{"rendered":"Ethikerin Bahr kritisch gegen\u00fcber Legalisierung der Leihmutterschaft"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoPlainText\">Hannover\/Braunschweig (epd). Die evangelische Ethik-Expertin Petra Bahr sieht eine m\u00f6gliche Legalisierung bestimmter Formen der Leihmutterschaft in Deutschland mit Skepsis. Eine gesetzliche Regelung, die verschleierte Machtverh\u00e4ltnisse erkenne und dem Kind eine Beziehung innerhalb der gespaltenen Elternschaft dauerhaft erm\u00f6gliche, sei \u00e4u\u00dferst anspruchsvoll, sagte die hannoversche Regionalbisch\u00f6fin dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Rande eines Vortrags am Donnerstag in Braunschweig. Bahr ist seit 2020 Mitglied des Deutschen Ethikrats.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Ob Geld im Spiel sei oder nicht, sei gar nicht so entscheidend, sagte die promovierte Theologin. Altruistische und kommerzielle Motive mischten sich oft. Die Gefahr der \u00abKolonialisierung des weiblichen K\u00f6rpers\u00bb sei auch bei der besten Motivation aller Beteiligten nicht gebannt. Schon der Begriff \u00abLeihmutterschaft\u00bb trage Spuren dieser Gefahr in sich: \u00abWas man leiht, will man zur\u00fcckgeben. Mutterschaft besteht aber auch in dieser Konstellation ein Leben lang.\u00bb<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Aus dem Koalitionsvertrag der Bundesregierung geht hervor, dass die Ampel-Regierung eine \u00dcberpr\u00fcfung der altruistischen, also uneigenn\u00fctzigen Leihmutterschaft erw\u00e4gt, um kinderlosen Paaren Nachwuchs zu erm\u00f6glichen. Sie ist bislang in Deutschland verboten. Ein Gesetzentwurf der Koalition liegt allerdings noch nicht vor. Grunds\u00e4tzlich sei es n\u00f6tig, dass diese Frage gepr\u00fcft werde, sagte Bahr. \u00abDie Reproduktionsmedizin hat sich in den vergangenen 30 Jahren weiterentwickelt.\u00bb<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Reproduktionsmedizinische Unterst\u00fctzung sei f\u00fcr viele Paare selbstverst\u00e4ndlich geworden, f\u00fchrte die Ethikerin aus. Das Leid der Kinderlosigkeit werde anerkannt, auch das Leid von M\u00e4nnern. \u00abWir brauchen aber eine neue Debatte um die reproduktive Selbstbestimmung und ihre Grenzen\u00bb, betonte sie. \u00abSelbstbestimmung\u00bb erfahre einen schleichenden Bedeutungswandel, von einem Abwehrrecht gegen den Staat, der Menschen in ihre Familienplanung nicht reinzureden habe, hin zu einer Leistungsforderung an die Gesellschaft.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Bahr mahnte, bei der ethischen Bewertung stets die Perspektive des Kindes und der Leihmutter im Auge zu behalten: \u00abWas bedeutet es f\u00fcr die Familienkonstellation, wenn etwa die j\u00fcngere Schwester die austragende Mutter und auch die Tante eines Kindes ist?\u00bb Es gebe ein Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung, und diese sei elementar f\u00fcr ein Kind. \u00abDas verkompliziert sich nat\u00fcrlich, wenn es zum Beispiel noch eine Eizellspenderin und einen Samenspender gibt.\u00bb Es k\u00f6nne dann bis zu f\u00fcnf elterliche Positionen geben, die f\u00fcr ein Kind bedeutsam sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">\u00abReproduktionsmedizin denkt zu einseitig vom Gl\u00fcck der Eltern her\u00bb, kritisierte Bahr. Sie betonte jedoch auch: \u00abHinter allen Versuchen dieser reproduktionsmedizinischen Zug\u00e4nge steckt in der Regel eine Leidensgeschichte.\u00bb Paare, die bereit seien, sich auf eine Leihmutterschaft einzulassen, h\u00e4tten in der Regel vorher alle anderen M\u00f6glichkeiten ausgesch\u00f6pft.<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/news-niedersachsen\/artikel\/ethikerin-bahr-kritisch-gegenueber-legalisierung-der-leihmutterschaft\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ethikerin Bahr kritisch gegen\u00fcber Legalisierung der Leihmutterschaft<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hannover\/Braunschweig (epd). Die evangelische Ethik-Expertin Petra Bahr sieht eine m\u00f6gliche Legalisierung bestimmter Formen der Leihmutterschaft in Deutschland mit Skepsis. 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