{"id":23427,"date":"2023-02-24T04:16:00","date_gmt":"2023-02-24T03:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/oberlandesgericht-tiere-sind-mitgeschoepfe\/"},"modified":"2023-02-27T10:17:22","modified_gmt":"2023-02-27T09:17:22","slug":"oberlandesgericht-tiere-sind-mitgeschoepfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/oberlandesgericht-tiere-sind-mitgeschoepfe\/","title":{"rendered":"Oberlandesgericht: Tiere sind Mitgesch\u00f6pfe"},"content":{"rendered":"<p>Celle (epd). Nach dem Angriff eines Hundes auf ein Pferd hat das Oberlandesgericht Celle entschieden, dass die Hundehalterin die sehr hohen Behandlungskosten f\u00fcr den verletzten Wallach tragen muss. Tiere seien als Mitgesch\u00f6pfe zu betrachten, teilte das Gericht am Freitag mit. Sie d\u00fcrften nicht nur nach rein wirtschaftlichen Kriterien betrachtet werden. Die Frau muss nun 14.000 Euro f\u00fcr die Behandlung des Pferdes zahlen, obwohl das Tier laut einem Gutachter nur 300 Euro wert gewesen war.<\/p>\n<p>Werde ein Tier verletzt, k\u00f6nne es sein, dass der Sch\u00e4diger Behandlungskosten zu ersetzen hat, die den Wert des Tieres um ein Vielfaches \u00fcbersteigen, argumentierte das Gericht in dem Berufungsprozess. Das Urteil ist noch nicht rechtskr\u00e4ftig (Az.: 20 U 36\/20).<\/p>\n<p>Der damals 24 Jahre alte Wallach des Kl\u00e4gers diente im Sommer 2019 als \u00abWeidekamerad\u00bb und \u00abGesellschafter\u00bb f\u00fcr andere Pferde. Der Hund sei damals auf die Koppel gelaufen und habe das Pferd bis in den n\u00e4chsten Ort verfolgt. Dabei st\u00fcrzte das Pferd mehrfach und verletzte sich schwer. Der Halter lie\u00df den Wallach f\u00fcr mehr als 14.000 Euro in einer Tierklinik operieren. Zun\u00e4chst verurteilte das Landgericht Verden die Besitzerin des Hundes, die Behandlungskosten zu tragen. Ihre Berufung dagegen wurde nun vom 20. Zivilsenat des Oberlandesgerichts zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<p>Die Behandlungskosten seien vollst\u00e4ndig zu ersetzen, obwohl sie den wirtschaftlichen Wert des Tieres um das 49-fache \u00fcberstiegen, entschied der Senat: \u00abAufgrund der Verantwortung des Menschen f\u00fcr das Tier als Mitgesch\u00f6pf und schmerzempfindliches Lebewesen verbietet sich eine streng wirtschaftliche Betrachtungsweise.\u00bb Vielmehr seien s\u00e4mtliche Umst\u00e4nde abzuw\u00e4gen, unter anderem die Erfolgsaussichten der Behandlung, das Alter des Tieres und die Beziehung des Halters zu ihm. Der Kl\u00e4ger hatte das Pferd kurz nach dessen Geburt gekauft und auf ihm das Reiten erlernt.<\/p>\n<p>Das Gericht entschied, dass die Hundehalterin neben den Behandlungskosten auch den gesamten weiteren Schaden ersetzen muss, der bei der Verfolgungsjagd entstanden war. Zwar sei der Schaden auch auf den Fluchtinstinkt des Pferdes zur\u00fcckzuf\u00fchren. Doch sei das Pferd nicht nur kurz erschrocken und dann weggelaufen. Vielmehr habe der Hund den Wallach \u00fcber die Koppel, \u00fcber den Weidezaun und weiter auf der Stra\u00dfe bis in die n\u00e4chste Ortschaft \u00abauf das \u00c4u\u00dferste\u00bb getrieben. Daher \u00fcberwiege die vom Hund ausgehende Gefahr den \u00abeigenen Verursachungsbeitrag\u00bb des Pferdes deutlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/news-niedersachsen\/artikel\/oberlandesgericht-tiere-sind-mitgeschoepfe\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Oberlandesgericht: Tiere sind Mitgesch\u00f6pfe<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Celle (epd). Nach dem Angriff eines Hundes auf ein Pferd hat das Oberlandesgericht Celle entschieden, dass die Hundehalterin die sehr hohen Behandlungskosten f\u00fcr den verletzten Wallach tragen muss. Tiere seien als Mitgesch\u00f6pfe zu betrachten, teilte das Gericht am Freitag mit. 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