{"id":23751,"date":"2023-03-26T14:51:57","date_gmt":"2023-03-26T12:51:57","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/respekt-vor-bode-ruecktritt\/"},"modified":"2023-03-26T23:17:50","modified_gmt":"2023-03-26T21:17:50","slug":"respekt-vor-bode-ruecktritt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/respekt-vor-bode-ruecktritt\/","title":{"rendered":"Respekt vor Bode-R\u00fccktritt"},"content":{"rendered":"<p>Die evangelischen Kirchen in Niedersachsen haben am Sonnabend mit Respekt auf den R\u00fccktritt des katholischen Osnabr\u00fccker Bischofs Franz-Josef Bode reagiert. Der 72-j\u00e4hrige Bischof zog mit seinem Amtsverzicht Konsequenzen aus Vers\u00e4umnissen im Umgang mit Missbrauch in der Kirche. Der Oldenburger Bischof Thomas Adomeit w\u00fcrdigte als Vorsitzender der Konf\u00f6deration evangelischer Kirchen in Niedersachsen die Entscheidung, mit der Bode pers\u00f6nliche Verantwortung \u00fcbernehme.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nAdomeit dankte Bode zugleich f\u00fcr seine Offenheit und Gastfreundschaft und eine vertrauensvolle und engagierte Zusammenarbeit in fast 28 Jahren seines Wirkens. \u201eEr hat die \u00d6kumene gerade in Niedersachsen mit seiner theologischen Arbeit deutlich gepr\u00e4gt.\u201c Als Vizepr\u00e4sident des katholischen Reformprozesses \u201eSynodaler Weg\u201c habe sich Bode in besonderer Weise f\u00fcr Ver\u00e4nderungen starkgemacht und Reformen im Bistum Osnabr\u00fcck und dar\u00fcber hinaus angesto\u00dfen und umgesetzt.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDer Papst hatte am Sonnabend den R\u00fccktritt Bodes angenommen. Bode nannte als einen Grund den im September ver\u00f6ffentlichten Zwischenbericht zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bistum Osnabr\u00fcck. Dieser habe ihm noch einmal deutlich seine eigenen Fehler im Umgang mit Missbrauchsf\u00e4llen vor Augen gef\u00fchrt. Der Bericht erhebt schwere Vorw\u00fcrfe gegen den Bischof. Unter anderem habe er bis 2010 mehrfach Beschuldigte in ihren \u00c4mtern belassen und damit weitere Tatgelegenheiten erm\u00f6glicht.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nAdomeit betonte in seiner Stellungnahme, die Aufarbeitung von und der wirksame Schutz vor sexualisierter Gewalt durch Mitarbeitende h\u00e4tten auch f\u00fcr die evangelischen Kirchen in Niedersachsen und ihre Diakonie h\u00f6chste Priorit\u00e4t. Auch in der evangelischen Kirche gab es bereits Kritik von Betroffenen am Umgang mit Missbrauchsf\u00e4llen.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\n<strong>Weitere Reaktionen<\/strong><br \/>\nNiedersachsens Ministerpr\u00e4sident Stephan Weil (SPD) betonte, dass Bode seinen R\u00fccktritt auch mit eigenen Fehlern begr\u00fcndet und sich zu seiner Verantwortung bekannt habe, verdiene Anerkennung. Der Bischof zolle mit diesem Schritt und der damit verbundenen offenen Selbstkritik den Opfern den notwendigen Respekt. Bode habe in seinem langj\u00e4hrigen Dienst viel f\u00fcr die katholische Kirche in Niedersachsen, aber auch f\u00fcr den Zusammenhalt in der Gesellschaft getan.&nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDer norddeutsche Betroffenenrat der Bist\u00fcmer Hamburg, Hildesheim und Osnabr\u00fcck sprach von einem wichtigen \u201eZeichen sichtbarer Verantwortungs\u00fcbernahme\u201c. Das \u201eletztendlich konsequente Handeln von Bischof Bode sollte Vorbild f\u00fcr andere Verantwortungstr\u00e4ger\u201c sein, hie\u00df es dazu vom Betroffenenrat. Der Betroffenenrat hatte Bode im Dezember vergangenen Jahres wegen seines Umgangs mit F\u00e4llen sexualisierter Gewalt kirchenrechtlich angezeigt.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nInnerhalb der katholischen Kirche l\u00f6ste Bodes R\u00fccktritt auch Bedauern aus. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg B\u00e4tzing, w\u00fcrdigte in einem Brief an Bode dessen Einsatz unter anderem als langj\u00e4hriger Jugendbischof und f\u00fcr den Reformprozess \u201eSynodaler Weg\u201c. \u201eDein Glaubenszeugnis, Dein Mut als Bischof und Deine vision\u00e4re Kraft f\u00fcr eine Erneuerung der Kirche sind das, was &#8211; neben vielem anderen &#8211; bleiben wird.\u201c Mit seinem R\u00fccktritt \u00fcbernehme Bode Verantwortung.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDie Vorsitzende des Katholikenrates im Bistum Osnabr\u00fcck, Katharina Abeln, zeigte sich ber\u00fchrt und \u00fcberrascht von dem R\u00fccktritt. \u201e\u00dcber 25 Jahre hat Bischof Bode unser Bistum geleitet und gestaltet &#8211; als Bischof, Seelsorger, Vision\u00e4r und Reformer\u201c, sagte sie am Sonnabend. \u201eMit Bischof Bode geht auch ein Mitstreiter auf vielen weiteren Ebenen, besonders auch in der Bischofskonferenz.\u201c Der ebenfalls aus dem Amt scheidende Osnabr\u00fccker Generalvikar Ulrich Beckwermert sprach von einer \u201eZ\u00e4sur\u201c f\u00fcr das Bistum. Bode habe das Bistum als Verfechter einer weltoffenen Kirche gepr\u00e4gt, die Gott und den Menschen nahe sei, sagte er der \u201eNeuen Osnabr\u00fccker Zeitung\u201c (Sonntag, Online).<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDer Hamburger Erzbischof Stefan He\u00dfe betonte die enge Verbundenheit der beiden Bist\u00fcmer. Bis 1995 geh\u00f6rte auch das heutige Erzbistum Hamburg zum Bistum Osnabr\u00fcck. Der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirchen in Niedersachsen, Bischof Thomas Adomeit, w\u00fcrdigte Bodes Offenheit, Gastfreundschaft und seinen Einsatz f\u00fcr die \u00d6kumene in Niedersachsen. Sein R\u00fccktritt verdiene \u201etiefen Respekt\u201c, sagte der Oldenburger Bischof.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDie katholische Reformbewegung \u201eWir sind Kirche\u201c nannte Bodes R\u00fccktrittsgesuch versp\u00e4tet, aber dennoch beispielhaft, auch f\u00fcr andere Bisch\u00f6fe und Personalverantwortliche in der katholischen Kirche. \u201eWir sind Kirche\u201c begr\u00fc\u00dfte, dass der Papst das Gesuch Bodes angenommen hat. \u201eDagegen ist es nach wie vor zutiefst irritierend, dass \u00fcber das R\u00fccktrittsgesuch von Kardinal Rainer Maria Woelki immer noch nicht entschieden wurde, was dramatische Vertrauensverluste und in der Folge zahlreiche Kirchenaustritte zur Folge hat.\u201c<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nBodes R\u00fccktrittsgesuch ist das erste, das Papst Franziskus im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche angenommen hat. R\u00fccktrittsgesuche anderer Bisch\u00f6fe hatte der Papst bisher abgelehnt, im Fall des K\u00f6lner Kardinals Woelki steht die Entscheidung weiter aus.<\/p>\n<p><em>epd\/red<\/em><\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/pressemitteilungen\/artikel\/respekt-vor-bode-ruecktritt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Respekt vor Bode-R\u00fccktritt<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die evangelischen Kirchen in Niedersachsen haben am Sonnabend mit Respekt auf den R\u00fccktritt des katholischen Osnabr\u00fccker Bischofs Franz-Josef Bode reagiert. Der 72-j\u00e4hrige Bischof zog mit seinem Amtsverzicht Konsequenzen aus Vers\u00e4umnissen im Umgang mit Missbrauch in der Kirche. 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