{"id":23903,"date":"2023-04-19T09:09:00","date_gmt":"2023-04-19T07:09:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/forschungsprojekt-nordsee-munitionsreste-gefaehrden-leben-im-wasser-datenbank-soll-bei-der-risikobewertung-helfen\/"},"modified":"2023-04-20T11:17:39","modified_gmt":"2023-04-20T09:17:39","slug":"forschungsprojekt-nordsee-munitionsreste-gefaehrden-leben-im-wasser-datenbank-soll-bei-der-risikobewertung-helfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/forschungsprojekt-nordsee-munitionsreste-gefaehrden-leben-im-wasser-datenbank-soll-bei-der-risikobewertung-helfen\/","title":{"rendered":"Forschungsprojekt: Nordsee-Munitionsreste gef\u00e4hrden Leben im Wasser &#8211; Datenbank soll bei der Risikobewertung helfen"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoPlainText\">Bremerhaven (epd). Die allm\u00e4hliche Freisetzung von Giftstoffen durch Munitionsreste in den Schiffswracks zweier Weltkriege in der Nordsee bedroht aus Sicht von Wissenschaftlern das marine \u00d6kosystem &#8211; und gef\u00e4hrdet in Zukunft \u00fcber die Nahrungskette wohl auch den Menschen. Das ist das Ergebnis eines mehrj\u00e4hrigen internationalen Forschungsprojektes unter dem Titel \u00abNorth Sea Wrecks\u00bb (Wracks in der Nordsee), das am Mittwoch bei einem Symposium in Bremerhaven vorgestellt wurde. Durch rostende Munitionsh\u00fclsen werde im Wasser beispielsweise der krebserregende Sprengstoff TNT freigesetzt, sagte der Biologe Matthias Brenner vom Alfred-Wegener-Institut f\u00fcr Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven. Schon in geringen Konzentrationen sch\u00e4dige er Organismen wie Fische, Muscheln, Krebse und W\u00fcrmer.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Was man in Superm\u00e4rkten aus der Nord- und Ostsee finde, k\u00f6nne man aber bedenkenlos essen, sagte Edmund Maser, Experte f\u00fcr Umwelttoxikologie und Nahrungsmittelsicherheit aus Kiel. Das k\u00f6nne sich allerdings in Zukunft \u00e4ndern, warnte der Forscher: \u00abWir m\u00fcssen wachsam sein.\u00bb Die Organismen in der See w\u00fcrden nachweislich gesch\u00e4digt, weil sie ein Leben lang den Giftstoffen ausgesetzt seien. \u00abMuscheln aktivieren Gene gegen diesen Stress, Fische haben erh\u00f6hte Tumorraten\u00bb, erl\u00e4uterte Maser. Mittel- und langfristig stelle sich die Frage, inwiefern das schleichende Gift die biologische Vielfalt unter Wasser sch\u00e4dige.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Auf dem Meeresboden allein von Nord- und Ostsee liegen nach Sch\u00e4tzungen von Fachleuten bis zu 1,6 Millionen Tonnen an Munitionsresten der beiden Weltkriege wie Granaten, Torpedos, Minen und Bomben. Brenner sagte, in der gesamten Nordsee gebe es gesch\u00e4tzt mindestens 1.000 Wracks mit Munition an Bord. 15 davon seien im Rahmen des Projektes untersucht worden. Neben dem Risiko durch Explosionen etwa nach Ber\u00fchrungen mit einem Anker gehe von den Munitionsresten vor allem eine chronisch-schleichende Gefahr durch Vergiftungen aus, \u00abeben auch bei niedrigen Konzentrationen\u00bb. Die Forschungen h\u00e4tten ergeben, dass sich die Giftstoffe gro\u00dfr\u00e4umig um die Wracks verteilten. Das Problem nehme durch die fortschreitende Korrosion der Munitionsh\u00fclsen zu.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Die Munition aus den Schiffswracks zu bergen sei teuer und kompliziert, sagte Brenner. Einfacher und effektiver sei es zun\u00e4chst, verklappte Sprengstoffe aus dem Wasser zu holen, die gr\u00f6\u00dftenteils in der Ostsee liegen. Die Regierungsparteien SPD, Gr\u00fcne und FDP haben in ihrem Koalitionsvertrag ein Sofortprogramm zu verklappten Munitionsaltlasten im Meer angek\u00fcndigt, der Bundestag stellte daf\u00fcr 100 Millionen Euro bereit. Eine Pilotanlage zur Bergung und Vernichtung soll entwickelt werden. \u00abDas macht Sinn bevor man sich an die Wracks wagt\u00bb, sagte Brenner.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Das EU-gef\u00f6rderte Forschungsprojekt \u00abNorth Sea Wrecks\u00bb l\u00e4uft seit viereinhalb Jahren und endet in den n\u00e4chsten Wochen, ein Nachfolgeprojekt ist geplant. Dabei geht es um Grundlagenforschung. Au\u00dferdem flie\u00dfen die Ergebnisse in ein von der Kieler Firma north.io entwickelte Datenbank ein, die eine Risikobewertung von Fundorten erlaubt. Beteiligt an dem Projekt mit einem Budget von rund f\u00fcnf Millionen Euro sind neun Partner aus f\u00fcnf Nordsee-Anrainern, darunter das AWI und das ebenfalls in Bremerhaven ans\u00e4ssige Deutsche Schifffahrtsmuseum. Ziel sei es, die Beh\u00f6rden durch die Bereitstellung von Daten und Methoden in der Risikobewertung von konventioneller und chemischer Munition zu unterst\u00fctzen, hie\u00df es.<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/news-niedersachsen\/artikel\/forschungsprojekt-nordsee-munitionsreste-gefaehrden-leben-im-wasser-datenbank-soll-bei-der-risikobewertung-helfen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Forschungsprojekt: Nordsee-Munitionsreste gef\u00e4hrden Leben im Wasser &#8211; Datenbank soll bei der Risikobewertung helfen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bremerhaven (epd). Die allm\u00e4hliche Freisetzung von Giftstoffen durch Munitionsreste in den Schiffswracks zweier Weltkriege in der Nordsee bedroht aus Sicht von Wissenschaftlern das marine \u00d6kosystem &#8211; und gef\u00e4hrdet in Zukunft \u00fcber die Nahrungskette wohl auch den Menschen. 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