{"id":24113,"date":"2023-05-16T09:37:00","date_gmt":"2023-05-16T07:37:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/was-war-denn-nun-an-pfingsten-herr-professor-goettinger-theologe-reinbold-ueber-die-relevanz-des-kirchenfestes\/"},"modified":"2023-05-17T11:18:23","modified_gmt":"2023-05-17T09:18:23","slug":"was-war-denn-nun-an-pfingsten-herr-professor-goettinger-theologe-reinbold-ueber-die-relevanz-des-kirchenfestes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/was-war-denn-nun-an-pfingsten-herr-professor-goettinger-theologe-reinbold-ueber-die-relevanz-des-kirchenfestes\/","title":{"rendered":"Was war denn nun an Pfingsten, Herr Professor? &#8211; G\u00f6ttinger Theologe Reinbold \u00fcber die Relevanz des Kirchenfestes\u00a0"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoPlainText\">G\u00f6ttingen (epd). F\u00fcr viele Menschen bedeutet Pfingsten vor allem ein langes, freies Wochenende. Aber selbst viele Christinnen und Christen k\u00f6nnen nicht genau erkl\u00e4ren, was es mit Ph\u00e4nomenen wie der Aussch\u00fcttung des Heiligen Geistes auf sich hat. Der G\u00f6ttinger Theologieprofessor Wolfgang Reinbold erl\u00e4utert im epd-Gespr\u00e4ch Ursprung und Bedeutung des schwer zu fassenden Kirchenfestes.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">epd: Mit Weihnachten und Ostern wissen auch Menschen ohne christliche Pr\u00e4gung etwas anzufangen. Und selbst Himmelfahrt ist vielen aufgrund des selbsterkl\u00e4renden Namens irgendwie ein Begriff. Pfingsten hingegen erntet bei Stra\u00dfenumfragen regelm\u00e4\u00dfig Achselzucken. Warum eigentlich?<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Reinbold: Das hat vermutlich vor allem drei Gr\u00fcnde. Erstens die Festlegende: Bei Ostern und Weihnachten ist sie klar und einfach: Jesus wird geboren, Jesus stirbt und wird auferweckt. Bei Pfingsten ist es komplizierter. Irgendwas ist da mit dem Geist. Aber was eigentlich? Das ist nicht ganz einfach zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Zweitens das Thema des Festes: Es geht um den Geist, genauer gesagt: um den \u00abHeiligen Geist\u00bb. Geist kann man nicht sehen und nicht abbilden. Die Kunst hat sich mit dem Symbol der Taube beholfen. Und die hat heutzutage nun wirklich kein gutes Image mehr.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Und drittens die Entwicklung des Festes: Pfingsten hat in der Geschichte der Kirchen nie eine vergleichbare Rolle gespielt wie Ostern und Weihnachten. In den ersten Jahrhunderten hat man es zun\u00e4chst gar nicht als eigenst\u00e4ndiges Fest gefeiert. Und eine volkst\u00fcmliche Version &#8211; Stichwort Weihnachtsmann oder Osterhase &#8211; gibt es auch nicht.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">epd: Was war denn nun an Pfingsten, Herr Reinbold?<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Reinbold: In der Bibel wird zu Beginn der Apostelgeschichte davon erz\u00e4hlt, dass die Sch\u00fcler Jesu am Tag des Wochenfestes vom Geist Gottes erf\u00fcllt wurden. Das wird auf ziemlich dramatische Weise geschildert. Es ist die Rede von einem \u00abBrausen\u00bb, das aus dem Himmel hervorbricht, und von \u00abZungen wie von Feuer\u00bb. Und dass die Sch\u00fcler Jesu pl\u00f6tzlich Sprachen sprechen, die sie eigentlich gar nicht k\u00f6nnen, sodass sich die Umstehenden wundern und sich fragen: Was ist da los?<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Die Geschichte verdichtet eine der Grunderfahrungen der ersten Christgl\u00e4ubigen. Sie erlebten, dass der Geist Gottes in ihnen auf eine besondere, unvorhergesehene und manchmal \u00fcberw\u00e4ltigende Weise wirkte. Er f\u00fcgte Menschen aus allen Nationen zu einer Gemeinschaft zusammen. Manchmal sprachen sie in dieser Gemeinschaft in fremden oder unverst\u00e4ndlichen Sprachen. Der Geist f\u00fcllte sie so sehr aus, dass sie in Verz\u00fcckung gerieten.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">epd: Und welche Botschaft spricht aus diesem Pfingstgeschehen?<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Reinbold: In der Apostelgeschichte tritt Petrus auf und deutet diese seltsamen Ph\u00e4nomene als Erf\u00fcllung eines Wortes des alttestamentlichen Propheten Joel. Er hatte vorhergesagt, dass Gott am Ende der Tage seinen Geist \u00fcber alles Fleisch ausgie\u00dfen wird. Dieses Wort bezieht die \u00e4lteste Christenheit auf sich selbst, mit einer doppelten Pointe:<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Erstens: Gottes Geist wirkt unter uns, in unseren Gemeinden. Er bewirkt Befreiung, Erleuchtung, sittliche Verwandlung, Liebe, Freude, Frieden, Geduld und vieles andere mehr. Und zweitens: Gottes Geist wirkt unter Menschen aus allen V\u00f6lkern, nicht nur unter den Israeliten, an die sich das Wort des Propheten urspr\u00fcnglich richtete.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">epd: Wie wird Pfingsten heute gefeiert?<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Reinbold: Das Pfingstfest, wie wir es heute kennen, entwickelte sich aus diesen beiden Grundimpulsen. Christen feiern es als das Fest des heiligen, Leben schaffenden, Menschen verbindenden Geistes. Und als den Tag, an dem die gro\u00dfe und bunte Gemeinschaft der Christinnen und Christen ihren Anfang nahm. Besonders wichtig ist in den letzten Jahren der Bezug auf die \u00d6kumene geworden, also auf die weltweite Gemeinschaft der Kirchen. Pfingsten ist das Fest der Einheit der Christinnen und Christen &#8211; \u00fcber alle von Menschen gemachten Trennungen hinweg.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">epd: Warum hei\u00dft Pfingsten eigentlich \u00abPfingsten\u00bb?<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Reinbold: Der Begriff entwickelte sich durch Lautverschiebungen aus dem griechischen Wort \u00abPentekost\u00e9\u00bb. Das ist der Name des Pfingstfests im Neuen Testament. \u00abPentekost\u00e9\u00bb hei\u00dft urspr\u00fcnglich nichts anderes als \u00ab50\u00bb. Pfingsten ist also das \u00ab50-Tage-Fest\u00bb, das Fest, das 50 Tage nach Ostern gefeiert wird &#8211; ganz so, wie das biblische Wochenfest sieben Wochen, also rund 50 Tage, nach dem Pessach-Fest gefeiert wird.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Und so ist es bis heute geblieben. Christen feiern Ostern und Pfingsten im Abstand von sieben Wochen. Juden feiern Pessach und Wochenfest, Schavuot genannt, im Abstand von sieben Wochen. Oft finden die Feste ungef\u00e4hr zur gleichen Zeit statt, so wie in diesem Jahr.<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/news-niedersachsen\/artikel\/was-war-denn-nun-an-pfingsten-herr-professor-goettinger-theologe-reinbold-ueber-die-relevanz-des-kirchenfestes\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Was war denn nun an Pfingsten, Herr Professor? &#8211; G\u00f6ttinger Theologe Reinbold \u00fcber die Relevanz des Kirchenfestes\u00a0<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00f6ttingen (epd). F\u00fcr viele Menschen bedeutet Pfingsten vor allem ein langes, freies Wochenende. Aber selbst viele Christinnen und Christen k\u00f6nnen nicht genau erkl\u00e4ren, was es mit Ph\u00e4nomenen wie der Aussch\u00fcttung des Heiligen Geistes auf sich hat. 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