{"id":24318,"date":"2023-06-07T13:43:00","date_gmt":"2023-06-07T11:43:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/expertin-pflegekraefte-duerfen-trauern\/"},"modified":"2023-06-08T23:17:20","modified_gmt":"2023-06-08T21:17:20","slug":"expertin-pflegekraefte-duerfen-trauern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/expertin-pflegekraefte-duerfen-trauern\/","title":{"rendered":"Expertin: Pflegekr\u00e4fte d\u00fcrfen trauern"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoPlainText\">Bremen (epd). Pflegekr\u00e4fte sollten nach Ansicht der Bremer Trauerbegleiterin Tanja Brinkmann nach dem Tod ihrer Patienten Trauer zulassen. \u00abEs ist in Ordnung, wenn wir diese Gef\u00fchle zulassen, nachdem ein Mensch gestorben ist, den wir vielleicht \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum professionell gepflegt haben\u00bb, sagte die Krankenschwester und promovierte Soziologin im Gespr\u00e4ch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Am Mittwochabend (7. Juni) h\u00e4lt sie einen online-Vortrag f\u00fcr Fachkr\u00e4fte mit der \u00dcberschrift: \u00abZwischen Teflon und Emotionsbombe. Wie Fachkr\u00e4fte mit dem Tod von Patientinnen und Patienten umgehen k\u00f6nnen.\u00bb<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Das Thema werde unter Pflegekr\u00e4ften, Medizinern und in der Wissenschaft viel zu wenig diskutiert, sagte Brinkmann. \u00abDie Trauer um gestorbene Patienten oder Heimbewohner ist h\u00e4ufig ein Tabu.\u00bb Besonders in den Bereichen, wo viel gestorben werde, lehnten die beteiligten Fachkr\u00e4fte oft Hilfe ab. Vor allem aber auf den Intensivstationen habe sie erlebt, dass sich Pflegekr\u00e4fte und \u00c4rzte eine Art \u00abTeflon-Schutz\u00bb schaffen, an dem jegliche Trauergef\u00fchle abperlen.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">F\u00fcr Feuerwehrleute und Polizisten seien Supervisionsgespr\u00e4che nach besonders belastenden Eins\u00e4tzen inzwischen Pflicht, erl\u00e4uterte Brinkman. Obwohl auch dort zun\u00e4chst das Gespr\u00e4chsangebot abgelehnt wurde, werde es heute sehr gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">\u00abEs gibt keinen Masterplan f\u00fcr den besten Umgang mit der Trauer um Patienten\u00bb, r\u00e4umte Brinkmann ein, die als Krankenschwester auf einer Krebsstation gearbeitet hat. Hilfreich seien eine stete Selbstreflexion und der Austausch im Team, um den jeweils eigenen Mittelweg zwischen Teflonschutz und \u00fcberfordernden Emotionen zu finden. \u00abDie Patienten und Angeh\u00f6rigen erwarten eine versierte Fachkraft mit Mitgef\u00fchl. Darum ist eine professionelle N\u00e4he gefragt, nicht eine pers\u00f6nliche.\u00bb Ihr selbst habe geholfen, dass sie die Patienten konsequent mit \u00abSie\u00bb angesprochen habe &#8211; auch junge Menschen oder Patienten, die sie \u00fcber einen langen Zeitraum betreut habe.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Beeindruckt habe sie ein Ritual, das sie in einem Pflegeheim kennengelernt habe. Dort werde von den Pflegekr\u00e4ften f\u00fcr die Gestorbenen ein Stein k\u00fcnstlerisch gestaltet und mit deren Namen versehen. Die Steine werden f\u00fcr alle sichtbar auf einem Tablett gesammelt. Einmal im Jahr tausche das Team anhand der Steine Erinnerungen an die Toten aus, berichtete Brinkmann. Anschlie\u00dfend werden die Steine in einem Teich versenkt. \u00abAuch das ist eine Art des Verarbeitens und Abschiednehmens.\u00bb<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Die Trauerbegleiterin mahnte, das Thema Trauer von Pflegekr\u00e4ften in der Forschung, Ausbildung und den Einrichtungen ernster zu nehmen. \u00abWer keinen guten Weg findet, mit seinen oder ihren Gef\u00fchlen umzugehen, wird auf kurz oder lang den Beruf aufgeben und eine Arbeit w\u00e4hlen, die emotional weniger belastend ist.\u00bb Dann werde sich der Fachkr\u00e4ftemangel noch versch\u00e4rfen.<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/news-niedersachsen\/artikel\/expertin-pflegekraefte-duerfen-trauern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Expertin: Pflegekr\u00e4fte d\u00fcrfen trauern<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bremen (epd). 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