{"id":2445,"date":"2015-07-16T20:45:00","date_gmt":"2015-07-16T18:45:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/potenzial-der-jugend-im-blick-haben\/"},"modified":"2015-07-16T20:45:00","modified_gmt":"2015-07-16T18:45:00","slug":"potenzial-der-jugend-im-blick-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/potenzial-der-jugend-im-blick-haben\/","title":{"rendered":"\u201ePotenzial der Jugend im Blick haben\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Wie gelingt es, den Jugendlichen in Uganda eine Zukunftsperspektive zu  geben? Dieser Frage \u2013 stellvertretend f\u00fcr viele L\u00e4nder Afrikas, aus  denen die \u00fcberwiegend jungen Fl\u00fcchtlinge nach Europa kommen \u2013 stellten  sich die G\u00e4ste einer Podiumsdiskussion im Kulturzentrum PFL am  Dienstagabend auf Einladung der Evangelischen Akademie und des  \u00d6kumenischen Zentrums. Eines kristallisierte sich dabei ganz klar heraus: Jede Hilfe von au\u00dfen ist nur dann sinnvoll, wenn sie die individuellen Gegebenheiten eines Landes sensibel im Blick beh\u00e4lt.<br \/>\n<br \/>Moderatorin Ina Grieb von der Carl von Ossietzky Universit\u00e4t begr\u00fc\u00dfte auf der PFL-B\u00fchne den Botschafter Ugandas in Berlin, Marcel R. Tibaleka, Lena Nzume von der Koordinierungsstelle Integration und Teilhabe der Stadt Oldenburg, den Bundestagsabgeordneten Peter Meiwald (B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen), Lezon Mark Mugwanya von der SosolyaUndugu Dance Academy, Ralf Classen von der Hamburger Initiative Kinderkulturkarawane sowie die L\u00fcneburger Studentin Lena Heuer vom Eirene-Freiwilligendienst. Die SosolyaUndugu Dance Academy \u2013 ein Projekt, das jungen Menschen aus prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnissen eine neue Lebensperspektive geben will \u2013 ist zurzeit zu Gast in Oldenburg, um f\u00fcr Verst\u00e4ndnis und Toleranz unter den V\u00f6lkern zu werben.<br \/>\n<br \/>Von den 34 Millionen Menschen in Uganda seien 75 Prozent Jugendliche, betonte der Botschafter. Ihnen m\u00fcsse der Staat helfen. Zwar habe Uganda sich in den vergangenen Jahren um eine gute Bildung f\u00fcr den Nachwuchs bem\u00fcht, dabei aber seien die traditionellen Handwerksberufe aus dem Blick geraten. \u201eDie jungen Menschenstreben nach gut bezahlten B\u00fcrojobs.\u201c Doch die seien rar. 85 Prozent der Bev\u00f6lkerung lebten auf dem Land, gleichzeitig wanderten viele junge Leute in die St\u00e4dte ab in der Hoffnung auf eine gute Ausbildung. Ein funktionierender Markt, auf dem die Menschen ihre eigenen Produkte verkaufen k\u00f6nnen, existiere in vielen afrikanischen L\u00e4ndern nicht mehr, machte Lena Nzume deutlich. \u201eBilligware aus dem Ausland zerst\u00f6rt hier das regionale Angebot\u201c, erkl\u00e4rte sie.<br \/>\n<br \/>Die Bilder von Kindersoldaten, die im B\u00fcrgerkrieg in Uganda k\u00e4mpften, gingen vor einigen Jahren um die Welt. Seit 2006 herrscht Frieden in Uganda. Doch noch immer seien viele junge Menschen von diesen Erlebnissen traumatisiert, andere haben in diesem Krieg ihre Eltern verloren, betonte Ralf Classen von der Kinderkulturkarawane. \u201eMit Kindern in Kulturprojekten zu arbeiten und ihnen dadurch erstmals wieder Selbstvertrauen zu geben, ist ein entscheidender Schritt\u201c, betonte er. Dabei m\u00fcssten die Kinder gar nicht so sehr angeleitet, sondern nur ermutigt werden. Das zeige die langj\u00e4hrige Erfahrung.\u201eUnsere Arbeit inspiriert die Kinder, zu sich selbst zu finden\u201c, best\u00e4tigte Lezon Mark Mugwanya. Die Regierung wisse zwar von diesen Projekten, unterst\u00fctze sie jedoch nicht. \u201eIm Moment allerdings sieht es so aus, als \u00e4ndere sich das. Denn wenn von staatlicher Seite nichts getan wird, kann es schnell wieder zu Unruhen und sogar zum Krieg kommen\u201c, warnte er.<br \/>\n<br \/>Der Freiwilligenaustausch sei derzeit eine Einbahnstra\u00dfe, bedauerte Lena Heuer vom Eirene-Freiwilligendienst. \u201eDie Jugendlichen in Uganda haben gr\u00f6\u00dfte Schwierigkeiten, ein Visum f\u00fcr Europa zu bekommen.\u201c Dabei seien Kontakte und der Austausch von Erfahrungen immens wichtig f\u00fcr beide Seiten. Das best\u00e4tigte auch Peter Meiwald: \u201eHier gibt es ganz gro\u00dfe H\u00fcrden. Aber es darf nicht sein, dass solche Austauschprogramme nur einseitig sind.\u201c Dadurch werde den Jugendlichen auch die Chance genommen, etwa ein Praktikum in einem Handwerksbetrieb in Europa zu machen \u2013 auch und gerade im Bereich der erneuerbaren Energien. \u201eDabei ist Solarenergie f\u00fcr den S\u00fcden ein gro\u00dfes Thema.\u201c<br \/>\n<br \/>Nicht nur f\u00fcr das Handwerk, auch f\u00fcr die Landwirtschaft m\u00fcsse die Jugend in Uganda wieder begeistert werden, so ein Pl\u00e4doyer aus dem Publikum. \u201eDie Menschen dort brauchen keine Wohltaten von au\u00dfen \u2013 sie m\u00fcssen ein neues Bewusstsein daf\u00fcr bekommen, welche Chancen sie haben und wie sie ihr eigenes Land wieder entwickeln k\u00f6nnen\u201c, meinte eine weitere Besucherin. \u201eWir haben heute Abend \u2013 wie so h\u00e4ufig \u2013 dar\u00fcber diskutiert, was Staaten machen k\u00f6nnen\u201c, meinte Ralf Classen in einem Schlusswort. \u201eNicht dar\u00fcber, welch ein Potenzial in den Kindern und Jugendlichen steckt. Das m\u00fcssen wir viel mehr in den Blick nehmen.\u201c<br \/>\n<br \/>Wieviel Kraft und Selbstbewusstsein Kulturprojekte f\u00fcr Kinder freisetzen k\u00f6nnen, zeigt die SosolyaUgundu Dance Academy in ihrem Konzert am Donnerstag, 16. Juli, um 19 Uhr in der IGS Fl\u00f6tenteich.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie gelingt es, den Jugendlichen in Uganda eine Zukunftsperspektive zu geben? Dieser Frage \u2013 stellvertretend f\u00fcr viele L\u00e4nder Afrikas, aus denen die \u00fcberwiegend jungen Fl\u00fcchtlinge nach Europa kommen \u2013 stellten sich die G\u00e4ste einer Podiumsdiskussion im Kulturzentrum PFL am Dienstagabend auf Einladung der Evangelischen Akademie und des \u00d6kumenischen Zentrums. Eines kristallisierte sich dabei ganz klar heraus: Jede Hilfe von au\u00dfen ist nur dann sinnvoll, wenn sie die individuellen Gegebenheiten eines Landes sensibel im Blick beh\u00e4lt. 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