{"id":25253,"date":"2023-09-29T10:53:00","date_gmt":"2023-09-29T08:53:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/eisschmelze-ungewoehnliches-wetter-verschafft-arktis-verschnaufpause-wissenschaftler-entdecken-am-nordpol-hotspot-des-lebens\/"},"modified":"2023-10-02T11:20:43","modified_gmt":"2023-10-02T09:20:43","slug":"eisschmelze-ungewoehnliches-wetter-verschafft-arktis-verschnaufpause-wissenschaftler-entdecken-am-nordpol-hotspot-des-lebens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/eisschmelze-ungewoehnliches-wetter-verschafft-arktis-verschnaufpause-wissenschaftler-entdecken-am-nordpol-hotspot-des-lebens\/","title":{"rendered":"Eisschmelze: Ungew\u00f6hnliches Wetter verschafft Arktis Verschnaufpause  &#8211; Wissenschaftler entdecken am Nordpol Hotspot des Lebens &#8211;"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoPlainText\">Bremerhaven (epd). Trotz des global hei\u00dfesten Sommers seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ist Forschenden zufolge in der zentralen Arktis im August und im September weniger Meereis als in den Jahren zuvor geschmolzen. \u00abUngew\u00f6hnlich viel Schnee auf den Schollen hat daf\u00fcr gesorgt, dass sie vor Oberfl\u00e4chenschmelze gesch\u00fctzt waren\u00bb, berichtete der Meereis-Physiker Marcel Nicolaus am Freitag in einer Online-Videokonferenz von Bord der \u00abPolarstern\u00bb. Das allerdings sei kein Indiz f\u00fcr einen Wendepunkt in der Klimakrise, hie\u00df es.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Der Forschungseisbrecher ist gerade nach einer mehrmonatigen Expedition in die Arktis auf dem R\u00fcckweg in seinen Heimathafen Bremerhaven, wo er am Samstag erwartet wird. Das Schiff des Alfred-Wegener-Institutes (AWI) in Bremerhaven war am 3. August vom norwegischen Troms\u00f8 aus zu der Forschungsexpedition namens \u00abArcWatch-1\u00bb aufgebrochen. Ein knapp 100-k\u00f6pfiges internationales Team aus Besatzung und Wissenschaft hat die Dicke und Eigenschaften des Meereises vermessen, die Str\u00f6mungen und chemischen Eigenschaften des Ozeans aufgezeichnet und das Leben im und unter dem Eis, im freien Wasser und am Boden der Tiefsee erforscht.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Demnach wurde die \u00fcberraschend geringere Eisschmelze mit deutlich weniger Schmelzwasser auf der Oberfl\u00e4che auch und vor allem durch einen ungew\u00f6hnlichen Verlauf der Transpolardrift ausgel\u00f6st, der Eisbewegungen in dieser Region. Das Eis sei aus Richtung des kanadischen Beckens gekommen und auf dem offenen Ozean entstanden, erl\u00e4uterte die Expeditionsleiterin und AWI-Direktorin Antje Boetius. Ungew\u00f6hnlich stabile Tiefdruckgebiete h\u00e4tten verkn\u00fcpft mit einer Zufuhr kalter Polarluft den Sommer \u00fcber das Eis aus der sibirischen Region zusammengehalten.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">\u00abEntsprechend haben wir kaum Eisalgen an der Unterseite des Meereises gefunden\u00bb, berichtete Boetius. \u00abDas Eis war dieses Jahr wie tot.\u00bb Aufgrund der Drift vom offenen Ozean habe besonders die teils meterlange Kiesel-Alge Melosira arctica gefehlt, ein wichtiger N\u00e4hrstoff-Lieferant f\u00fcr das gesamte \u00d6kosystem. Das habe auch dazu gef\u00fchrt, dass kaum Meereis-Algen in die Tiefsee gesunken seien. \u00abDie Eis-Verschiebung betrifft das Leben als Ganzes in der Arktis\u00bb, betonte Boetius.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Trotzdem ist die Aktivit\u00e4t der Lebewesen am Boden im Vergleich zum arktischen Meereis-Minimum im Jahr 2012 etwas gestiegen, wie es hie\u00df. Aufnahmen mit der Tiefseekamera h\u00e4tten im Vergleich zu fr\u00fcheren Daten gezeigt, dass sich die Zusammensetzung der Gemeinschaft ver\u00e4ndert habe. Der einstmals glatte Meeresboden sei stark besiedelt gewesen und durchw\u00fchlt von Ringel- und Borstenw\u00fcrmern, kriechenden Seeanemonen und Seegurken. \u00abEs ist erstaunlich, wie schnell das arktische Leben auf \u00c4nderungen in der Meereis-Bedeckung reagiert\u00bb, sagte Boetius.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Es sei faszinierend gewesen zu sehen, wer dort in der Tiefsee lebt, betonte die Forscherin. \u00abDer typische Nordpol-Bewohner ist der Igelwurm, ein seltsames Lebewesen, das mit einer zwei Meter langen Zunge Nahrung einsammelt.\u00bb Die Forschenden haben \u00fcberdies bei der Kartierung des Meeresbodens bisher unbekannte Seeberge entdeckt. Einer dieser erloschenen Vulkane entpuppte sich als Biodiversit\u00e4ts-Hotspot. Boetius: \u00abDa tobt das Leben.\u00bb<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Die geringere Eisschmelze ist nach Einsch\u00e4tzung der AWI-Direktorin kein Grund zur Entwarnung. \u00dcber Jahrzehnte hinweg gesehen sei das Meereis stark zur\u00fcckgegangen: \u00abDahinter steckt nat\u00fcrlich der Klimawandel und der weitere Anstieg von CO2.\u00bb Die n\u00e4chsten drei Wochen soll die \u00abPolarstern\u00bb f\u00fcr standardm\u00e4\u00dfige Wartungs- und Reparaturarbeiten in der Bremerhavener Lloyd Werft verbringen. Ende Oktober bricht das Schiff dann Richtung Antarktis auf.<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/news-niedersachsen\/artikel\/eisschmelze-ungewoehnliches-wetter-verschafft-arktis-verschnaufpause-wissenschaftler-entdecken-am-nordpol-hotspot-des-lebens\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eisschmelze: Ungew\u00f6hnliches Wetter verschafft Arktis Verschnaufpause  &#8211; Wissenschaftler entdecken am Nordpol Hotspot des Lebens &#8211;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bremerhaven (epd). 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