{"id":25695,"date":"2023-11-15T09:23:00","date_gmt":"2023-11-15T08:23:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/obdachlosen-seelsorger-betteln-ist-mit-grosser-scham-verbunden\/"},"modified":"2023-11-16T10:17:38","modified_gmt":"2023-11-16T09:17:38","slug":"obdachlosen-seelsorger-betteln-ist-mit-grosser-scham-verbunden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/obdachlosen-seelsorger-betteln-ist-mit-grosser-scham-verbunden\/","title":{"rendered":"Obdachlosen-Seelsorger: Betteln ist mit gro\u00dfer Scham verbunden"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoPlainText\">Bremen (epd). Das Betteln ist nach den Erfahrungen des Bremer Obdachlosen-Seelsorgers Harald Schr\u00f6der mit gro\u00dfer Scham verbunden. \u00abDu machst dich seelisch nackt\u00bb, sagte der Sozialarbeiter und Diakon dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er r\u00e4t gerade jetzt in der kalten und nassen Jahreszeit dazu, auf die Bitten bettelnder Menschen&nbsp;einzugehen: \u00abDa, wo das Herz aufgeht, wo das Gef\u00fchl &#8216;ja&#8217; sagt, da gebe ich etwas. Nicht gerechtfertigt sind dann aber Auflagen nach dem&nbsp;Motto: Bitte nicht vertrinken.\u00bb<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Ein Gro\u00dfteil der Menschen, die auf der Stra\u00dfe \u00abSitzung\u00bb machen, wie es in der Szene hei\u00dft, ist Schr\u00f6der zufolge unversorgt und in Not, und zwar aus ganz unterschiedlichen Gr\u00fcnden. \u00abViele beziehen kein B\u00fcrgergeld. Das trifft beispielsweise auf einen Gro\u00dfteil der europ\u00e4ischen Mitb\u00fcrger zu, die hier sind und die keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben.\u00bb Andere seien gesperrt oder nicht in der Lage, B\u00fcrgergeld zu beantragen, weil Dokumente fehlten. \u00abManche schaffen es auch psychisch nicht.\u00bb F\u00fcr einige sei das Betteln etwas, was den Tag strukturiere.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Von denjenigen, die aggressiv und als Teil der viel gescholtenen \u00abBettelmafia\u00bb um Geld nachsuchten, gebe es nur wenige. \u00abEin gro\u00dfer Teil der Leute sitzt meist still und in sich zusammengesunken auf der Stra\u00dfe.\u00bb Einige s\u00e4\u00dfen ganz geb\u00fcckt. \u00abDamit du ihnen nicht noch in die Augen, in die Seele schauen kannst, weil das f\u00fcr die Bettelnden nicht auszuhalten ist.\u00bb<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Andere versuchen es Schr\u00f6der zufolge offensiver und sprechen Passanten an: \u00abUm Geld bitten ist ja auch ein hart umk\u00e4mpfter Markt auf der Stra\u00dfe.\u00bb Manche seien dabei kreativ, tingelten beispielsweise mit ihren Sandhunden durch die St\u00e4dte. \u00abDie bieten dann eine Leistung an, auch die, die eine Stra\u00dfenzeitung verkaufen.\u00bb<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Kritisch sieht Schr\u00f6der, wenn nur Kupfergeld gespendet wird &#8211; Ein-, Zwei- und maximal F\u00fcnf-Cent-M\u00fcnzen. Das k\u00f6nne kaum umgetauscht werden. \u00abUnd in Gesch\u00e4ften wird Kupfer oft gar nicht erst angenommen.\u00bb Legend\u00e4r sei in Bremen ein Mann aus \u00d6sterreich, der es aufgrund seiner psychischen Situation nicht schaffe, in Sozialleistung zu kommen und der 35 Kilo Kupfer gesammelt habe: \u00abDas wird er einfach nicht los.\u00bb<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Wichtig sei es, bettelnde Frauen und M\u00e4nner nicht als Menschen zweiter Klasse zu behandeln. So sei das ungefragte Zustecken etwa von Nahrungsmitteln ein No-Go. \u00abVielleicht mag er oder sie das gar nicht, vertr\u00e4gt es nicht oder kann es nicht bei\u00dfen, weil die Z\u00e4hne kaputt sind. Ich kann ein Angebot machen, ja: Ich hol mir gleich einen Kaffee, darf ich Ihnen einen mitbringen? Dann kann die Person darauf antworten.\u00bb<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Der evangelische Seelsorger r\u00e4t, auf Augenh\u00f6he mit den Menschen auf der Stra\u00dfe zu sprechen. \u00abAlso runter, in die Knie. Sonst ist das ein oben-unten-Verh\u00e4ltnis.\u00bb Zugleich d\u00fcrfe man nat\u00fcrlich emotionale Distanz wahren. \u00abEs geht darum, die W\u00fcrde der Person zu respektieren. Vor uns sitzt ein Mensch.\u00bb<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/news-niedersachsen\/artikel\/obdachlosen-seelsorger-betteln-ist-mit-grosser-scham-verbunden\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Obdachlosen-Seelsorger: Betteln ist mit gro\u00dfer Scham verbunden<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bremen (epd). 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