{"id":2595,"date":"2015-07-27T10:32:00","date_gmt":"2015-07-27T08:32:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/synagoge-als-erinnerungsort-wieder-geoeffnet\/"},"modified":"2015-07-27T10:32:00","modified_gmt":"2015-07-27T08:32:00","slug":"synagoge-als-erinnerungsort-wieder-geoeffnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/synagoge-als-erinnerungsort-wieder-geoeffnet\/","title":{"rendered":"Synagoge als \u201eErinnerungsort\u201c wieder ge\u00f6ffnet"},"content":{"rendered":"<p>Sie ist eine der ganz wenigen erhaltenen Synagogen im nordwestdeutschen Raum: Die ehemalige Synagoge in Neustadtg\u00f6dens (Landkreis Friesland) wurde 1852 erbaut, 1936 entwidmet und diente dann unterschiedlichen Zwecken. Heute ist sie im Privatbesitz, doch im Zusammenhang mit dem Konzept \u201eErinnerungsorte\u201c des Landkreises im Landkreis wurde jetzt die ehemalige Synagoge der \u00d6ffentlichkeit wieder zug\u00e4nglich gemacht. <\/p>\n<p>Im Landkreis Friesland werden derzeit verschiedene \u201eErinnerungsorte\u201c, eingerichtet, die an die Opfer des Nationalsozialismus und von politischer Willk\u00fcr erinnern. In Jever entstand so am Ort, wo fr\u00fcher die Synagoge stand, das \u201eGr\u00f6schler-Haus\u201c, in dem vorwiegend die politischen Hintergr\u00fcnde der Judenverfolgung dargestellt werden. In der ehemaligen Synagoge in Neustadtg\u00f6dens stehen nun die j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung des Ortes und deren kirchliches Leben im Mittelpunkt, beide Orte erg\u00e4nzen sich somit. <\/p>\n<p>Professorin Dr. Antje Sander und Stephan Horschitz vom Zweckverband Schlossmuseum Jever, die das Konzept wissenschaftlich begleiten und die Pr\u00e4sentation konzipierten, stellten den Raum unter gro\u00dfer Anteilnahme der \u00d6ffentlichkeit vor. Unter anderem war auch Jehuda Weltermann, der Vorsitzende der j\u00fcdischen Gemeinde in Oldenburg, zur Er\u00f6ffnung gekommen. Er sprach von der gro\u00dfen Hoffnung, dass die ehemalige Synagoge nicht nur ein Ort der Erinnerung sein m\u00f6ge, sondern sich bald auch zu einem Ort der Begegnung zwischen Juden und anderen Religionen entwickeln werde. <\/p>\n<p>Die meisten Synagogen waren in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 von Anh\u00e4ngern der Nationalsozialisten angesteckt worden und in Flammen aufgegangen. Dass es in Neustadtg\u00f6dens anders kam, hat seinen Hintergrund in den schon in den Vorjahren stark ver\u00e4nderten politischen Verh\u00e4ltnissen, die den Juden das Leben sehr schwer machten. <\/p>\n<p>Erbaut im Jahr 1852, nach einem Entwurf des bekannten deutschen Architekten Karl-Friedrich Schinkel, zu einer Zeit, als die j\u00fcdische Gemeinde in Neustadtg\u00f6dens mit rund 25 Prozent der Bev\u00f6lkerung ihre Bl\u00fctezeit erlebte, gingen bereits ab 1900 etliche Mitglieder verloren. Als sich ab 1933 die Repressalien der Nationalsozialisten voll auswirkten, wurden es noch weniger, sodass 1936 hier ein Abschiedsgottesdienst stattfand und die Synagoge entwidmet wurde. <\/p>\n<p>Sie wurde dann verkauft, ein Farbenh\u00e4ndler nutzte sie als Lager. Das war Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck, denn aufgrund der gelagerten Materialien bef\u00fcrchtete man eine Feuersbrunst und Sch\u00e4den f\u00fcr den gesamten Ort, wenn man das fr\u00fchere Gotteshaus anz\u00fcnden w\u00fcrde. Das Geb\u00e4ude wurde verschont. Sp\u00e4ter war in dem Geb\u00e4ude die Feuerwehr, dann eine Galerie untergebracht. Heute befindet es sich im Privatbesitz. In Zusammenarbeit des Landkreises mit der Gemeinde und der Besitzerin gelang jetzt die \u00d6ffnung. <\/p>\n<p>In den vergangenen Wochen wurden in der unteren Etage, wo sich fr\u00fcher der Betsaal der M\u00e4nner befand (die Frauen hatten oben auf der Empore ihren Platz), etliche Ver\u00e4nderungen vorgenommen. Mit Vlies wurden einige Fenster verh\u00e4ngt, sodass nun darauf die fr\u00fchere Form gezeigt wird, es wurden mit Fliesen farbige Markierungen vorgenommen und zudem Kennzeichnungen f\u00fcr verschiedene Einrichtungsgegenst\u00e4nde skizziert, zwei B\u00e4nke aufgestellt, und damit das Mobiliar f\u00fcr die Gemeinde angedeutet und anderes mehr. Tafeln mit Informationen und Fotos erg\u00e4nzen die Einrichtung. <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Termine: <\/span><br \/>Die ehemalige Synagoge in Neustadtg\u00f6dens, Kirchstra\u00dfe, kann zu folgenden Terminen besucht werden: <br \/>Sonntag, 30. August, jeweils von 14 bis 18 Uhr, am Tag des offenen Denkmals, Sonntag, 13. September, von 10 bis 18 Uhr. Und sonntags, 27. September und 25. Oktober jeweils von 14 bis 18 Uhr. <\/p>\n<p>Weiterhin sind Besichtigungen im Rahmen von F\u00fchrungen m\u00f6glich und jederzeit f\u00fcr Gruppen auf Nachfrage. Informationen unter Telefon: 04422 &#8211; 95 88 35.<br \/><span style=\"font-style: italic\"><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Ein Beitrag von Annette Kelli. <\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie ist eine der ganz wenigen erhaltenen Synagogen im nordwestdeutschen Raum: Die ehemalige Synagoge in Neustadtg\u00f6dens (Landkreis Friesland) wurde 1852 erbaut, 1936 entwidmet und diente dann unterschiedlichen Zwecken. Heute ist sie im Privatbesitz, doch im Zusammenhang mit dem Konzept \u201eErinnerungsorte\u201c des Landkreises im Landkreis wurde jetzt die ehemalige Synagoge der \u00d6ffentlichkeit wieder zug\u00e4nglich gemacht. Im Landkreis Friesland werden derzeit verschiedene \u201eErinnerungsorte\u201c, eingerichtet, die an die Opfer des Nationalsozialismus und von politischer Willk\u00fcr erinnern. In Jever entstand so am Ort, wo fr\u00fcher die Synagoge stand, das \u201eGr\u00f6schler-Haus\u201c, in dem vorwiegend die politischen Hintergr\u00fcnde der Judenverfolgung dargestellt werden. In der ehemaligen Synagoge&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"false","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[43],"tags":[44],"class_list":["post-2595","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kirche-oldenburg","tag-kirche-oldenburg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2595","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2595"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2595\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2595"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2595"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2595"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}