{"id":26178,"date":"2024-01-09T11:23:16","date_gmt":"2024-01-09T10:23:16","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/mutige-frauen-geben-frieden-ein-gesicht\/"},"modified":"2024-01-09T22:18:23","modified_gmt":"2024-01-09T21:18:23","slug":"mutige-frauen-geben-frieden-ein-gesicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/mutige-frauen-geben-frieden-ein-gesicht\/","title":{"rendered":"Mutige Frauen geben Frieden ein Gesicht"},"content":{"rendered":"<p>Rund einhundertf\u00fcnfzig Menschen folgten am Montagabend, 8. Januar, in der Forumskirche St. Peter einer Ausstellungser\u00f6ffnung. \u201eFrauen geben Frieden ein Gesicht\u201c hei\u00dft diese Ausstellung. Sie stellt zwanzig Frauen mit ihren Lebensgeschichten vor. Die Frauen stammen aus unterschiedlichen Teilen des Landes Bosnien und Herzegowina, in dem von 1992 bis 1995 ein blutiger B\u00fcrgerkrieg tobte.&nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\n\u201eOldenburg hat eine besondere Beziehung zu den Frauen in Bosnien-Herzegowina\u201c sagte Klaus Hagedorn von pax christi bei der Begr\u00fc\u00dfung der G\u00e4ste. Damals nach Ausbruch dieses Krieges habe eine Oldenburger Initiative in Kooperation mit der Stadt 29 Gefl\u00fcchtete, vor allem Frauen und Kinder, aus Bosnien-Herzegowina aufgenommen und ihren Aufenthalt vier Jahre finanziert und begleitet.&nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nViele der portraitierten Frauen in der Ausstellung waren bei Kriegsbeginn berufst\u00e4tig, einige hatten Kinder oder waren selbst noch Kinder. Sie sind in muslimischen, serbisch-orthodoxen oder katholischen Familie aufgewachsen, auf dem Dorf oder in der Stadt. Eine lernte als Grundschulkind das Lesen und Schreiben in einem Keller, wohin sie mit ihren Eltern vor den Bomben gefl\u00fcchtet war. Sie alle haben Schreckliches erlebt, viele verloren Familienmitglieder, wurden vergewaltigt, erlitten dauerhafte gesundheitliche Sch\u00e4den an Leib und Seele, flohen \u2013 manche nach Deutschland, wurden vertrieben oder in Lagern interniert.<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\n\u201eDie Gesellschaft in dem Land tut sich schwer mit der Aufarbeitung dieser Vergangenheit. Insbesondere nationalistische Kr\u00e4fte hofieren nach wie vor auch die in Den Haag verurteilten Kriegsverbrecher\u201c, sagte Boris Mijatovic, Bundestagsabgeordneter aus Kassel, als stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-S\u00fcdosteurop\u00e4ischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages ein profunder Kenner der Situation in Bosnien-Herzegowina.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kein Frieden ohne Vers\u00f6hnung<\/strong><br \/>\nB\u00fcrgermeisterin Nicole Piechotta hob in ihrem Gru\u00dfwort hervor, dass die Frauen der Ausstellung, \u201edie im Krieg besonders schwer gelitten haben, sich nicht haben unterkriegen lassen, sondern solidarisch f\u00fcr einen friedlichen Aufbau der Nachkriegsgesellschaft eintreten. Sie \u00fcberwinden die gesellschaftlichen Grenzen und \u00e4ndern die Erz\u00e4hlung des Krieges.\u201c<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDragana Petric, eine der Ausstellungsmacherinnen, aus Bijeljina in Bosnien-Herzegowina zur Er\u00f6ffnung angereist, erz\u00e4hlte den Hintergrund der Ausstellung. Die Frauen wollten an die Grausamkeiten erinnern, die sie w\u00e4hrend des Krieges erleben mussten. Nichts solle vergessen werden! Sie wollten jedoch vor allem zeigen, dass Frieden nur durch das gemeinsame Aufarbeiten des Geschehenen m\u00f6glich ist. Allein dar\u00fcber k\u00f6nne Vers\u00f6hnung wirksam werden. \u201eDie Frauen haben ihr Herz nach au\u00dfen gewendet. Sie haben ihre Geschichte \u00f6ffentlich gemacht. Sie unterst\u00fctzen bis heute unz\u00e4hlige Frauen darin, nach dem Krieg neue Perspektiven f\u00fcr ihr Leben zu entwickeln.\u201c<\/p>\n<p><strong>Eine andere Geschichte des Krieges<\/strong><br \/>\nDas \u00d6kumenischen Zentrum Oldenburg hatte die Initiative ergriffen, die Ausstellung in Oldenburg zu zeigen. Die Vorsitzende Beate Ludwig-Henkel f\u00fchrte bei der Begr\u00fc\u00dfung der G\u00e4ste aus: \u201eDie Frauen werden zum Vorbild, weil sie Verantwortung \u00fcbernehmen und Ans\u00e4tze daf\u00fcr schaffen, dass Vers\u00f6hnung stattfinden kann. F\u00fcr mich sendet die Ausstellung eine klare Botschaft: Politische Konflikte d\u00fcrfen nicht durch Krieg gel\u00f6st werden.\u201c Siebzehn Oldenburger Organisationen tragen die Ausstellung, die zudem am Oldenburger Ausstellungsort von Brot f\u00fcr die Welt und die Landessparkasse zu Oldenburg finanziell gef\u00f6rdert wird.&nbsp;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nDragana Petric schlo\u00df ihren Vortrag mit Worten von Sr\u0111an Puhalo: \u201eDiese Ausstellung und diese Frauen zeigen, dass es Menschen gibt, die sich nicht mit Ungerechtigkeiten abfinden und dass es Werte gibt, die \u00fcber Nationen, Staaten und Rechte hinausgehen, f\u00fcr die es sich zu k\u00e4mpfen lohnt.&#8221;<br \/>\n&nbsp; &nbsp;<br \/>\nF\u00fcr den musikalischen Rahmen der Ausstellungser\u00f6ffnung sorgte der Chor der J\u00fcdischen Gemeinde in Oldenburg und das Ohmsteder Vokalensemble unter Leitung von Landeskir-chenmusikdirektorin Beate Besser.<\/p>\n<p>Weitere Informationen: <a href=\"https:\/\/www.\u00f6zo.de\/ausstellung-frauen-geben-frieden-ein-gesicht\/\">www.\u00f6zo.de\/ausstellung-frauen-geben-frieden-ein-gesicht\/<\/a>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Begleitveranstaltungen der Ausstellung<\/strong><br \/>\nAusstellung \u201eFrauen geben Frieden ein Gesicht\u201c<br \/>\n9. bis 28. Januar, t\u00e4glich ge\u00f6ffnet von 9 \u2013 18 Uhr&nbsp;<br \/>\nForumskirche St. Peter, Peterstra\u00dfe 20, Oldenburg<\/p>\n<p>F\u00fchrungen:&nbsp;<br \/>\nDonnerstag, 11. Januar, 11 Uhr (mit Peter Tobiassen)<br \/>\nMittwoch, 17. Januar, 13.30 Uhr (mit Klaus Hagedorn)<br \/>\nDienstag, 23. Januar, 15 Uhr (mit Beate Ludwig-Henkel)<\/p>\n<p>Diskussion | Montag | 15. Januar | 18 Uhr | Forum St. Peter | Peterstra\u00dfe 22<br \/>\nDie Rolle von Frauen in Friedensprozessen im Konfliktherd Israel\/Pal\u00e4stina<br \/>\nmit Felix Paul, Friedensreferent, Hannover; Olaf Grobleben, \u00d6kumenebeauftragter,<br \/>\nOldenburg; Susanne Paul, Frauenarbeit Hannover<\/p>\n<p>Vortrag | Freitag | 19. Januar | 18 Uhr | Kulturzentrum PFL | Peterstra\u00dfe 3<br \/>\nDie Auswirkungen des Krieges auf die Frauen in der Ukraine und die Schl\u00fcsselrolle der weiblichen Stimmen f\u00fcr die Zukunft<br \/>\nmit Tetiana Kriukovska, Head of NGO \u201eTolerance in you\u201c, Ukraine<\/p>\n<p>Musik | Montag | 22. Januar | 19 Uhr | Forumskirche St. Peter | Peterstra\u00dfe 20<br \/>\nMutige Frauen, die Musik schufen \u2013 Von Hildegard von Bingen bis Violeta Dinescu<br \/>\nGesang und Orgel: Beate Besser, Landeskirchenmusikdirektorin<\/p>\n<p>Vortrag | Mittwoch | 24. Januar | 19 Uhr | Forum St. Peter | Peterstra\u00dfe 22<br \/>\nDas Friedenspotential im Menschen \u2013 Von der Friedensarbeit an der Basis in Sarajevo und Zagreb zu einer Politik der Gewaltfreiheit<br \/>\nmit Otto Raffai, Trainer f\u00fcr gewaltfreie Konflikttransformation (Zagreb\/Kroatien)<\/p>\n<p>Abschlussveranstaltung | Sonntag | 28. Januar | 12 Uhr | Forumskirche St. Peter | Peterstra\u00dfe 20<br \/>\nIn Bosnien-Herzegowina und anderswo: Ziviler Friedensdienst mit 370 Fachkr\u00e4ften in 44 L\u00e4ndern<br \/>\nmit Kristen Schubert, Forum Ziviler Friedensdienst, K\u00f6ln; Musik: Ulla Schmidt (Piano)<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/aus-den-kirchenkreisen\/artikel\/mutige-frauen-geben-frieden-ein-gesicht\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mutige Frauen geben Frieden ein Gesicht<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rund einhundertf\u00fcnfzig Menschen folgten am Montagabend, 8. Januar, in der Forumskirche St. Peter einer Ausstellungser\u00f6ffnung. \u201eFrauen geben Frieden ein Gesicht\u201c hei\u00dft diese Ausstellung. Sie stellt zwanzig Frauen mit ihren Lebensgeschichten vor. 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