{"id":26259,"date":"2024-01-22T09:29:00","date_gmt":"2024-01-22T08:29:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/briefporto-erinnert-an-aeltestes-protestantisches-gesangbuch-sonderbriefmarke-zu-einzigartigem-in-goslar-gelagertem-werk\/"},"modified":"2024-01-23T10:17:29","modified_gmt":"2024-01-23T09:17:29","slug":"briefporto-erinnert-an-aeltestes-protestantisches-gesangbuch-sonderbriefmarke-zu-einzigartigem-in-goslar-gelagertem-werk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/briefporto-erinnert-an-aeltestes-protestantisches-gesangbuch-sonderbriefmarke-zu-einzigartigem-in-goslar-gelagertem-werk\/","title":{"rendered":"Briefporto erinnert an \u00e4ltestes protestantisches Gesangbuch &#8211; Sonderbriefmarke zu einzigartigem in Goslar gelagertem Werk"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoPlainText\">Goslar (epd). \u00ab500 Jahre Evangelisches Gesangbuch\u00bb steht auf einer Sonderbriefmarke, die das Bundesfinanzministerium Ende Januar in Goslar pr\u00e4sentieren wird. \u00abDas ist streng genommen Quatsch, aber kommt der Sache nahe\u00bb, sagt Helmut Liersch. Der evangelische Theologe im Ruhestand muss es wissen. Als ehrenamtlicher Leiter der Marktkirchen-Bibliothek in Goslar am Harz h\u00fctet er den Schatz, auf den sich die Briefmarke bezieht: Das einzige erhaltene Exemplar des \u00abErfurter F\u00e4rbefass Enchiridions\u00bb aus dem Jahr 1524, das als das erste protestantische Gemeindegesangbuch gilt.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">\u00abIm Jahr 1524 gab es aber noch gar keine scharfe Trennlinie zwischen katholisch und evangelisch, da war alles im Fluss. Im Grunde ist das F\u00e4rbefass Enchiridion, das altgriechische Wort f\u00fcr \u00bbHandb\u00fcchlein\u00ab, das \u00e4lteste Gemeindegesangbuch. \u00bbDas m\u00fcsste auf der Marke stehen\u00ab, sagt Liersch mit einem Schmunzeln. Historische Spitzfindigkeiten sind f\u00fcr ihn aber nicht ma\u00dfgeblich. \u00bbHauptsache, wie feiern unser Enchiridion\u00ab, sagt er bestimmt. Bundesweit erinnern evangelische Kirchen in diesem Jahr an die Anf\u00e4nge der Gemeindegesangb\u00fccher.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Tats\u00e4chlich wirkt das historische erste B\u00fcchlein eher unscheinbar.&nbsp;Gelagert wird es nahe der Marktkirche in einer klimatisierten und abgedunkelten Vitrine. Wenn Liersch es pr\u00e4sentiert, zieht er sich wei\u00dfe Stoffhandschuhe \u00fcber. \u00bbDie dienen eher der Show als dem Schutz.&nbsp;Wichtig ist der sorgsame Umgang\u00ab, sagt er und betont zugleich, dass das kostbare Werk bei Transporten mit einer sechsstelligen Summe versichert wird. Seit 1535 ist es Teil der Marktkirchen-Bibliothek. Im Bestand entdeckt wurde es erst Mitte des 19. Jahrhunderts.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Nur durch Zufall habe das 48 Seiten umfassende Buch fast ein halbes Jahrtausend \u00fcberstanden, berichtet Liersch, der bis 2011 Propst von Goslar war. Das Erfurter Buch tr\u00e4gt den Beinamen \u00bbF\u00e4rbefass\u00ab, da es bei Johannes Loersfeld \u00bbin der Permentergasse zum F\u00e4rbefass\u00ab gedruckt wurde. Ein nahezu identisches Enchiridion erschien im selben Jahr in der th\u00fcringischen Stadt bei Matthes Maler \u00bbZum Schwarzen Horn bei der Kr\u00e4merbr\u00fccke\u00ab. Es gilt als wahrscheinlich, dass die F\u00e4rbefass-Ausgabe fr\u00fcher erschien und in der Schwarzhorn-Version kopiert wurde &#8211; erneut eine historische Spitzfindigkeit.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Die Noten sind Zeugnis der ersten Lieder des Reformators Luther.&nbsp;Einige der 26 Musikst\u00fccke, wie das Osterlied \u00bbChrist ist erstanden\u00ab, werden auch heute nach 500 Jahren noch in Gottesdiensten gesungen.&nbsp;Vorsichtig bl\u00e4ttert Liersch mit den wei\u00dfen Handschuhen durch das Buch und deutet dabei auf die d\u00fcnnen Linien mit den fast quadratischen Notenk\u00f6pfen. \u00bbDie Noten wurden damals mit groben Holzschnitten akkurat auf das dicke Papier gedruckt\u00ab, erkl\u00e4rt er. Weil die B\u00fcrger so Melodie und Text nachlesen konnten, konnten sie erstmals die Lieder selbst in deutscher Sprache singen.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Wie das Bundesfinanzministerium auf die Idee kam, eine Sonderbriefmarke dem evangelischen Gesangbuch zu widmen, hat Liersch nicht ermitteln k\u00f6nnen. Durch einen Anruf in Berlin habe er aber erreicht, dass das von der Hamburgerin Luzia Hein gestaltete Werk am 23. Januar in der Marktkirche mit einem Festakt pr\u00e4sentiert wird. Er selbst werde einen Vortrag halten, w\u00e4hrend die Ministeriumsmitarbeiterin Marianne Koth\u00e9 die Marke enth\u00fcllen werde, sagt Liersch: \u00bbUnd ganz ungeduldige Menschen k\u00f6nnen die 100-Cent-Marke auch schon kaufen. Erschienen ist sie n\u00e4mlich bereits am 4. Januar.&#8221;<\/p>\n<p>Kirche-Oldenburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kirche-oldenburg.de\/\/aktuell\/news-niedersachsen\/artikel\/briefporto-erinnert-an-aeltestes-protestantisches-gesangbuch-sonderbriefmarke-zu-einzigartigem-in-goslar-gelagertem-werk\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Briefporto erinnert an \u00e4ltestes protestantisches Gesangbuch &#8211; Sonderbriefmarke zu einzigartigem in Goslar gelagertem Werk<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Goslar (epd). \u00ab500 Jahre Evangelisches Gesangbuch\u00bb steht auf einer Sonderbriefmarke, die das Bundesfinanzministerium Ende Januar in Goslar pr\u00e4sentieren wird. \u00abDas ist streng genommen Quatsch, aber kommt der Sache nahe\u00bb, sagt Helmut Liersch. Der evangelische Theologe im Ruhestand muss es wissen. 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